Walldürn

Krankenhausverband Hardheim-Walldürn Verbandsversammlung tagte in der Erftalhalle in Hardheim

Das Zahlenwerk ist insgesamt „respektabel“

Hardheim/Walldürn.Die Bilanzzahlen des vergangenen Jahres und die Beschlussfassung über ein Millionenprojekt am Geriatriezentrum in Walldürn standen auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung des Krankenhausverbandes Hardheim-Walldürn in der Erftalhalle.

Zur Versammlung begrüßte der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Volker Rohm neben seinem Stellvertreter Bürgermeister Markus Günther auch die Mitglieder der beiden beschließenden Ausschüsse von Hardheim und Walldürn und die Bürgermeister der weiteren Verbandsmitgliedskommunen aus Höpfingen, Külsheim und Königheim begrüßen.

Um die Vorgaben der Corona-Bestimmungen einhalten zu können, fand die Sitzung im großen Saal der Erftalhalle statt. Neben Berichten über die allgemeine Finanzprüfung der Jahre 2013 bis 2017 und über die Prüfung der Bauausgaben der Jahre 2014 bis 2019 standen zwei bedeutende Themen im Mittelpunkt der Agenda der Versammlung: die in Anbetracht der allgemein schwierigen Finanzlage im Gesundheitswesen mit Spannung erwarteten Bilanzzahlen des vergangenen Jahres und die Beschlussfassung über ein Millionenprojekt am Geriatriezentrum in Walldürn – den seit Jahren anvisierten Erweiterungsbau.

Jahresergebnis 2019

Die Ergebnisse des Jahres 2019 waren zunächst in den beiden beschließenden Ausschüssen vorberaten worden. Dementsprechend zügig wurde die von der Verwaltung vorbereitete Bilanz förmlich verabschiedet.

Laut Verbandsvorsitzendem Volker Rohm zwinge der seit Jahren bestehende und weiter zunehmende Kostendruck im Gesundheitswesen auch den Krankenhausverband Hardheim-Walldürn zu permanenten Kostenanpassungen und zur konsequenten Ausnutzung von Synergieeffekten, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Nur so sei es auf Dauer möglich, den Patienten die wohnortnahe, qualitativ hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung anbieten zu können. Erfreulich sei dabei insgesamt, dass die Fallzahlen 2019 trotz Einschränkungen durch die Erweiterungs-Baumaßnahmen gestiegen sind.

Damit könne auch in Zukunft die Qualität der Patientenbehandlungen im Krankenhaus Hardheim auf höchstem Niveau sichergestellt werden und das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden. Dennoch werden auch weiterhin hohe Belastungen auf die Gemeinde zukommen, um die Einrichtung erhalten zu können.

Für das Geriatriezentrum in Walldürn stellte der stellvertretende Verbandsvorsitzende und Bürgermeister von Walldürn Markus Günther die Rahmendaten zum Jahresergebnis 2019 vor. Das seit Jahren gute Gesamtergebnis, das 2018 noch mit einem Gewinn abschloss, konnte im Jahr 2019 nicht gehalten werden, das mit einem leichten Verlust abschließt. Der hierfür verantwortliche Belegungsrückgang sei, so Bürgermeister Günther nicht etwa auf eine sinkende Nachfrage, sondern auf die Zeitdauer bis zur Nachbelegung und zunächst geringere Pflegegrade bei neu aufgenommenen Bewohnern zurückzuführen.

Insgesamt sei der Gesamtverlust im Geriatriezentrum zwar unerfreulich, aber in Anbetracht der insgesamt soliden Finanzlage verkraftbar, so Markus Günther.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung stellten einstimmig die Bilanz 2019 des Krankenhausverbandes Hardheim-Walldürn in der Gewinn- und Verlustrechnung mit Erträgen von rund 14,7 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 14,9 Millionen Euro, also einem daraus resultierenden Jahresfehlbetrag von circa 146 746 Euro fest. Der Verbandsvorsitzende dankte den anwesenden Mitarbeitern der Verwaltung für das solide Wirtschaften und das vorgelegte insgesamt „respektable“ Zahlenwerk.

Auswirkungen von Corona

Auch die Einrichtung Krankenhaus hatte sich den bundesweiten Vorgaben und Verordnungen über Einschränkungen im medizinischen Bereich zu unterwerfen. Mit Blick auf die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern habe sich trotz relativ geringen Behandlungszahlen gezeigt, welch hohe Bedeutung und welche Vorteile eine dezentrale Krankenhausstruktur hätten. „Wir sehen darin eine große Chance, dass auch die politisch Verantwortlichen in Bund und Land erkennen, dass diese bestehenden Strukturen aus rein wirtschaftlichen Erwägungen nicht in Frage gestellt oder gar schleichend zerschlagen werden dürfen“, betonte Verbandsvorsitzender Rohm.

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