Tauberbischofsheim

Tourismus Branche hat mit Folgen des Coronavirus zu kämpfen / Baden-württembergischer Minister wirbt für Urlaub im Landkreis

Wolf hält Wort: Ein Besuch im Taubertal

Welche Juwelen sich im Taubertal verstecken, davon wollte sich Tourismusminister Guido Wolf bei einer Tour selbst ein Bild machen. Mit einer Kampagne wirbt er für einen Urlaub im „Ländle“.

Main-Tauber-Kreis. „Hallöle mit’nander!“, ruft der Minister von seinem E-Bike, als er und sein Tross in die Markelsheimer Bachgasse einbiegen. Guido Wolf (CDU) hat Wort gehalten. Im SWR-Politikmagazin „Zur Sache!“ begegnete der baden-württembergische Tourismusminister der Markelsheimerin Conny Lehr – per Liveschalte. Die Winzerin lud Wolf kurzerhand in den Main-Tauber-Kreis und auf ihren Jakobshof ein. Nun tourte er gemeinsam mit dem baden-württembergischen CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Reinhart auf dem Fahrrad durch das Taubertal – von Weikersheim bis Freudenberg. Bei hochsommerlichen Temperaturen war das, nebenbei bemerkt, ein sportliches Unterfangen.

„Sie haben Ihr Ziel erreicht“

Der Besuch, so erklärt Guido Wolf, finde im Rahmen der Kampagne „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ statt. „Wir sind unterwegs, um für Urlaub in der Heimat zu werben“, so Wolfgang Reinhart. Die Kampagne läuft unter der Federführung der Tourismus Marketing Baden-Württemberg (TMBW). Mit „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ soll unter anderem die durch das Coronavirus angeschlagene Tourismusbranche unterstützt werden.

Noch die schönen Impressionen vom Weikersheimer Schloss und Schlossgarten im Kopf, kehrt Minister Wolf also in den Jakobshof ein. „Im ersten Moment habe ich es Ihnen nicht abgenommen“, gibt eine sichtlich glückliche Conny Lehr mit Blick auf die SWR-Sendung zu. Die Winzerin packt die Gelegenheit beim Schopf und stellt ein tolles Programm für den Minister auf die Beine. Mit dem „gelben (Plan-)Wagen“ geht es den Roggenberg hinauf. Conny Lehr spielt das Akkordeon. Es geht vorbei an den bewohnbaren Weinfässern am Waldesrand und einem Weinlehrpfad hoch zu einem Vesper mit Blick über das Taubertal. „Das war Erholung pur“, sagt der Minister später.

Kurstadt auf Platz 35

Oberbürgermeister Udo Glatthaar zeigte dem Minister anschließend im Kurpark die touristische Bedeutung und das Potenzial von Bad Mergentheim auf. Dazu passte eine aktuelle Studie der Zeitschrift „Kommunal“, die die Stadt auf Platz 35 der Tourismushochburgen in Deutschland führt. Untermauert werde die große Anziehungskraft Bad Mergentheims von der Tatsache, dass die Kurstadt – vor der Coronakrise – insgesamt sechs Rekordjahre in Folge verzeichnete, was die Ankunftszahlen anbelangt.

Besonderes Augenmerk legt Udo Glatthaar auf das gute Zusammenspiel der drei starken Partner Stadt, Kurverwaltung und Staatliche Schlösser und Gärten. „Zusammen mit engagierten Gastgebern und vielfältig aufgestellten Freizeiteinrichtungen setzen wir unter der gemeinsamen Dachmarke ‚Lebensfreude‘ ein ansprechendes und erlebnisreiches Angebot für Gesundheits- und Erholungsurlaub.“

Um die ehrgeizigen Entwicklungsziele im Tourismus mit der Steigerung der jährlichen Übernachtungen von zuletzt einer Dreiviertelmillion auf eine Million zu erreichen, sei der ländliche Raum im Norden des Bundeslands aber auch auf Rückenwind und Marketing-Unterstützung seitens der Landesregierung angewiesen, erklärte Glatthaar. Er erläuterte den aktuellen Prozess der Stadtentwicklung. In diesen seien die Bewohner der Kernstadt, der Teilorte, aber bewusst auch die Gäste einbezogen. „Besonders nachhaltige Impulse für die Bekanntheit und weitere touristische Aufwertung von Bad Mergentheim erhoffen wir uns natürlich von einem Zuschlag für die Landesgartenschau.“

Läden haben zu kämpfen

Von der Kurstadt geht es mit dem Fahrrad weiter in die Kreisstadt. In Tauberbischofsheim angekommen, wartet auf die sportlichen Politiker ein kleiner Empfang, eine Lounge unter den Arkarden des Rathauses. Bürgermeisterin Anette Schmidt spricht die aktuelle Lage in der Kreisstadt an: „Die Innenstadtläden haben zu kämpfen.“ Auch deswegen baue Tauberbischofsheim den Tourismuszweig aus. Dieser komme nicht nur Läden und Besuchern zugute, sondern auch der eigenen Bevölkerung. Den Aspekt Ökoregion wolle sie dabei in den Vordergrund stellen. Er sei die Stärke des Landkreises und treffe den Nerv vieler Touristen.

Der Erste Landesbeamte Christoph Schauder wirft einen Blick auf die aktuelle Corona-Entwicklung. Er spricht die steigenden Infektionszahlen an, die zum Großteil auf eine Infektionsquelle zurückzuführen seien. Und er thematisiert die Arbeit des Landratsamts verbunden mit einem Dank an seine Mitarbeiter.

Auch wenn die Reise noch nicht ganz beendet ist – im Anschluss geht es noch weiter nach Kloster Bronnbach und nach Freudenberg – ziehen Guido Wolf und Wolfgang Reinhart eine erste Bilanz. „Eine Reise durch das Taubertal ist auch immer eine Reise durch die Geschichte“, meint der CDU-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf den Besuch der keltischen Hinterlassenschaften und den Spaziergang durch den Rokoko-Garten des Weikersheimer Schlosses.

Und der Tourismusminister: „Das Taubertal ist noch schöner, als ich es in Erinnerung hatte.“ Es sei ein verstecktes Juwel „in dem ein Fleckle schöner ist als das andere“. Ob der Minister dennoch Impulse hat, wie man den Landkreis touristisch aufwerten könnte, will der FN-Reporter wissen? „Es ist ja schon Vieles im Gange“, antwortet Wolf. Das habe er sich vor allem auf der Reise über das Radwegenetz, das er als ein „hohes Markenzeichen“ des Taubertals bezeichnete, gedacht.

Was ihm denn am besten auf seinem Tagesausflug gefallen hat? „Keine leichte Frage, bei der Fülle an Eindrücken“, so Wolf. Es gebe so Vieles, das ihm in guter Erinnerung bleiben werde. Aber der Ausflug in die Markelsheimer Weinberge sei „schon Erholung pur“ gewesen. „Der Tag war auf jeden Fall ein wunderschöner Einstieg in die Sommerpause.“