Walldürn

Training zu Corona-Zeiten Fit bleiben und zusammenstehen ist trotz des Lockdowns wichtig

Geübt wird im heimischen Garten

Archivartikel

Walldürn.Nacheinander, mit Abstand und Mund- Nasenschutz kommen Kinder in den Garten. Strahlende Gesichter, Stimmengewirr und ein kleines bisschen Aufregung zeigen die Freude auf das erste Wiedersehen.

Da die Hallen in Walldürn für den Sportbetrieb noch geschlossen sind, hat man sich entschieden, das Training unter Pandemiebedingungen in den heimischen Garten zu verlegen. „Wir verstehen uns alle gut, sind befreundet und möchten uns vor den großen Ferien auf jeden Fall noch einmal alle wieder sehen“, so eine Mutter.

Sicherheit hat Priorität

Die Sicherheitsstandards werden streng eingehalten: Jedes Kind bringt seine eigene Turnmatte mit. Die Hände werden desinfiziert und die Kinder teilen sich in ein vorher angelegtes Feld auf. Alles wurde im Vorfeld bereits organisiert und die Kinder wissen genau, wo sie hinlaufen müssen. Die Kinder wurden in Gruppen aufgeteilt, in denen sie ohnehin schon Kontakte haben. Die Organisatoren wollen trotz der Lockerungen die Kontakte weiterhin reduzieren, um eine gefürchtete zweite große Welle zu vermeiden.

Dann geht es endlich los: Musik ertönt, alle setzen sich in Bewegung. Wer turnen möchte, muss gut aufgewärmt sein, damit man sich nicht verletzt. Das kennen die Kinder bereits. Wenige Zeit später sind alle etwas aus der Puste. Da merkt man dann doch die lange Pause, finden die Trainer. Über die vergangene Corona- Zeit hat man das Training „online“ gestaltet, um die Kinder fit zu halten und sich nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Mal in der Woche trafen sich alle vor den Bildschirmen, um Kraft- und Techniktraining zu machen. „Das hat gut geklappt und war auch lustig, aber sich endlich wieder zu sehen ist viel schöner“, sagt eine Turnerin, die ihre Freundinnen aus der Turngruppe sehr vermisst hat. Die zweite Trainingseinheit wurde mit einem Trainingsplan für die Turnerinnen ausgegeben, den sie in Eigenverantwortung zu Hause erledigten.

Für die Kleinen ist es jetzt endlich soweit. Sie dürfen „live“ ihre über lange Zeit geübten Räder und Handstände zeigen. Auch die Rolle vorwärts, begleitet mit ihrem englischen Lied darf nicht fehlen. Ein strahlendes „Tadaaa“ zum Schluss und die Mädels stehen „wie eine Eins“.

In der zweiten Gruppe bei den älteren Mädchen ist auch ein Junge mit dabei. Wacker schlägt er sich unter den vielen Damen. Handstandtraining steht hier auf dem Programm. Denn ein sicherer Handstand ist Grundvoraussetzung für alle weiteren turnerischen Elemente. Die Trainer beobachten das Ganze aus der Ferne. Denn eingreifen und helfen dürfen sie aus Hygienegründen noch nicht. Hier zahlt sich die jahrelange Grundlagenarbeit und das Vertrauen zu und zwischen den Kindern aus, die sich nun in Kleingruppen aufgeteilt helfen dürfen.

Am Ende folgt die dritte Gruppe. Das Rondat (Radwende) soll erlernt beziehungsweise gefestigt werden. Eine schwierige, koordinative Übung, was man den Mädchen anmerkt. Doch nach kurzer Zeit haben sie „den Dreh raus“. „Es läuft wieder“, freuen sich die Trainer, die ganz stolz auf ihre Schützlinge sind.

Zum Abschluss bekamen alle Kinder ein Eis mit auf den Nachhauseweg. Auch wenn sie dieses leider noch nicht gemeinsam essen durften und die Kinder das Gelände schnell für die nächste Gruppe räumen mussten, war das eine schöne Abkühlung nach der ersten, doch recht anstrengenden Trainingseinheit.

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