Tauberbischofsheim

Fechtclub Via Video trainierten deutsche und französische Jugendliche gemeinsam

Virtuelles Fechttraining mit Vitry

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Fahrten nach Frankreich sind auf das Nötigste beschränkt, gemeinsame Veranstaltungen angesichts der Corona-Pandemie quasi unmöglich. Wie können noch Freundschaften auf beiden Seiten des Rheins überleben?

„Wo ein Wille ist, gibt es einen Weg“, so eine Lebensweisheit. Als Trainer Raphael Bonetti seinen Nachwuchs zu einem virtuellen Training aufrief, schaltete sich die in Tauberbischofsheim wohnende Vitryanerin Patricia Steinam ein: „Könnte sich nicht der deutsche Fechtnachwuchs beteiligen?“

Die Idee fand sofort Zuspruch in Vitry. Es blieb nur noch, die deutsche Seite zu überzeugen. Trainer und Familien reagierten positiv und ein erstes deutsch-französisches Training in einer virtuellen Fechthalle wurde angesetzt. Per Videokonferenz verfolgten dann die jungen Sportler die Anweisungen des Trainers und führten sie aus. Eine Simultan-Übersetzung wurde für die jeweils andere Seite benötigt, die von der Initiatorin des Austauschs sichergestellt wurde. Ungewöhnlich war es auch für alle, die die Übungen vor dem Bildschirm vortrugen. Auch dazu gehörte extreme Disziplin.

„Es ist schön wieder schwitzen zu dürfen“, erklärte eine zwölfjährige Fechterin im Anschluss. Am Ende des Trainings gab es auch für die Familien die Gelegenheit, ein paar Worte mit seiner Austauschfamilie im Nachbarland zu wechseln.

Aus einer spontanen Idee entwickelten sich mittlerweile sechs Trainingseinheiten, die zweimal in der Woche stattfinden. Sie stellen eine Alternative zu den Sportverboten in Vereinen dar und sorgen für Begeisterungbei den Kindern. Auch spontane Kreativität wurde gefordert, als plötzlich Trainer Bonetti für die nächste Trainingseinheit eine Zielpuppe verlangte. Seine Création namens „Rodolphe“ sorgte für große Begeisterung. Diese Form des Trainings wird auch in Zukunft fortgesetzt, solange Präsenzbegegnungen nicht erlaubt sind. Somit wird zumindest ein Baustein gelegt, dass die Nachwuchsfechter von Vitry und Tauberbischofsheim den Kontakt zu ihrem Pendant in Frankreich nicht verlieren. Schwierige Zeiten fordern eben kreatives Denken und neue Wege des Austauschs. ps