Tauberbischofsheim

Gesundheit Zu viel UV-Strahlung steigert Hautkrebsrisiko nachhaltig / Immer mehr hitzebedingte Behandlungen in Krankenhäusern

Tücken der Sonnenanbetung beleuchtet

Sonne tanken ist im Sommer für viele ein Muss. Dabei sollte man jedoch nicht die möglichen Gefahren von Hitze und UV-Strahlung vergessen.

Main-Tauber-Kreis. Nachdem die Corona-Einschränkungen allmählich gelockert werden, freuen sich viele auf Aktivitäten im Freien, Badespaß und Sonnenbäder. Doch Hitze und UV-Strahlung bergen erhebliche Gefahren, wenn man keine Vorsorge trifft.

2018 waren im Main-Tauber-Kreis 106 AOK-Versicherte wegen Erkrankungen, die sich auf Sonneneinwirkung oder hohe Temperaturen zurückführen lassen, beim Arzt oder im Krankenhaus. Von 2014 bis 2018 stiegen die Behandlungszahlen im Landkreis jährlich im Durchschnitt um 28,2 Prozent.

Jahreszeit wird immer heißer

Der Klimawandel sorgt für immer heißere Sommer und deutlich erhöhte Strahlenbelastungen. Das Statistische Landesamt schätzt die Zahl der Todesfälle aufgrund hoher Temperaturen für das Jahr 2019 in Baden-Württemberg auf rund 1700. Damit waren 6,3 Prozent der Sterbefälle in den Sommermonaten Juni, Juli und August des vergangenen Jahres durch Hitze mitverursacht. Im Land waren 2018 insgesamt 4924 AOK-Versicherte wegen Hitzeschäden in Behandlung. Im Fünf-Jahres-Zeitraum stiegen die Werte hier jährlich um 23,7 Prozent. Die höchsten Fallzahlen finden sich bei den 20- bis 30-Jährigen – wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen – da hier offensichtlich die geringste Vorsorge getroffen wird. Die Dunkelziffer der Erkrankungen dürfte erheblich höher sein, da oft auf Arztbesuche verzichtet wird.

„Erste Hinweise auf einen Hitze-Notfall können Kreislaufprobleme, ein plötzlicher Kollaps aber auch Muskelkrämpfe, besonders in den Beinen, sein,“ erklärt Hautärztin Dr. Gudula Kirtschig und fügt an: „Hier helfen gekühlte, elektrolythaltige Getränke wie Apfelschorle. Gleichzeitig sollte man für zusätzliche Kühlung durch kalte Umschläge und Zufächeln von Luft sorgen.“

Vor direkter Einstrahlung schützen

Längere, direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf könne zu einem Sonnenstich führen. „Typische Beschwerden sind hier Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schwindel und Übelkeit“, so die AOK-Ärztin. Als erste Maßnahme sollten Betroffenen aus der Sonne geholt und an einen kühlen Ort gebracht werden.

Der Oberkörper sollte höher gelagert und der Kopf mit einem nassen Tuch gekühlt werden. Wichtig sei die wiederholte Kontrolle von Bewusstsein und Atmung. Gleichzeitig sollten die Patienten viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

Bei einem akuten Hitzschlag in Verbindung mit körperlicher Belastung kann es schnell zu einer Bewusstlosigkeit kommen. Ein Hitzschlag könne sich auch schleichend entwickeln. Im Verlauf mehrerer Tage können Schwäche, Übelkeit, Durchfall oder Desorientierung auftreten. Wenn sich der Zustand eines Hitzeopfers durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht bessern, sollte der Rettungsdienst gerufen werden, damit keine Lebensgefahr entsteht.

Die meisten Sommerkrankheiten würden sich durch entsprechende Vorsorge verhindern lassen, so die Expertin. Dr. Kirtschig: „Bei Hitze ist es wichtig, die tägliche Trinkmenge von rund 1,5 bis zwei Liter, um mindestens einen Liter zu erhöhen. Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Nierenerkrankungen sollten mit ihrem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen.“

Vorsicht ist insbesondere auch bei direkter Sonneneinstrahlung geboten. Im Freien sollte man einen Sonnenhut tragen und auf freie Hautflächen Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor auftragen. Dabei ist genau zu beachten, wie lange diese wirkt. Wichtig sei auch Kleidung, die für UV-Strahlung wenig durchlässig ist. Mit ungeschützter Haut holt man sich schnell einen schmerzhaften Sonnenbrand und steigert die Gefahr für Hautkrebs nachhaltig. aok