Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt“ (FN, 22. Oktober)

„Und täglich grüßt das Murmeltier“

Mit der täglichen immer wieder gleichen Leier – „alle Neuinfizierten befinden sich in häuslicher Isolation, ihre Kontakte werden ermittelt. Für die Kontaktpersonen wird ebenfalls häusliche Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst“ – sperrt man entsprechend dem Artikel über 100 Kinder einfach mal weg.

Bei der mündlichen Anordnung bittet man wegen Unklarheiten zu prüfen, ob nicht K2 statt K1 vorliegt. Man erhält keine Rückmeldung, lediglich den allgemeinen Hinweis, dass in ein oder zwei Tagen ein schriftlicher Bescheid nachgereicht wird. Ein Testtermin wurde auch nicht konkretisiert. Leider geht bis Samstag kein Bescheid ein. Telefonisch wird mitgeteilt, dass wegen der Vielzahl der Quarantänen die Bescheide erst Samstag zur Post gegangen sind.

Als Mittwoch darauf immer noch kein Bescheid da ist, wird man stutzig: Im Telefonat mit der Verwal-tungsleiterin erfahre ich, dass die Kinder, die am 22. Oktober in Quarantäne versetzt wurden, mit einem negativen Testergebnis diese umgehend beenden können. Dazu musste ich seltsamerweise nachweisen, dass das Testergebnis meiner Tochter negativ ist, obwohl doch die Testzentren als auch die Ärzte dies automatisch an das Gesundheitsamt melden.

Wieso macht man sich angesichts der immensen Arbeitsbelastung noch mehr Arbeit dadurch, dass jeder – vermutlich Hunderte – sein Testergebnis einreichen muss? So senkt man weder Arbeitsbelastung noch geht man effektiv im Kampf gegen die Ausbreitung vor.

Weiterhin bleibt festzuhalten, dass man dann auch noch über einen Mitarbeiter angelogen wird, der sich persönlich noch einmal bei der Verwaltungsleiterin rückversicherte und mir den oben beschriebenen Versand der Bescheide bestätigte.

Auf Nachfrage, warum man dies erst auf Nachhaken beziehungsweise eigenen Anruf erfährt und nicht entsprechend wie bei der mündlichen Anordnung auch telefonisch über die Beendigung informiert wird, wird wieder die hohe Arbeitsbelastung vorgeschoben. Dazu hätte an diesem Donnerstag auf der Seite des Landratsamts beziehungsweise in der Zeitung statt des genannten Satzes einfach mal folgender, mal positiver Einzeiler vermeldet werden können: „Alle von der Schule XY negativ Getestetem dürfen ihre Quarantäne beenden“.

Weder auf die Nachfrage, seit wann diese Regelung gilt, noch auf die Frage, welche Gründe zu einer Neubewertung geführt haben, erhält man eine Auskunft. Darüber wäre, denke ich, fast jeder dankbar und eventuell beruhigt. Auch dies könnte man in der Zeitung veröffentlichen.

Sollte jemand noch in Quarantäne sein, aber bereits ein negatives Testergebnis vorliegen haben: ich empfehle dringend ebenfalls beim Gesundheitsamt anzurufen und den Test einzureichen.

Um mich nicht falsch zu verstehen: die Quarantäne und ihre Einhaltung ist wichtig. Es ist aber fast noch wichtiger, allen Bürgern zu ermöglichen, diese bei negativem Attest zu verlassen, sonst sitzt bald die halbe Bevölkerung in Quarantäne. Spieler von Bayern München kommen trotz eines im Nachhinein positiv Getesteten gar nicht erst in Quarantäne. Natürlich soll man sich dann nicht in ein Gewimmel stürzen, aber Spaziergänge oder Fahrradtouren in der freien Natur, bei denen man erfahrungsgemäß sowieso kaum jemand begegnet, werden dann zumindest möglich. Grundsätzlich sollte darüber nachgedacht werden, ob auch im Rahmen der Quarantäne der alleinige Aufenthalt in der freien Natur künftig auch bei K1 zulässig ist.