Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Die Fakten auf eigene Art interpretiert“ (FN, 12. Februar)

„Zum Wohle des Volkes“

Es ist doch immer wieder interessant, wie man mit Zahlen, Fakten und Statistiken jonglieren kann, so dass diese dem eigenen Weltbild entsprechen oder es bestätigen. Dies wird im Artikel „Fakten auf eigene Art interpretiert“ sehr gut verdeutlicht.

Betrachte ich mir die Zahlen der besagten Drucksache zu den Abschiebungen im Main-Tauber-Kreis von 2014 bis 2019 kommt es in lediglich zwei Jahren zu einem Abschiebungserfolg, der etwas über 50 Prozent liegt. In den anderen Jahren liegt die Erfolgsquote zum Teil deutlich unter 50 Prozent. Es ist somit sehr interessant, wie der Redakteur Zahlen so aufsummiert, dass auf einmal ein 76-prozentiges Erfolgsergebnis vorliegt.

Vielleicht muss man in diesem Zusammenhang auch den Begriff „Erfolgreiche Abschiebung“ definieren. Meine Definition von einer erfolgreichen Abschiebung ist die erfolgte Ausreise eines Abzuschiebenden.

Wenn also der Abzuschiebende, aus welchen Gründen auch immer, noch im Kreis verbleibt, ist er laut meiner Definition nicht abgeschoben worden. Im Übrigen sind freiwillige Ausreisen auch keine Abschiebungen. An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass es leider immer wieder Fälle von freiwillig Ausgereisten gibt, die plötzlich wieder in Deutschland auftauchen. Kein Problem bei offenen Grenzen.

Die Rechnung des Redakteurs mit 246 Euro pro Monat pro Asylant bezieht sich lediglich auf die Unterkünfte.

Zu den weiteren nicht benannten Kosten gehören natürlich auch die Lebenshaltungskosten, Taschengeldzahlungen, Gelder für Sprach- und Integrationskurse, für kulturelle und sonstige Bildung oder Kommunikation.

Wer trägt all diese Kosten? Sie werden aus unseren Steuergeldern bezahlt, die dann selbstverständlich an anderer Stelle fehlen.

Laut einem unbekannten Experten seien diese aber in der Regel unterhalb der Leistungshöhe beziehungsweise dem Leistungsumfang anderer existenzsichernder Leistungen.

Will man damit suggerieren, dass dies doch alles Peanuts sind und sich die AfD nicht so anstellen soll? Um es ganz deutlich zu sagen: In einem Land, in dem viele Rentner gezwungen werden, zur Tafel zu gehen oder gar Flaschen zu sammeln, empfinden wir jeden Cent für sich illegal und unrechtmäßig in unserem Land aufhaltende Personen als einen zu viel.

Aus den Anfragen geht auch noch einmal deutlich hervor, dass viele Kosten, die mit der illegalen Migration unmittelbar zusammenhängen, verschleiert werden. Deshalb ist auch eine der Forderungen der AfD die nach Offenlegung der Gesamtkosten der sogenannten „Asylindustrie“.

Abschließend möchte ich aber auf den vielleicht wichtigsten Aspekt hinweisen: Die Sicherheitsfrage. Viele der terroristischen Anschläge und Morde geschahen durch Menschen, die sich illegal im Land aufhielten und schon längst hätten abgeschoben werden müssen. Allein daran kann man erkennen, dass der Staat auf diesem Gebiet in weiten Teilen die Kontrolle verloren hat.

Und der Artikel von Herrn Greulich beweist eindeutig, dass alles nicht nur eine Frage der Interpretation sondern vor allem auch der Sichtweise und der Bewertung ist. Mein persönliches Gelöbnis heißt: Zum Wohle des deutschen Volkes zu handeln.