Tauberbischofsheim

„Zukunft Karriere Digital“ Ausbilderkatalog wird am 24. Oktober online freigeschaltet / Betriebe aus der Region äußern sich

Unternehmen legen ihre Profile an

Rund 50 Ausbildungsbetriebe aus der Region haben sich für „Zukunft Karriere Digital“ angemeldet. Am Samstag, 24. Oktober, werden ihre Profile online freigeschaltet.

Odenwald-Tauber.In knapp einem Monat findet die virtuelle Ausbildungsmesse „Zukunft Karriere Digital“ statt: Rund 50 Ausbildungsbetriebe aus der Region gehen am 6. November an den Start. Von der Industrie über den Einzelhandel bis hin zum Gesundheitswesen sind verschiedenste Branchen vertreten.

Eine Woche nach dem Anmeldeschluss sind die Betriebe damit beschäftigt, ihre Profile zu erstellen und mit allen Informationen zu füttern, die angehende Azubis über ihren möglichen zukünftigen Ausbildungsplatz wissen müssen. Am Samstag, 24. Oktober, werden die Profile auf der Plattform „Talentefinder“ freigeschaltet. Zudem veröffentlichen die Fränkischen Nachrichten einen Ausbilderkatalog.

Im Vorfeld hat sich die Redaktion mit einigen der angemeldeten Ausbildungsbetriebe unterhalten. Unter anderem zu den Fragen: Wie hat Corona sich auf die Ausbildung bei ihnen ausgewirkt? Hat die Pandemie es schwieriger gemacht, Azubis zu finden? Und welche Chancen sehen sie in der virtuellen Messe?

„Hervorragende Perspektiven“

42 junge Menschen beginnen in diesem Jahr ihre Ausbildung im Caritas-Krankenhaus und dem Caritas-Bildungszentrum in Bad Mergentheim – in der Pflege, aber auch in vielen anderen Bereichen. Ob sich die Pandemie negativ auf die Ausbildung ausgewirkt habe? „Im Gegenteil“, betont Pressesprecherin Ute Emig-Lange. „Die Gesundheitsberufe haben hervorragende Perspektiven.“ In der Praxis sei die Belastung wohl etwas gestiegen, räumt sie ein. Dabei seien die Azubis aber nicht an vorderster Front eingesetzt worden und hätten viel Wissen mitgenommen: „Sie haben so viel über Hygiene gelernt wie kaum ein Kurs vorher.“ Da die Pandemie die Suche nach Nachwuchs erschwert habe, begrüßt Emig-Lange die digitale Messe: „Junge Menschen sind heute online unterwegs, das wollen wir nutzen.“

Versuch, neue Wege zu gehen

Pink Thermosysteme beschäftigt am Standort in Wertheim aktuell elf Auszubildende und Studenten. Das Familienunternehmen hätte sich normalerweise beim Berufsinformationstag präsentiert – doch der fiel der Pandemie zum Opfer. „Die virtuelle Messe ist ein Versuch, neue Wege zu gehen“, findet Sprecherin Yvonne Fries. Nicht erst seit der Krise sei es für Firmen schwieriger, Azubis zu finden: „In den letzten Jahren schon gibt es eigentlich mehr Ausbildungsangebote als Bewerber, was dazu führt, dass der Bewerber oft die Wahl zwischen mehreren Ausbildungsverträgen hat.“

Ob es auf dem digitalen Weg schwieriger sei, an Nachwuchs zu kommen, als auf dem herkömmlichen, darüber will Fries erst im Nachhinein ein Urteil fällen.

Vorteile vermitteln

Während viele andere Branchen mit den Folgen der Pandemie kämpfen, hat sie bei einigen Baumärkten für einen positiven Trend gesorgt: „Wir haben in der Pandemie einen Zulauf erfahren, da viele Kunden zu Hause geblieben sind und es sich gemütlich gemacht haben“, berichtet Frank Krause, Leiter des Obi-Markts in Tauberbischofsheim. „Wir stellen mehr Auszubildende ein.“ Derzeit beschäftigt der Markt vier Azubis. Diese Stellen zu besetzten sei schwieriger geworden, berichtet Krause. Ein Grund mehr, an „Zukunft Karriere Digital“ teilzunehmen: „Wir denken, dass dies die Zukunft ist, um mit jungen Menschen unkompliziert in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Wir möchten die Vorteile einer Ausbildung im Einzelhandel vermitteln.“

Langfristige Planung

60 Auszubildende und Studenten will die Firma Wittenstein SE im Jahr 2021 an Bord holen – daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert. „Unser Einstellungsverhalten beruht auf einer langfristigen Bedarfsplanung an Fachkräften“, berichtet Bernhard Teuffel, der bei dem Igersheimer Unternehmen für die Ausbildung zuständig ist.

Bisher halte sich die Zahl der Bewerber eher in Grenzen, wofür Teuffel vor allem die mit der Krise verbundene allgemeine Unsicherheit verantwortlich macht. Seit vielen Jahren sei Wittenstein bei „Zukunft Karriere“ im Tauberbischofsheimer Fechtzentrum dabei: „So ist unsere Teilnahme auch dieses Jahr eine Selbstverständlichkeit. Wir hoffen auf viele Interessenten.“

Interaktives Konzept

Die Auswirkungen der Pandemie auf die 60 Auszubildenden des Konzerns „Procter & Gamble“ am Standort Walldürn habe sich auf die Abstands- und Hygieneregeln beschränkt, berichtet Sprecherin Sandra Schaller. Inhaltlich habe es keine Einschränkungen gegeben, auch weil das Werk nicht von Kurzarbeit betroffen war. „Wir möchten alle Möglichkeiten nutzen, um den Schülern zu zeigen, dass eine Ausbildung der richtige Weg in das Berufsleben darstellt“, blickt Schaller der virtuellen Messe entgegen. Vor allem das interaktive Konzept der gegenseitigen „Likes“ habe das Unternehmen angesprochen: „Wir freuen uns bereits darauf, die digitale Rekrutierung weiter auszubauen.“

Virtuelle Gespräche mit Bewerbern

„Natürlich ist es durch Ausbildungsmessen und Schulbesuche einfacher, mit Schülern in Kontakt zu kommen“, räumt Clara Wolpert, Sprecherin von Strabag Rail, ein. Durch die Pandemie hätten sich für das Unternehmen, das in Lauda-Königshofen aktuell elf Azubis und duale Studenten beschäftigt, vor allem die Kommunikationswege verändert: „Wir hatten schon erste Vorstellungsgespräche über Microsoft Teams“, berichtet Wolpert.

Zwar hoffe sie, dass in Zukunft wieder vor Ort Veranstaltungen möglich sein werden, „durch die digitalen Kanäle tun sich aber auch ganz neue Möglichkeiten auf“, findet Clara Wolpert und fügt an: „Wir sind schon sehr gespannt darauf, wie der Tag der digitalen Messe ablaufen wird.“

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