Walldürn

Ausschuss für Technik und Umwelt tagte Pläne für den Anbau an den Kindergarten St. Martin vorgestellt

Brandschutz den Auflagen anpassen

Walldürn.Bauanträge und Arbeitsvergaben standen auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt im Walldürner Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Markus Günther im Besprechungsraum des Feuerwehrgerätehauses.

Zunächst ging es um den Bauantrag der Stadt Walldürn zur Brandschutzertüchtigung des ersten und zweiten Fluchtweges am unter Denkmalschutz stehenden Rathaus in der Hauptstraße, damit die aktuellen gesetzlichen Auflagen erfüllt werden können.

Geplant sind in diesem Zusammenhang umfangreiche Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen des gesamten Gebäudes. Nach kurzer Diskussion erteilten die Ausschuss-Mitglieder diesem Antrag das Einvernehmen.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Fachbehörden und unter Einhaltung aller immissionsrechtlichen Vorgaben gab es die Zustimmung der ATU-Mitglieder für die Voranfrage eines Antragstellers zum Betrieb eines Lettershops inklusive Logistik, Fulfillmentservice & Onlineversandhandel in einem bestehenden gewerblichen Gebäude mit eventuellem künftigen Anbau auf einem Grundstück in der Hornbacher Straße. Laut Antrag ist der Betrieb eines Lettershops zum Drucken, Falzen und Kuvertieren vorgesehen. Weiterhin sollen Pakete konfektioniert und Paletten versandfertig gemacht werden. Es ist regulärer Bürobetrieb geplant.

Dauerhafte Genehmigung

Weiterhin erteilte der Ausschuss dem Antrag eines Antragstellers auf Änderung der in der ATU-Sitzung vom 27. Januar 2017 erteilten Baugenehmigung für die Errichtung einer Zelthalle als Lagerhalle für Gießereimodelle auf einem Flurstück in Rippberg auf eine nunmehr dauerhafte Baugenehmigung das gemeindliche Einvernehmen, vorbehaltlich der Zustimmung der Fachbehörden und unter Einhaltung aller immissionsrechtlicher Vorgaben.

Schließlich stimmte der Ausschuss bei einer Gegenstimme der von einem Antragsteller gestellten Nutzungsänderung eines Abstellraumes zum Nagelstudio in einem Restaurant in der Dr.-Heinrich-Köhler-Straße zu.

Die Stadt Walldürn ist Eigentümerin des Kindergartens St. Martin in der Montereau Allee. Durch die steigende Zahl der Kinder und um der Nachfrage an Betreuungsplätzen gerecht zu werden, ist eine Erweiterung des Kindergartens notwendig. Mit Beschluss des Gemeinderates vom September 2019 wurde das Architektenbüro Nico Hofmann aus Eberstadt mit den Planungen beauftragt. Diese Entwurfsplanung wurde von Architekt Hofmann vorgestellt.

Die Kosten des Anbaus belaufen sich auf circa 1,05 Millionen Euro. Die Mittel sind im Haushalt 2020 beantragt. Im hinteren nördlichen Bereich des Kindergartens sei die optimale Möglichkeit für einen solchen Kindergartenanbau gegeben. Die nun vorliegende Planung sehe mit Hinblick auf ökologische, raumklimatische und schallschutzdämpfende Aspekte einen Flachdachanbau in massiver Holzbauweise mit einer Dachbegrünung vor.

Raumfläche verdoppelt

Die Raumfläche werde sich nahezu verdoppeln. Vorgesehen seien zwei neue weitere Gruppenräume, ein Multifunktionsraum, ein kleiner Zwischenbau als Personal- und Besprechungsraum, ein neuer WC- und Sanitärbereich sowie ein verlängerter Flur. Nach dieser Vorstellung und einer rege geführten Diskussion, stimmte der Ausschuss der Planungsvariante 1 einstimmig zu.

Ebenso einstimmig beschlossen wurden die im Zuge der Sanierung der Mauer des Friedhofes in Rippberg erforderlich Metallbauarbeiten an die Firma Metallbau B. Münch aus Limbach als preisgünstigtem Bieter zu deren Angebotspreis von 17 386 Euro. Die Kosten sind für den Haushalt 2020 der Stadt angemeldet.

Den Auftrag für den Austausch der Fenster und Türen in der Grundschule Altheim mit Gesamtkosten in Höhe von rund 39 720 vergab der Ausschuss an die Firma AluTechnik aus Aschaffenburg als preisgünstigster Bieter. Entsprechende Haushaltsmittel sind im Haushalt 2020 gemeldet.

Ebenfalls die Zustimmung der Ausschuss-Mitglieder fand der von der Verwaltung vorgestellte kostengünstige Gestaltungsvorschlag für die Oberfläche des am Ortsausgang gelegenen Kreisel zwischen der B 27 und der Buchener Straße. Im Haushalt 2020 sind hierfür Finanzmittel in Höhe von 15 000 Euro beantragt.

Antrag zurückgestellt

Der von der DCB-Stadtratsfraktion gestellte Antrag zur Errichtung von weiteren Parkplätzen im Bereich des Friedhofes in Walldürn zwischen Kreuzweg und Haupteingang Friedhof wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Markus Günther zurückgestellt, da er und auch die Verwaltung und auch ein Teil des Ausschusses der Ansicht waren, dass diese Angelegenheit erst noch ausführlich bei einem Vor-Ort-Termin des Ausschusses erörtert werden sollte, ehe man eine Entscheidung treffe.

Zum Abschluss informierte Christian Berlin vom Stadtbauamt im Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung über die Eigenkontrollverordnung der Ortskanalisation Altheim. Die Stadt betreibe in Altheim eine Sammelkläranlage mit einer Größe von 2000 Einwohnergleichwerten. Das angeschlossene Kanalnetz hat eine Länge von 17 Kilometer. Die Mischwasserbehandlung erfolgt über ein Regenüberlaufbecken und vier Regenüberläufe.

Der derzeitige Fremdwasseranteil auf der Kläranlage beträgt 91 Prozent. Da der Fremdwasseranteil ein wichtiger Parameter beim Betrieb der Kläranlage und der Regenwasserbehandlungsanlagen ist, sei es notwendig, in den nächsten Jahren diesen Anteil deutlich zu senken. Grundlage hierfür sei unter anderem die beauftragte Fremdwasserstudie aus dem Jahr 2016 sowie der Schlussbericht der Firma uft vom November 2019.

Diese würden eindeutig die Fremdwasserproblematik im Einzugsgebiet der Sammelkläranlage Altheim aufzeigen. Zur Reduzierung des Fremdwasseranteils sei es notwendig, die schadhaften Kanäle zu sanieren und unerwünschte Zuflüsse wie zum Beispiel Quellen abzuklemmen. Für den Haushalt 2020 sowie die Haushaltsplanung 2021 bis 2023 seien jährlich 250 000 Euro für Unterhaltsmaßnahmen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung beantragt. ds

Zum Thema