Tauberbischofsheim

Aktion „Lions für Afrika“ Clubs im Main-Tauber-Kreis sammeln am Samstag, 12. Oktober, Hilfsgüter für den afrikanischen Staat Benin

„Wichtige Hilfe für notleidende Menschen“

Main-Tauber-Kreis.Kranke Kinder, die in einem afrikanischen Krankenhaus auf dem Boden liegen: Insbesondere dieses Foto in einem Vortrag des Arztes Dr. Fabrice Ruffino hat die Mitglieder des Lions Clubs in Bad Mergentheim tief berührt und zu einer groß angelegten Spendenaktion im Main-Tauber-Kreis bewogen.

Dr. Ruffino stammt aus dem Benin, einem sehr armen kleinen Land in Westafrika. Seit 1989 lebt er in Deutschland, rund elf Jahre arbeitete er im Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim.

In seiner Freizeit engagiert er sich bis heute ehrenamtlich für sein Heimatland. Dabei entstand die Zusammenarbeit mit den Lions Clubs Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim sowie der Nachwuchsorganisation Leos. Wir sprachen mit Dr. Ruffino und Andreas Kreissl über das gemeinsame Hilfsprojekt.

„Benin liegt zwischen Togo und Nigeria mit kleinem Zugang zum Atlantik. Es leben dort etwa zehn Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Analphabeten und fast ebenso viele arbeitslos. Die medizinische Versorgung ist nur in den drei größten Städten akzeptabel, so dass höchstens 30 Prozent der Bevölkerung davon profitieren. Hinzu kommt, dass Unruhen in Nigeria immer wieder hunderttausende Flüchtlinge in den Benin treiben und die Armut so weiter vergrößern“, schildert Dr. Ruffino die Situation vor Ort.

Indem er über das Land und seine Herausforderungen spreche, versuche er den Menschen in seinem Heimatland zu helfen. „Benin ist nicht sehr bekannt und in den Medien so gut wie nicht präsent. Dadurch bekommt es wenig Hilfe. Deshalb halte ich Vorträge, sammle Sachspenden und kümmere mich dann auch persönlich darum, dass sie wirklich dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.“

Zusammen mit dem Caritas-Krankenhaus habe er beispielsweise ausgediente Krankenbetten nach Benin gebracht, damit Kinder dort nicht mehr auf dem Boden liegen mussten.

Solches Leid sehe er regelmäßig, wenn er während seiner Urlaube Menschen mit schweren Erkrankungen behandle oder operiere.

Die Lions Clubs Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Wertheim und der Leo-Club Main-Tauber haben sich zusammengetan, um Dr. Ruffino und dem Benin zu helfen: „Getreu dem Motto ,We serve‘ hat es sich die Organisation der Lions Clubs generell zur Aufgabe gemacht, Menschen in Not zu helfen. Die Initialzündung für Benin war ein eindrucksvoller Vortrag von Dr. Ruffino beim Lions Club Bad Mergentheim. Danach war uns sofort klar, dass wir hier aktiv werden wollen. Doch um einen großen Übersee-Container mit Hilfsgütern zu füllen, braucht es auch die Unterstützung aus der Bevölkerung. Um möglichst viele Menschen zu erreichen und große Strahlkraft zu entfalten, haben wir uns mit den anderen Lions Clubs vernetzt“, erläutert Andreas Kreissl, Präsident des Lions Club Bad Mergentheim, die Entstehungsgeschichte der Initiative „Lions für Afrika“.

Der größte Mangel bestehe an medizinischen Geräten. Hier sei man auf Krankenhäuser oder Praxen angewiesen, die bereit sind, sich von älteren Modellen zu trennen. „Wir freuen uns aber auch über Verbandsmaterial, Pflaster oder ganze Verbandskasten, sofern sie nicht länger als zwei Jahre abgelaufen sind“, so Dr. Fabrice Ruffino. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Bereich Bildung. „Wir wollen Kinder motivieren, zur Schule zu gehen. Dazu haben wir bereits vor den Sommerferien sehr erfolgreich eine Schulranzen-Sammelaktion gestartet. Wir haben schon fast 100 Schulranzen bekommen. Das dürfen aber ruhig noch mehr werden“, betont Andreas Kreissl.

Auch Stifte, Blöcke oder Hefte würden benötigt. Da die Schulwege in Benin deutlich länger seien als in Deutschland, seien beispielsweise auch Fahrräder hilfreich. Des Weiteren brauche es verschiedene Gegenstände des alltäglichen Lebens wie Töpfe, Kleidung, Werkzeug oder Küchengeräte. Wichtig sei, dass die Dinge in einem guten und funktionstüchtigen Zustand sind.

Wie Dr. Ruffino und Andreas Kreissl betonen, wird es zwei große Sammelaktionen an verschiedenen Orten im Main-Tauber-Kreis geben. Die erste findet am Samstag, 12. Oktober, statt. Eine weitere folgt im Mai 2020.

Die Abgabestellen in Weikersheim, Bad Mergentheim, Königshofen, Gerlachsheim, Tauberbischofsheim und Wertheim sind am 12. Oktober von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Wer sperrige Gegenstände abzugeben hat, kann sich auch jetzt schon mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen und einen Abholungstermin vereinbaren.

Natürlich könne man die Aktion auch mit Geldspenden untersstützen. Alleine der Transport des Containers in den Benin koste mehrere tausend Euro. „Da ist uns wirklich jeder einzelne Euro sehr willkommen“, so die Initiatoren.

Info: Weitere Informationen zur Aktion gibt es unter www.lions-fuer-afrika.de im Internet. Dort findet man auch eine Auflistung der benötigten Hilfsgüter sowie alle wichtigen Adressen und Kontaktdaten.