Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Tierschutz durchsetzen“ (FN, 19. Februar)

„Verrohung der Gesellschaft ging voraus“

Die Bundestierärztekammer schätzt, dass 500 000 Schlachttiere jedes Jahr in Deutschland geschächtet werden. Das heißt, bei vollem Bewusstsein wird die Kehle aufgeschnitten, ohne Betäubung. Ein minutenlanger Todeskampf des Tieres beginnt – bis es schließlich ausgeblutet ist. Im Namen der Religion bei Juden und Muslimen in Deutschland zugelassen, entgegen unserer Tierschutzgesetze.

Kindestötungen im Mutterleib sind bis zum dritten Schwangerschaftsmonat straffrei, ohne Betäubung des fast voll ausgebildeten Ungeborenen, mit Armen und Beinen, mit Fingern und Zehen. Abgesaugt wird mit zehnfacher Staubsaugerleistung, grausam zerstückelt – aber zugelassen. Zirka 100 000 Abtreibungen werden in Deutschland pro Jahr gemeldet, bei hoher Dunkelziffer. Insgesamt gab es seit 1974 über acht Millionen Abtreibungen.

Gegen das Schreddern von Eintagsküken wird Sturm gelaufen. Das können Tierschützer nicht hinnehmen. Wir leben in einer schizophrenen Gesellschaft, die Schächten und Abtreiben zulässt, aber sich entrüstet über das grobe Umgehen beim Schlachten von Tieren in den Schlachthöfen.

Ein Mensch, der weiß, dass hinter dem Geschöpf ein Schöpfer steht, vor dem er sich einmal verantworten muss, wird kein Tier quälen und auch kein werdendes Menschenleben aus sozialer Notlage heraus abtreiben. Eine Gesellschaft, die zulässt, was nicht zulässig ist, hat keine Zukunft. Ein Volk, das sich von dem christlichen Sittengesetz verabschiedet hat, muss sehen wie es mit den selbstgemachten, immer größer werdenden Problemen und Widersprüchen zurechtkommt.

Der Verrohung in den Schlachthöfen geht schon lange eine Verrohung der Gesellschaft und eine Verlotterung der Sitten voraus. Beispiele gibt es täglich genug in den Medien.

Tierschutz durchsetzen. Bitte aber ohne Ausnahmen. Und den stummen Schrei der abgetriebenen Kinder nicht überhören. Letzteres zuerst.