Walldürn

Verwaltungsausschuss tagte Verträge für Integrationsmanagement verlängert / Land trägt Großteil der Kosten

Digitale Medien sind bald im Angebot

Archivartikel

Walldürn.Eine neue Benutzungsordnung für die Stadtbibliothek oder die Anpassung der Elternbeiträge für die Kindergärten waren Themen bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses unter der Leitung von Bürgermeister Markus Günther am Mon-tagabend im „Haus der offenen Tür“.

Der Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes, Stadtobervewaltungsrat Helmut Hotzy, erläuterte beim Punkt „Integrationsmanagement“, die Stadt habe gemeinsam mit der Gemeinde Höpfingen einen Vertrag mit dem Caritas-Verband Neckar-Odenwald-Kreis zur Übernahme von Integrationsarbeiten für die in beiden Kommunen lebenden Flüchtlinge geschlossen.

Die Zahl der anerkannten Flüchtlinge lag damals in Walldürn bei 88 Personen und in Höpfingen bei elf Personen. Heute liegt die Zahl der anerkannten Flüchtlinge im gesamten Stadtgebiet Walldürn bei 144.

Vor Ort sind derzeit die beiden Integrationsmanagerinnen Julia Schlegel und Melissa Yilmaz vom Caritas-Verband mit einem Beschäftigungsumfang von zusammen 1,25 Kräften tätig. Das Land Baden-Württemberg hat im Doppelhaushalt 2020/2021 Finanzmittel für eine Verlängerung um weitere 24 Monate eingesetzt. Dementsprechend würden sich die Beschäftigungszeiträume der beiden Integrationsmanagerinnen verlängern. Hierfür sei ein entsprechender Antrag der Stadt erforderlich.

Land trägt Großteil der Kosten

Der Großteil der Integrationskosten wird durch das Land getragen. Die Aufwendungen von Dezember 2017 bis Dezember 2018 für Personalkosten Caritas betrugen insgesamt rund 83 958 Euro, von denen rund 81 676 Euro vom Land übernommen wurden, so dass der Eigenanteil der Stadt etwa 2028 Euro und der Eigenanteil der Gemeinde Höpfingen rund 253 Euro betrug.

Die Aufwendungen für Januar 2019 bis Oktober 2019 für Personalkosten betrugen rund 67 708 Euro (65 676 Euro Land, Eigenanteil Walldürn 1763 und Gemeinde Höpfingen 267 Euro) betrug.

Julia Schlegel und Melissa Yilmaz berichteten anschließend über ihre bisherige Arbeit vor Ort. Nach einer kurzen Diskussionsrunde dankte der Bürgermeister den Integrationsmanagerinnen für deren bisherige geleistete hervorragende Integrationsarbeit.

Die Mitglieder des Ausschusses beschlossen bei einer Enthaltung, den Vertrag um weitere zwei Jahre zu verlängern.

Bei den Punkten „Einführung OPAC und Onleihe“ und „Beratung einer neuen Benutzerordnung für die Stadtbibliothek“ sagte die Leiterin der Stadtbibliothek, Bianca Fürst, mit der Einführung der elektronischen Ausleihe des BibliothekaPlus stehe auch die Einrichtung eines Onlinekataloges an. Dieser ermögliche es jedem Interessenten, selbstständig nach Büchern zu suchen. Im Konto könnten die Benutzer zudem ihre entliehenen und vorgemerkten Medien sowie Fristen und ausstehende Gebühren einsehen.

Auch die Vorbestellung von Medien und die Verlängerung der Ausleihe seien eigenständig möglich. Dies führe zum einen zu einer Entlastung der Mitarbeiter, die einen stärkeren Fokus auf andere Arbeitsgebiete legen könnten. Zu anderen diene die Website dann auch als Schnittstelle für die „Onleihe“.

Der Beitritt zu „Metropol-Card-Bibliotheken Rhein-Neckar“ ermögliche die Erweiterung des bis jetzt rein analogen Angebots der Stadtbibliothek um digitale Medien. In Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sei die Anfrage nach digitalen Medien bei den Mitgliedern des Verbundes stark angestiegen.

Helmut Hotzy sagte, für den Online-Katalog (WebOPAC Classic) würden 1170 Euro benötigt, im Haushalt seien weiter 6941 Euro für den Beitritt zum Metropol-Card-Verbund vorgesehen. Die Gesamtkosten der Erstausstattung im Einstiegsjahr würden sich auf rund 8429 Euro belaufen, und die jährlichen Folgekosten würden dann jeweils 5064 Euro pro Jahr bei gleichbleibendem Medienbudget entsprechen, wovon 1220 Euro unter das Budget für Neuanschaffungen von Medien fallen würden.

Einstimmig beschloss der Verwaltungsausschuss dem Metropol-Card-Verbund beizutreten sowie den Online-Katalog OPAC Classic einzurichten.

Ebenso einstimmig empfahlen die Mitglieder den Erlass der neuen Benutzungsordnung für die Benutzung der Stadtbibliothek.

Schließlich nahm der Verwaltungsausschuss Kenntnis von der von der Verwaltung vorgeschlagenen Anpassung der Elternbeiträge der konfessionellen Träger für das Kindergartenjahr 2020/2021. Stadtrat Sturm schlug vor, zu Gunsten vor allem der Jungen Familien angesichts der Corona- Pandemie mit all ihren negativen finanziellen Folgen für viele Familien für das Kindergartenjahr 2020/2021 von einer Beitragsanpassung bei den Elternbeiträgen abzusehen und dieses auszusetzen.

Anpassung aussetzen

Bürgermeister Markus Günther sicherte in der Sitzung zu, diesen Vorschlag vonseiten der Verwaltung hinsichtlich der sich dadurch dann im Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2020 und auch danach noch folgende Haushaltsjahr 2021 ergebende im Einnahmendefizit zu überprüfen.

Die ganze Angelegenheit soll dann noch einmal im Gemeinderat im Verlauf einer der nächsten Sitzungen besprochen werden. ds

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