Walldürn

Karl Butschek gestorben Viele Jahre Ortsvorsteher von Rippberg und Hornbach und Gemeinderat

Bleibende Verdienste erworben

Archivartikel

Rippberg.Karl Butschek ist gestorben. Der langjährige Ortsvorsteher von Rippberg und Hornbach und Gemeinderat wurde 79 Jahre alt. Butschek wurde am 27. Juni 1941 in Hausdorf im Kuhländchen im Sudetenland geboren (heutiges Hugovice in Tschechien) geboren. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Vertreibung 1946 kam er mit seiner Familie zunächst über Seckach nach Waldstetten, bis er 1950 in Rippberg seine neue Heimat fand. Am 8. August 1964 heiratete er seine Frau Inge Butschek, geborene Dell. 1965 bekamen die beiden ihre Tochter Petra, 1968 folgte Sohn Uwe und 1994 schließlich Enkeltochter Nina.

Nach der Schulausbildung in Amorbach begann er am 1. April 1963 eine Lehre zum Former bei der Firma Philipp-Julius Kurz (spätere Eisengießerei Dossmann) in Rippberg. Am 20. März 1975 legte er den Abschluss als Industriemeister mit der Fachrichtung Giessereiwesen bei der Industrie- und Handelskammer in Friedberg/Hessen ab. Der Firma Dossmann blieb er, bis auf einen frühen kurzen, beruflichen Abstecher nach Stuttgart, von der Ausbildung bis zum Renteneintritt am 30. September 2004 stets verbunden.

Innerhalb der Firma arbeitete er in verschiedenen Bereichen der Giesserei in leitender Position. Während seines Berufslebens und auch lange darüber hinaus war ihm die Tätigkeit als Ausbildungsmeister gießereitechnischer Facharbeiter besonders wichtig. Er freute sich auch nach Jahren im Ruhestand darüber, dass ihn ehemalige Auszubildende auf der Straße erkannten und freudig begrüßten. Zusätzlich dazu war er für die Prüfungen der Auszubildenden im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar tätig.

Butschek begleitete zahlreiche Positionen und diverse Ehrenämter im politischen, kulturellen und sozialen Leben der Gemeinde Rippberg-Hornbach. So war er etwa von 1980 bis 2009 Mitglied im Gemeinderat der Stadt Walldürn; von 1987 bis 2009 zusätzlich in der Funktion des Ortsvorstehers der Gemeinde Rippberg-Hornbach. Für seine Tätigkeit wurde er 2001 mit der Ehrennadel des Gemeindetages in Silber und 2009 mit dem Verdienstabzeichen des Städtetages in Gold geehrt. Zu seiner Verabschiedung aus dem Posten des Ortsvorstehers wurde er 2009 mit dem Siegelring der Stadt Walldürn ausgezeichnet.

Als Ortsvorsteher prägte er maßgeblich das Bild von Rippberg, so wie man es heute kennt. Besonders stolz war er während seiner Amtszeit und darüber hinaus auf den Neubau von Bürgerhaus und Sporthalle, die Erweiterung des Friedhofes und die Umwandlung des Sportplatzes vom Aschen- in eine moderne Rasenspielfläche.

1997 feierte Rippberg das Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung vor 800 Jahren. Diese Feiern gestaltete er als Ortsvorsteher ganz wesentlich mit. Auch beim Neubau der Ortsdurchfahrt in Hornbach war er maßgeblich beteiligt. Er hatte Mandate als Aufsichtsrat der Volksbank Franken und der Stadtwerke Walldürn inne.

Ehrenamtlich mit Hingabe engagiert war er im Sportverein Rippberg, wo er als Vorstand und Spielausschussvorsitzender tätig war. Zusätzlich zu den Ämtern war er dort aber auch ganz praktisch tätig, so wirkte er in unzähligen Arbeitsstunden unter anderem bei der Entstehung des Clubheims und dessen Anbau mit. Er fieberte stets mit den Sportlern, insbesondere seinen Fußballern und freute sich über deren sportliche Erfolge bis in die Bezirksliga. Bis zuletzt galt sein Interesse den aktuellen Spielergebnissen. Für sein Engagement mit Herz, Kopf und Handwerk wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft des Vereins ausgezeichnet.

Auch über die Orts- und Stadtgrenzen von Rippberg und Walldürn hinaus war er sozial engagiert. So war er beim Amtsgericht in Buchen und dem Sozialgericht in Mannheim lange Jahre als Schöffe tätig. Beim CDU-Ortsverband Rippberg und der VdK-Ortsgruppe Rippberg übernahm er Verantwortung und hatte den Vorsitz inne.

Karl Butschek war ein „Hundemensch“ Ein wichtiger Teil seines Lebens waren seit jeher Deutsche Schäferhunde und der Hundesport. Erfolge feierte er unter anderem in Schutzhunde- und Fährtenprüfungen und verbrachte viel Zeit mit seinen geliebten Tieren auf Hundeplätzen im angrenzenden Bayern. Selten war er im heimischen Hof ohne seine Hunde anzutreffen; eine Leidenschaft, die er an seine Kinder und seine Enkeltochter weitergegeben hat. Seit deren Wiedergründung 1976 war er Teil der Theatergruppe in Rippberg, bei deren Vorstellungen er stets sein Können zum Besten gab. Zu Fastnachtveranstaltungen im Ort bildete er mit Karl Berberich und Walter Gärtner das humorische Trio der „Bänkelsänger“. Über viele Jahre hinweg waren sie ein fester Bestandteil der Fastnachtskampagne.

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