Walldürn

Walter Gramlich wird 80 Jahre alt Viele Jahre auf dem Schulsektor, in der Kommunalpolitik, in der Pfarrgemeinde und im Vereinsleben ein Aktivposten

Ein geschätzter und engagierter Bürger der Stadt

Archivartikel

Walldürn.Seinen 80. Geburtstag feiert am heutigen Freitag ein auf dem Schulsektor, in der Kommunalpolitik, in der katholischen Pfarrgemeinde St. Georg und im Vereinsleben über Jahrzehnte hinweg sehr engagierter Walldürner Bürger: Studiendirektor i. R. Walter Gramlich.

Der Jubilar wurde am 30. August 1939 als Ältestes von vier Kindern des Finanzangestellten Josef Gramlich und der Schneidermeisterin Hedwig Gramlich, geborene Haag, in Tauberbischofsheim geboren, besuchte dort von 1945 bis 1950 die Volksschule und von 1950 bis 1959 das Matthias-Grünewald-Gymnasium, wo er auch sein Abitur ablegte.

Von 1959 bis 1965 folgte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg das Studium der Philosophie, Geschichte, Germanistik und katholischen Theologie, 1964/1965 das Erste Staatsexamen, 1966/67 das Referendariat für den höheren Schuldienst am Ausbildungsseminar in Heidelberg und am Lessing-Gymnasium in Mannheim und im März 1967 das Zweite Staatsexamen.

Im April 1967 trat der Jubilar seinen Dienst als Lehrer an der damaligen Handelslehranstalt und heutigen Frankenlandschule Walldürn an, als Studienassessor und Fachlehrer für Geschichte, Gemeinschaftskunde, Deutsch und katholische Religionslehre; 1970 folgte die Beförderung zum Studienrat, 1971 zum Oberstudienrat und 1981 zum Studiendirektor. Zum 31. Juli 2003 wurde Walter Gramlich vom Schulleiter der Frankenlandschule, Oberstudiendirektor Jürgen Schmeiser, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

In den 36 Dienstjahren als Pädagoge an der Frankenlandschule unterrichtete er vorwiegend im Wirtschaftsgymnasium und fungierte jährlich auch als Fachausschussleiter bei der mündlichen Abiturprüfung. Gleichzeitig mit der Ernennung zum Studiendirektor begleitete Gramlich auch das Amt eines Fachberaters für die Fächer Deutsch und Geschichte/Gemeinschaftskunde beim Oberschulamt Karlsruhe. Weiter fungierte der Jubilar viele Jahre als Schulbuch-Gutachter beim Ministerium für Kultus und Unterricht.

Auch auf dem kommunalpolitischen Sektor engagierte sich Gramlich über Jahrzehnte unermüdlich und in beispielhafter Weise als pflichtbewusster Bürger zum Wohle der Stadt Walldürn und der Bevölkerung.

Viele Jahre im Gemeinderat

Von 1971 bis 2009 gehörte er dem Gemeinderat an – zunächst 28 Jahre lang als Mitglied der CDU-Fraktion (1971 bis 1999) und danach als Mitglied der DCB-Fraktion (1999 bis Juli 2009). Sitz und Stimme hatte er auch in verschiedenen Ausschüssen des Stadtrates und in der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes Hardheim-Walldürn.

Von 1976 bis 1984 war er Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, von 1984 bis 1999 und von 2004 bis 2009 übte er das Ehrenamt eines stellvertretenden Bürgermeisters aus. Von 1984 bis 1991 war er Vorsitzender des CDU-Stadtverbands.

Hohe Auszeichnungen

Aufgrund der in den 38 Jahren in beispielhafter ehrenamtlicher Tätigkeit erworbenen Verdienste um das Wohl und Gedeihen des Gemeinwesens und der Mitprägung der Entwicklung der Stadt erhielt Walter Gramlich im Juli 2009 von Bürgermeister Markus Günther den Ehrenring der Stadt Walldürn sowie den Ehrenbecher als höchste Auszeichnung des Städtetages Baden-Württemberg überreicht. Günther sagte bei der Verleihung: „Sie haben sich um Ihre Heimatstadt Walldürn in nahezu 40 Jahren mehr als verdient gemacht. Sie waren in Ihrer Tätigkeit Bürger unter Bürgern, aber dennoch bereit, immer für andere Verantwortung zu übernehmen!“

Sehr eng verbunden fühlt sich der Jubilar seit über viereinhalb Jahrzehnten mit der katholischen Pfarrgemeinde „St. Georg“, der er von 1973 bis zum Jahr 2000 als engagiertes Mitglied des Pfarrgemeinderates angehörte. Von 1973 bis 1985 wirkte er in diesem Gremium als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und bis 1994 als stellvertretender Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Seit 1973 gehörte er im gleichen Zeitraum dem Stiftungsrat der Pfarrgemeinde an, schließlich bekleidete er viele Jahre das Amt des Vorsitzenden des Dekanatsrates Buchen und war Mitglied des Diözesanrates der Erzdiözese Freiburg.

1974 zeichnete Walter Gramlich für die Organisation des historischen Festzuges zur 1200-Jahr-Feier Altheims verantwortlich, 1978 für die Organisation der 250-Jahr-Feier „Walldürner Wallfahrtsbasilika“ und 1994 für die Organisation des Festzuges anlässlich des Stadtjubiläums „1200 Jahre Stadt Walldürn“. 2012 richtete er das Elfenbeinmuseum der Pfarrgemeinde nach dessen Umzug in die neuen Räume im Pfarrhaus neu ein und ist seitdem Leiter und Betreuer des Museums.

Auch im Vereinsgeschehen fühlt sich der Geburtstagsjubilar schon seit vielen Jahren heimisch. So gehört er unter anderem der Arbeiterwohlfahrt, der Siedlergemeinschaft, der Fastnachtsgesellschaft „Fideler Aff“, dem Heimat- und Museumsverein und dem Turnverein 1848 als Mitglied sowie der Fastnachtsgesellschaft „Aaldemer Dunder“ als Ehrenmitglied an.

Seit vielen Jahren ist er stellvertretender Leiter des Walldürner Stadt- und Wallfahrtsmuseums. Weiter war er stellvertretender Vorsitzender der katholischen Sozialstation Hardheim-Walldürn, von 1968 bis 1982 war er organisatorischer Leiter der Volkshochschule Walldürn.

Der Heimatkunde gewidmet

In der wenigen Freizeit widmete sich Gramlich der Heimatkunde. So ist er unter anderem Verfasser von zahlreichen heimatgeschichtlichen Artikeln in den Schriften des Heimat- und Museumsvereins und im Festbuch zur 1200 Jahr-Feier der Stadt Walldürn. Weitere „Steckenpferde“ des Jubilars sind das Sammeln antiker Münzen sowie Studien- und Bildungsreisen in und durch ganz Europa.

Zum 80. Geburtstag schließen sich die Fränkischen Nachrichten den sicher zahlreichen Glückwünschen der Familie (Ehefrau Anne, eine Tochter, drei Söhne und sieben Enkelkinder) und des großen Verwandten- und Bekanntenkreises an und wünschen Walter Gramlich für den weiteren Lebensweg alles Gute. ds

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