Walldürn

„Herz statt Hetze“ Film „Kleine Germanen“ am 30. Oktober

Einblick in rechte Pädagogik

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Geschichte kann sich wiederholen: Mit dieser Mahnung endet der Film „Kleine Germanen“, der am Mittwoch, 30. Oktober, ab 19 Uhr im Löwen-Lichtspielhaus in Walldürn zu sehen ist. Die Aufführung kommt auf Initiative von „Herz statt Hetze Neckar-Odenwald-Kreis“ zusammen und wird von der Landesarbeitergemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg gefördert. Ein kleiner Vortrag zum Thema neonazistische Jugendorganisationen – am Beispiel der verbotenen „Wiking Jugend“ – und Neue Rechte leitet in den Abend ein.

Die beiden Regisseure Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh erzählen in ihrem Dokumentarfilm, wie Kinder und Jugendlichen in einem rechten, neonazistischen Umfeld aufwachsen. Der Streifen ist in zwei Teile gegliedert: Zum einen gibt es die Geschichte um die kleine Elsa, die von ihrem Opa rechtes Gedankengut beigebracht bekommt. Es handelt sich dabei um eine wahre Begebenheit, die Betroffene wollte anonym bleiben und wurde daher animiert. So muss sie in ihrer Geschichte unter anderem auf Anweisungen ihres Opas Hitlers „Mein Kampf“ auswendig lernen – als kleines Kind. Als sie größer wird, heiratet sie einen Nazi-Schläger und erzieht die Kinder so, wie es ihr Opa getan hat. Nach der Verhaftung des Ehemanns, der nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis brutaler wird, überlegt sie, auszusteigen.

Breiten Raum nehmen auch die Interviews ein, die mit Aussteigern und Aktivisten der rechten Szene geführt werden. So berichten etwa der rechtsnationale Verleger Götz Kubitschek und die rechtspopulistische Journalistin Ellen Kositza oder die Vorsitzende der NPD-Frauenvereinigung. Experten sprechen über rechte Pädagogik und deren Methoden, hasserfüllte Aufnahmen der Pegida-Demonstrationen runden den Film ab, der circa eineinhalb Stunden dauert. ms

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