Tauberbischofsheim

Nabu Tauberbischofsheim Bäume am Teich bei Impfingen mitsamt Wurzeln entfernt

Zum Schutz der Amphibien

Die Nabu-Gruppe Tauberbischofsheim hat zum Schutz der Amphibien an ihrem Teich im Gewann Fronbrunnen alle Bäume mit Wurzeln entfernt.

Tauberbischofsheim. „Diese Maßnahme musste durchgeführt werden, sonst hätten sich die Amphibien nicht mehr lange halten können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Nabu-Gruppe Tauberbischofsheim.

Einst hätten alle Flüsse häufig ihr Bett gewechselt. Heute dürften das in Deutschland nur noch einige Alpenflüsse. Dabei blieben kleine Rohbodengewässer zurück, ohne Bewuchs und oft auch ohne Fische. „Diese Gewässer waren ursprünglich der Lebensraum der Amphibien. Sie brauchen nämlich volle Besonnung wegen der noch niedrigen Temperaturen zur Laichzeit im März.“

Auch „mäandrierende“ Tieflandflüsse, zu denen die Tauber auch gehört habe, hätten am Gleithang solche Gewässer im Pionierstadium zurückgelassen.

„Mit der Zeit wachsen die Gewässer zu, das Laub lässt sie verlanden und die Bäume pumpen das Wasser heraus, denn Bäume können nur mittels Verdunstung die Nährstoffe aus den Wurzeln in die Krone transportieren, auch wenn sie gar nicht so viel Wasser bräuchten.

In diesem Stadium sind die Gewässer für Amphibien nicht mehr zu gebrauchen.“

Mittlerweile hätten sich auch Fischpopulationen etabliert – „und diese fressen auch noch die Kaulquappen. Die Amphibien ziehen in mittlerweile bei der Verlagerung des Flussbetts neu entstandene Gewässer um“.

Seit es keine natürlichen Flussläufe mehr gebe, überdauerten Amphibien nur noch in künstlichen Gewässern, zum Beispiel in den Berieselungsbecken, in Viehtränken oder Naturschutzteichen. „Vor dieser Zeit waren Amphibien ein wichtiger Bestandteil im Nahrungsnetz.

Für viele Arten, zum Beispiel für Störche, waren sie die Hauptnahrung. Leider wachsen auch die künstlichen Gewässer genauso zu wie einst die natürlichen. Daher wurde es höchste Zeit den Nabu-Teich wieder in den Ursprungszustand zurückzuversetzen“, so der Nabu.

Seit Jahren sei der Teich schon vor der Metamorphose der Kaulquappen ausgetrocknet – wegen des Dursts der riesigen Pappeln. Es seien keine kleinen Frösche mehr an Land gegangen.

„Zum Glück können Amphibien recht alt werden, die meisten Arten über 20 Jahre. Daher besteht Grund zur Hoffnung, dass immer noch genügend adulte Amphibien zum Krötenzaun an der Hochhäuser Straße wandern, so dass es in Zukunft wieder Nachwuchs geben wird. Jetzt, da die Bedingungen wieder optimal sind.“ VB