Tauberbischofsheim

Katastrophenschutz Eigentlich sollte es am Donnerstag um 11 Uhr laut werden, die bundesweite Probewarnung lief jedoch nicht wie geplant / Verspätete Auslösung

Viele Sirenen und Apps blieben am Warntag stumm

Tauberbischofsheim.Der erste bundesweite Warntag von Bund, Ländern und Kommunen fand am Donnerstag statt. Pünktlich um 11 Uhr sollten in ganz Deutschland die Warn-Apps auf Smartphones piepsen, die Sirenen auf Dächern heulen und Rundfunkanstalten ihre Sendungen unterbrechen. Doch anders als erwartet blieben Sirenen (sofern noch vorhanden) und Warnapps im ganzen Bundesgebiet vielerorts stumm. In Tauberbischofsheim oder Wertheim etwa wartete man meist vergeblich auf akustische Signale.

Gemäß Ankündigung der Behörden sollten bei der Premiere des Warntags alle Nutzer der Notfall-Informations-und-Nachrichten-App, kurz Warn-App Nina, um 11 Uhr eine Probe-Warnung erhalten, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veranlasste – gefolgt von einer Entwarnung um 11.20 Uhr. Darüber hinaus sei punktuell damit zu rechnen, dass in einzelnen Städten und Gemeinden auch Sirenentöne ausgelöst würden.

„Die bundesweite Probewarnung über das Modulare Warnsystem MoWaS konnte beispielsweise in der Warn-App Nina leider nur verspätet zugestellt werden. Grund dafür war eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über das von Bund, Ländern und Kommunen genutzte Modulare Warnsystem MoWaS, die die bundesweite Auslösung über die Warnzentrale unterbrach“, teilte der Pressesprecher des Landratsamts in Tauberbischofsheim, Markus Moll, den Fränkischen Nachrichten auf Nachfrage mit.

Erfahrung gesammelt

„Mit dem Warntag soll das Thema Bevölkerungswarnung den Menschen näher gebracht werden. Zugleich dient der Warntag der Erprobung der technischen Warnsysteme und der vorhandenen Schnittstellen. Er liefert wichtige Erkenntnisse für den Ausbau von MoWaS und die notwendige weitere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen in Bund und Ländern. Die heutigen Erfahrungen werden bei der weiteren Entwicklung von MoWaS berücksichtigt“, hieß es in der Stellungnahme des Landratsamts weiter.

In den Städten und Gemeinden sei teilweise bei den Sirenen nur noch der Feueralarm verfügbar, nicht aber der spezielle Warnton zum Bevölkerungsschutz.

„Daher wurde offenbar vielfach auf das Auslösen der Sirenen verzichtet. Möglicherweise war dieser Warntag auch ein Anlass, den Warnton zum Bevölkerungsschutz künftig wieder bereitzuhalten“, so Markus Moll.

Mit anderen Worten heiße das: „Deshalb üben wir. Schon deswegen hat sich der bundesweite Warntag gelohnt. Wir sind zuversichtlich, dass bei der nächsten Durchführung im nächsten Jahr viele der Erkenntnisse des heutigen Tages bereits umgesetzt sind und ein besseres Ergebnis erzielt werden kann.“

Der bundesweite Warntag wurde nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz eingeführt und findet demnach ab sofort jährlich am zweiten Donnerstag im September statt.

Das Bund-Länder-Projekt soll die Bevölkerung für das Thema Warnung sensibilisieren und auf die verfügbaren Warnmittel aufmerksam machen. Zudem dient der Tag laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz (BBK) dazu, die vorhandenen Warnverfahren zu testen.

Info: Weitere Informationen sind unter www.bundesweiter-warntag.de im Internet verfügbar.