Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Gesteigertes Angebot, mehr Komfort“ (FN, 19. Dezember)

„Völlig unnötige Behinderung der Einsatzkräfte“

Sehr geehrte Damen und Herren der Kreisverwaltung, liebe „Vertreter von Verkehrsunternehmen, Verkehrsgesellschaft und Verkehrsverbund“, ich dachte bis Dienstagmorgen, dass gerade Sie als mit Verkehr betraute Dienstleister die Regelungen der Straßenverkehrsordnung kennen und achten.

Dann habe ich die Zeitung aufgeschlagen und drei völlig verkehrswidrig parkende Busse vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Tauberbischofsheim am Wörtplatz gesehen.

Ich kann und will nicht verstehen, warum Sie für ein symbolisches Foto keinen geeigneteren Platz gefunden haben, als den Vorplatz der Fahrzeughalle. Hier müssen – je nachdem, welches Fahrzeug der Feuerwehr ausrücken muss – drei Busse umgesetzt werden. Dies ist eine völlig unnötige Behinderung der Einsatzkräfte, welche schon durch die Wahl einer anderen Örtlichkeit verhindert worden wäre. Ich würde hierzu zum Beispiel die Haltestelle am Bahnhof Tauberbischofsheim empfehlen, an der eine Aufstellung der Busse genau wie auf dem Bild standardmäßig erfolgt.

Denn Sie parken hier nicht nur widerrechtlich (entsprechende Schilder finden sich an den Toren der Fahrzeughalle), sie leisten durch die geplante Veröffentlichung des Beitrags auch eine nicht ganz unerhebliche Beihilfe zur Bagatellisierung dieses Vergehens. Immer wieder müssen ehrenamtliche Feuerwehrleute oder Streifenbesatzungen der Polizei Fahrer „verscheuchen“, die den Vorplatz zum Parken nutzen. Von der Mutter, die ihre Kinder aus dem Schulzentrum am Wört abholen will, über die gerne in Abendstunden parkenden Poser, bis hin zu telefonierenden Lkw-Fahrern, die die Adresse des Kunden nicht finden und so auch mal gerne 20 Minuten lang die Ausfahrt für Rettungsfahrzeuge behindern.

Polizei und Feuerwehr führen, wenn nun selbst die Kreisverwaltung hier keinen Fehler erkennt, einen Kampf gegen Windmühlen. Unabhängig von Strafen (der Bußgeldkatalog sieht beispielsweise für das Parken in einer Feuerwehrzufahrt zehn Euro Strafe vor) geht es hier um ein generelles Umdenken im Sinne von: „Auch ich könnte einmal die Hilfe benötigen und will nicht wegen Behinderung der Einsatzkräfte länger warten.“

Egal ob Gewalt gegen Polizisten, Mitarbeiter des Rettungsdienstes und Feuerwehrkräfte, Behinderung durch Falschparker und Schaulustige oder mutwillige falsche Alarme – man bemerkt einen schwindenden Respekt vor den Einsatzkräften, der in Politik und Verwaltung stets mit mahnendem Zeigefinger wieder eingefordert wird. Ich hoffe, Sie lassen diesem Negativbeispiel nun etliche positive folgen und sei es nur ein „Ja, wir haben den Fehler eingesehen.“