Walldürn

Pfarrei Schneeberg Patronats- und Wallfahrtsfest „Maria Geburt“

Festtag ohne Prozessionen

Archivartikel

Schneeberg.Die Pfarrei Schneeberg feiert am Dienstag, 8. September, das große Patronats- und Wallfahrtsfest „Maria Geburt“.

Coronabedingt hat die Kirchengemeinde einige Änderungen im traditionellen Ablauf vorgenommen. So gibt es in diesem Jahr nachdem Festgottesdienst keine eucharistische Prozession durch die Ortsstraßen. Auch der Abendgottesdienst an den bisher die große Lichterprozession anschloss, wird in diesem Jahr als Freiluftgottesdient am Dorfwiesenhaus gefeiert.

Hier das Programm des Schneeberger Feiertages:

8 Uhr Frühmesse in der Wallfahrtskirche.

9 Uhr Beichtgelegenheit im Pfarrheim

10 Uhr Festgottesdienst mit Festpredigt von Pfarrer Josef Treutlein aus Würzburg, in der Wallfahrtskirche.

14.30 Uhr Festandacht in der Wallfahrtskirche.

19.15 Uhr Abendgottesdienst am Dorfwiesenhaus! (Vereinsstraße 10 Nähe Sportplatz)

Statt der Lichterprozession findet um 20.30 Uhr ebenfalls am Dorfwiesenhaus eine Lichterfeier statt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Abstands- und Hygieneregeln sind zu beachten!

Die Schneeberger Wallfahrt entstand vermutlich im 14. Jahrhundert. Durch den Volksmund erhielt die Legende der „Muttergottes auf dem Holderstock“ verschiedene Varianten. Die Entstehung des Gnadenbildes wird auf die Zeit von 1430 bis 1450 geschätzt. 1445 wurde eine Kirche zu Ehren der „seligen Jungfrau Maria“ geweiht.

Bald zog die Holzplastik der thronenden Madonna viel Wallfahrer an. Dokumentiert ist, dass der Amorbacher Benediktinerabt Johann I. (1466 bis 1484) den Geltungsanspruch der Wallfahrt zu prüfen hatte.

Der Würzburger Bischof Rudolf von Scherenberg (1466 bis 1495) gewährte daraufhin „allen, die zur Kapelle der Jungfrau Maria in Schneeberg wallfahren und den Priestern die daselbst eine Messe lesen, einen 40-tägigen Ablass“. Der erste Wallfahrer, der mainzische Hauptmann Junker Peter, ist aus dem Jahr 1470 namentlich bekannt.

1521 erhielt Schneeberg eine eigene Kapelle für das Gnadenbild. 1862 wurde es mit einem Glasschrein umgeben und 1931 wurde es restauriert, wobei auf die Originalfassung zurückgegriffen wurde. Der Andrang in den vergangenen Jahrhunderten war groß: So wurden im 19. Jahrhundert an großen Wallfahrtstagen 1000 Kommunionen ausgeteilt, bis zu zwölf Hilfspriester waren im Einsatz.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wallfahrt fast eingeschlafen, ehe sie unter Pfarrer Brenneis aufs Neue erblühte. Auch heutzutage ist „Maria Geburt“ ein festlicher Wallfahrtstag, an dem die Arbeit ruht und die meistern Betriebe geschlossen haben. Die Einwohner werden gebeten die Häuser zu beflaggen. tha

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