Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Post am Marktplatz vor der Schließung“ (FN, 20. März)

„Wirtschaftliche Interessen vorgeschoben“

Postdienstleistungen am Marktplatz werden eingestellt, obwohl die Nachfrage nach Postdienstleistungen ungebrochen groß ist“, so ist es im Artikel der Fränkischen Nachrichten zu lesen. Die angedachte Auslagerung in einen DHL-Paketshop erfüllt nicht das ganze Post - Dienstleistungsangebot.

Wirtschaftliche Erwägungen werden vorgeschoben in Bezug auf die Postbankfiliale, unter deren Flagge die freundlichen Postmitarbeiter tagtäglich ihren wertvollen Dienst in der Kreisstadt vollbringen.

Mal die Postbankgeschäfte außer Acht gelassen, schätzen doch alle Bevölkerungsschichten die persönliche Beratung und die Hinweise bei der Erledigung der Postdienstleistungen. Wer von den Entscheidungsträgern im „Adlerhorst“ (Pressestelle Süd der Deutschen Post DHL Group in Stuttgart) denkt bei den immer noch notwendigen vielseitigen Postdienstleistungen für Geschäfts- und Privatleute unter anderem an die zunehmende ältere Kundschaft der Post?

Das Problem mit den Filialschließungen bei der Post lässt sich ebenso auf die Bahn übertragen. Wie viele Zugtickets könnten mehr verkauft werden bei persönlicher und umfassender Beratung an einem besetzten Schalter vor Ort.

Klar sind Menschen teurer, aber viel besser als ein Automat. Versuchen Sie mal bei Sonneneinstrahlung oder bei Dunkelheit an einem Automaten der Bahn ein Ticket zu lösen.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob die mittlerweile unverschämt ins Extreme getriebenen Altersversorgungs - Rückstellungen von mehr als 20 Millionen Euro (Handelsblatt ) und die jährliche Vergütung in 2018 von 8,19 Millionen Euro ( FN vom 26. März) für den Post-Vorstandsvorsitzenden Frank Appel – er ist Nummer sieben der Top Ten Dax-Vorstandsvorsitzenden – nicht auch zumindest teilweise zu Filialschließungen wie aktuell in Tauberbischofsheim beitragen.

Es geht dem Schreiber dieser Zeilen überhaupt nicht um das Schüren irgendeiner Art von Neiddiskussion, aber die folgende Frage sei erlaubt: Warum werden – dann bei immer mehr Leistungsabbau und Fremdvergabe von Postdienstleistungen – nicht auch die Bezüge des Kapitäns der Post beschnitten?

Alle Verantwortlichen – Bürgermeister, Landratund so weiter – müssen doch Interesse daran haben und ihren Einfluss wirksam einsetzen, dass die Post in der Kreisstadt mit einem durch Postpersonal besetzten echten Postschalter der Deutschen Post erhalten bleibt.