Walldürn

Frankenlandschule Walldürn Auftakt der „Faktenchecker“ mit Vorstellung des Projektes / Umgang mit Nachrichten und Medien lernen

„Demokratie nicht selbstverständlich“

„Informiert ist nur, wer sich richtig informiert“: Unter diesem Motto steht das FN-Bildungsprojekt „Die Faktenchecker“, an dem die Frankenlandschule Walldürn wieder teilnimmt.

Walldürn. Zum zweiten Mal beteiligt sich auch die Frankenlandschule Walldürn am FN-Bildungsprojekt „Die Faktenchecker“. Die 55 neuen Teilnehmer bekamen am Mittwoch einen ersten Einblick in den Ablauf. Im vorherigen Schuljahr noch unter dem Namen „Klasse Azubis“ bekannt, wurde das Projekt auch auf allgemeinbildende Schulen ausgeweitet.

Circa 500 Schüler und Auszubildende nehmen teil und stellen sich den monatlichen Quizfragen. Um sich darauf vorzubereiten, erhalten die Jugendlichen ein Jahr lang die digitale Ausgabe der Fränkischen Nachrichten.

„Über Region informieren“

Die Bedeutung des Projektes und des Themas Zeitunglesen betonte Schulleiter Torsten Mestmacher in seiner Rede an die teilnehmenden Schüler: „Wir leben in einer Demokratie, doch diese ist nicht selbstverständlich. Um das zu bemerken, muss man mittlerweile gar nicht mehr so weit weg von Deutschland blicken. Deshalb ist es umso wichtiger, sich daran zu beteiligen und sich zu informieren, was hier passiert: in Deutschland, in der Region, hier in Walldürn. Zum Glück sind die Zeitungen in Deutschland noch frei, das gibt es in anderen Ländern nicht mehr“.

FN-Chefredakteur Dieter Schwab stellte den Klassen das Projekt und dessen Vorteile vor. Und erklärte auch gleich anhand einer Studie, weshalb das Zeitunglesen für die spätere Berufskarriere hilfreich sein kann. Bei einer Befragung von 2500 Führungskräften, darunter 40 Tiefeninterviews, wurde die Kommunikations- und Medienkompetenz als wichtigster Faktor für eine erfolgreiche Führungskraft genannt. „Wir verlangen nicht, dass ihr jeden Tag die Zeitung komplett durchlest. Aber mit einem normalen Leseverhalten – also zehn bis 15 Minuten – erreicht ihr für euch persönlich schon sehr viel“, erklärte er und stellte auch gleich ein Beispiel vor. „Wenn ich als Banker weiß, dass eine Goldmine unter Wasser steht, dann empfehle ich meinen Kunden nicht, Aktien der verantwortlichen Firma zu kaufen.“

Ein Newsletter weist die Schüler auf wichtige Berichte hin, die Themen stammen aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Vermischtes sowie Lokales. Für die Frankenlandschule wird ein Schwerpunkt extra auf Wirtschaftsartikel gelegt. Die Tests können von den Jugendlichen über eine Software bequem am Smartphone durchgeführt werden. Für die Beantwortung der Fragen haben die Schüler je nach Länge und Schwierigkeit mehr oder weniger Zeit. Außerdem erhalten alle Teilnehmer eine andere Reihenfolge der Fragen. Damit soll vor allem Gruppenarbeit vermieden werden. „Grundsätzlich bin ich davon ein Befürworter, aber das Quiz sollt ihr alleine absolvieren“, so Schwab.

Die Tests werden schließlich ausgewertet, die besten und fleißigsten Schüler und Klassen erhalten attraktive Preise. Unterstützt wird das „Faktenchecker“-Projekt wieder von der Volksbank Franken. Zum weiteren „Faktenchecker“-Programm gehören auch eine „Schreibwerkstatt“, bei der Redakteure aus ihrem Alltag berichten, und ein Vortrag der Landeszentrale für politische Bildung über Fake-News, Hatespeech und Internet Stalking.

Wie schon im vorherigen Schuljahr ist Lehrern Andrea Bauer wieder mit einer Klasse vertreten. Für sie ist klar: „Man sollte sich nicht nur über Facebook, Instagram und Twitter informieren, sondern über seriöse Medien. Das regelmäßige Zeitunglesen stärkt das Leseverständnis und die Allgemeinbildung.“ Sie beobachte immer häufiger, dass viel weniger gelesen werde und Schüler Probleme hätten mit längeren Texten. Auch Tamara Spielmann, neue Lehrerin an der Frankenlandschule, findet: „Jugendliche beschäftigen sich heutzutage weniger mit Nachrichten und mit der Zeitung. Sie an diese Themen heranzuführen, ist wichtig“.

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