Tauberbischofsheim

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Heiko Völkl aus Tauberbischofsheim ist für den „Motivationspreis 2020“ nominiert

Vorbildlicher Lauf zurück ins Leben

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Heiko Völkl kämpft sich nach einem Schlaganfall laufend zurück ins Leben, ist so Vorbild für andere Betroffene. Er ist für den „Motivationspreis“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nominiert.

Er war im Lauf-Fieber. Ein Marathon – längst keine wirkliche Herausforderung mehr. Heiko Völkl trainierte gerade dafür, 80 Kilometer den Brocken heraufzulaufen. Bis seine Beine ihn eines Morgens nicht einmal mehr zur eigenen Wohnungstür brachten. Auf Knien öffnete er die Tür für den Notarzt. Diagnose: Schlaganfall. Noch auf der Intensiv-Station war eine der ersten Fragen: „Wann kann ich wieder trainieren?“

Was er da noch nicht ahnte: Er würde noch sehr viel trainieren müssen, um überhaupt den Gang über den Flur der Rehaklinik zu schaffen. Er fiel in ein tiefes Loch. „Ich hatte Angst und Ohnmachtsgefühle. Trotzdem gelang es mir, mich aufs Weitergehen zu konzentrieren. Genau wie früher wollte ich meine Ziellinie nicht aus den Augen verlieren. Und das Ziel hieß: Mich zurück in mein bisheriges LäuferLeben kämpfen. Auch, wenn dies der längste Lauf meines Lebens werden sollte“, sagt er heute, drei Jahre nach dem Schlaganfall.

Aufgeben ist für ihn keine Option. Inzwischen schafft der 44-Jährige wieder mehr als 20 Kilometer. Bei den Ultraläufen stand er zuletzt am Wegesrand und feuerte seine Freunde an, bald will er wieder selbst an den Start gehen. Außerdem sammelt er bei Lauf-Aktionen Spenden für wohltätige Zwecke.

Mit seiner Willenskraft ist der Tauberbischofsheimer ein Vorbild für andere Erkrankte. Deswegen hat ihn seine Lauf-Freundin Uschi Hübner für den „Motivationspreis 2020“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vorgeschlagen. „Ich habe Heiko als einen Menschen erlebt, der niemals aufgibt. Er ist ein Kämpfer, Mutmacher, Motivator und ein herzensguter Mensch, der immer für seine Freunde da ist“, schreibt Uschi Hübner in der Nominierung.

Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung den Motivationspreis an Menschen, die sich für Schlaganfall-Betroffene einsetzen oder Motivatoren für Betroffene sind. Ob er zu den Preisträgern gehören wird, muss die fünfköpfige Jury noch entscheiden.

Heiko Völkl hat eine klare Botschaft: „Hin und wieder sollten wir uns bewusst machen, wie dankbar wir sein dürfen – dafür, dass wir morgens aus eigener Kraft aufstehen, uns auf das Fahrrad schwingen oder die Laufschuhe anziehen, mit unseren Liebsten zusammensitzen können. Reicht das nicht aus, um zufrieden zu sein? Brauchen wir mehr? Die neue persönliche Bestzeit, den fetteren Wettkampf, noch mehr Anerkennung? Das sollte jeder für sich entscheiden. Meine Prioritäten haben sich inzwischen verschoben.“