Walldürn

In der Volksbank Franken Wanderausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ ist bis zum 27. September zu sehen

Einblicke in sehr private Bereiche

Eine Wanderausstellung des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald mit dem Thema „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ ist bis zum 27. September in den Räume der Volksbank zu sehen.

Walldürn. Bei der Vernissage am Donnerstag gab die Leiterin des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald, Sigrun Ruck, eine Einführung in die Ausstellung. Volksbank-Bereichsleiter Helmut Kappes sagte bei der Begrüßung, diese Wanderausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ thematisiere die unterschiedlichen Gründe, warum Selbsthilfe für die einzelnen Betroffenen wichtig sei und was sie damit verbinde. Die Volksbank Franken sehe es als ihre selbstverständliche Verpflichtung an, Ausstellungen in ihren Räumlichkeiten zu präsentieren.

Lebensqualität zurückgewinnen

Bürgermeister Markus Günther sagte, schon ein kurzer Durchgang durch die Fotoausstellung habe ihm gezeigt, dass die auf den verschiedenen Rollups abgelichteten Menschen Einblicke in sehr private Bereiche gewähren würden. Was hier zu sehen sei, zeige dem Betrachter die Selbsthilfe in einem positiven Licht. Selbsthilfe könne jenseits der ärztlichen Therapie sehr wesentlich mit dazu beitragen, dass die Betroffenen wieder Lebensqualität zurückgewinnen.

Die Akteure des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald möchten mit dieser Wanderausstellung andere Menschen an ihrem Leben teilhaben lassen und dadurch den einen oder anderen eventuell auch dazu motivieren, sich einer der vielen unterschiedlichen Gruppen im Neckar-Odenwald-Kreis anzuschließen. Deshalb beglückwünsche er Sigrun Ruck als Leiterin des Selbsthilfenetzwerkes und Organisatorin dieser Ausstellung, dieses Thema aufgegriffen zu haben, um so weitere Menschen zu ermutigen und zu motivieren, sich im Bedarfsfall in einer solchen Selbsthilfegruppe Unterstützung zu holen.

Sigrun Ruck führte aus, dass man, um Hilfe zu kommen, selbst aktiv werden und sich Anlaufstellen, die einem in den momentanen Lebenssituation unterstützen können, suchen muss. Dies bedeute, auch den Mut zu haben, den ersten Schritt zu tun. Deshalb sei es wichtig, Selbsthilfe ein Gesicht zu geben und dadurch Betroffenen Mut zu machen, sich Unterstützung in einer Gruppe zu holen, und des Weiten aufzuklären, was Selbsthilfe leisten könne und wo ihre Grenzen liegen würden. Wichtig sei es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Man habe diese Ausstellung so konzipiert, dass sie auch wirklich das ausstrahle, was Selbsthilfe verkörpere: Hilfe, Annahme, Zukunft und das Versprechen, dass es in schwierigen Zeiten auch möglich sei, den Blick wieder nach vorn richten zu können.

Diese Fotoausstellung gebe Einblicke in sehr private Bereiche von Selbsthilfeakteuren und erkläre, warum Selbsthilfe für diese so wichtig geworden sei. Selbsthilfe könne medizinische Therapien nicht ersetzen, aber hier würden sich Menschen mit einem gemeinsamen Problem oder Anliegen treffen – Betroffene, die durch einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch vielfach Experten in eigener Sache geworden seien.

Diese Selbsthilfegruppen könnten jenseits der ärztlichen Therapie dazu beitragen, dass Betroffene wieder Lebensqualität zurückgewinnen würden. Nicht umsonst werde die Selbsthilfe auch als vierte Säule im Gesundheitswesen benannt – neben der ambulanten und stationären Versorgung sowie dem öffentlichen Gesundheitsdienst.

Im Neckar-Odenwald-Kreis gebe es derzeit über 50 Selbsthilfegruppen zu ganz unterschiedlichen Themen, und sie als Leiterin des Selbsthilfenetzwerks Neckar-Odenwald sei stolz, dass sich unter diesen Selbsthilfegruppen Personen gefunden hätten, die bereit dazu gewesen seien, mit ihr diese Wanderausstellung umzusetzen, denn es würden Mut und Selbstbewusstsein dazugehören, mit seinen eigenen Krankheiten und Defiziten an die Öffentlichkeit zu gehen.

Beeindruckende Fotostrecke

Diese zu sehende beeindruckende schwarz-weiß-Fotostrecke sei in Zusammenarbeit mit dem Mosbacher Mediengestalter Christian Haas von der Feierabendagentur 4U wirk-lich sehr gelungen umgesetzt worden. Auf allen ausgestellten und zu sehenden Rollups seien Menschen zu sehen, die offen und herzlich seien und von denen Kraft und Lebensfreude trotz deren persönlicher Schicksalsschläge ausgehe.

Broschüre gestaltet

Zusätzlich habe man eine Broschüre gestaltet und im Ausstellungsareal ausgelegt, in der jeder der einzelnen Selbsthilfeakteure persönlich zu Wort komme und Einblicke in seine Lebensgeschichte gebe. Einige dieser abgebildeten Personen seien auch an diesem Donnerstagvormittag während dieser Vernissage anwesend und würden sich freuen, mit den Ausstellungsbesuchern persönlich ins Gespräch zu kommen.

Helmut Kappes überreichte Sigrun Ruck als Zeichen des Dankes und der Anerkennung ein Blumenpräsent und erklärte diese Wanderausstellung als eröffnet. Dem offiziellen Teil schloss sich ein Rundgang durch die Wanderausstellung an. ds

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