Tauberbischofsheim

Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber Thomas Maertens bleibt zunächst Vorsitzender bis März und stellte fest:

„Trinkwasser von noch nie erreichter Qualität“

Thomas Maertens bleibt bis März Vorsitzender des Zweckverbands Wasserversorgung Mittlere Tauber. Die Trinkwasserwerte sind vorbildlich, auch wenn vereinzelt Chlorgeruch festgestellt wird.

Main-Tauber-Kreis. Zwar dürfte es ein wenig schneller gehen, aber es läuft rund und die Arbeiten liegen im Plan. Die Vertreter der Mitgliedskommunen sowie des Zweckverbands Wasserversorgung Grünbachgruppe zeigten sich mit der Entwicklung des Zweckverbands Wasserversorgung Mittlere Tauber bei der Verbandsversammlung im Laudaer Rathaussaal durchweg zufrieden. Einziger Wermutstropfen sind Beschwerden über Chlorgeruch und -geschmack im Trinkwasser.

Sowohl in der Geschäftsstelle des Zweckverbands als auch in Rathäusern bei Mitgliedskommunen und Gemeinderäten sind Beschwerden von Bürgern aufgeploppt, dass das Trinkwasser nach dem Anschluss an das zentrale Wasserwerk in Dittigheim nach Chlor rieche oder sogar schmecke. Vor allem aus Grünsfeld und Tauberbischofsheim habe es Kritik gegeben.

Alle Werte sind top

„Wir sind gesetzlich verpflichtet, nach der Aufbereitung des Wassers in Dittigheim eine Transportchlorung vorzunehmen“, führte Geschäftsführer Klaus Seidenspinner aus. „Dieser liegt laut Trinkwasserverordnung bei 0,1 Milligramm je Liter.“ Aber, ergänzte Verbandsvorsitzender Thomas Maertens, man habe mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufgenommen, damit man den Wert noch senken könne. „Wir müssen dann zwar mehr Probeentnahmen machen, aber daran sollte es nicht scheitern“, meinte der Bürgermeister Lauda-Könighofens.

Sowohl Thomas Maertens als auch Klaus Seidenspinner bezeichneten es als kurios, dass es von Hauseigentümern Beschwerden gebe, deren Nachbarn überhaupt keine Beanstandungen hätten. „Wir können somit eigentlich weder die Leitungen noch die Aufbereitung als Ursache benennen“, so Seidenspinner. Die sensorische Wahrnehmung sei von Mensch zu Mensch verschieden.

Seidenspinner und Maertens räumten ein, dass beim Öffnen des Wasserhahns vereinzelt ein chlorartiger Geruch wahrgenommen werden könne. Sie empfahlen den Hausbesitzern immer kräftig zu spülen. Dies könne schon eine Besserung bringen. Dennoch gehe man jedem Anruf nach und schaue sich die Lage vor Ort an. Klaus Seidenspinner führte noch an, dass vielleicht der Chlorgeruch unmittelbar nach Anschluss ans Verbandsnetz stärker sein könne, aber im Lauf der Zeit verschwinde. Auf Nachfrage teilte Geschäftsführer Klaus Seidenspinner mit, dass sich etwa zehn bis 20 Bürger bei der Geschäftsstelle beschwert hätten. Joachim Markert, Bürgermeister von Grünsfeld, ergänzte, dass es auf dem Rathaus in Grünsfeld in etwa die gleiche Zahl gewesen sei und auch der Tauberbischofsheimer Stadtrat Gernot Seitz sprach von zehn bis elf Tauberbischofsheimern. Seitz ergänzte, dass er von der Hälfte die Rückmeldung bekommen habe, dass mittlerweile alles in Ordnung sei. Letztendlich sei die Zahl der Beschwerden im Verhältnis zu den Haushalten gering.

„Wir haben ein Trinkwasser von bislang noch nicht erreichter Qualität“, stellte Vorsitzender Thomas Maertens fest. „Von allen von der Trinkwasserverordnung vorgegeben Grenzwerten liegen wir weit entfernt.“ Selbst der Nitratgehalt von 30 Milligramm je Liter sei gut. „Wir können somit alle besorgten Bürger beruhigen, eine gesundheitliche Gefährdung besteht in keinster Weise und das Trinkwasser kann als Lebensmittel vollumfänglich genutzt werden“, so der Vorsitzende. Sämtliche Trinkwasserwerte können auf der Homepage der WVMT (www.wvmt.de) eingesehen werden.

Wahlen

Bei den turnusgemäß anstehenden Neuwahlen wurden Vorsitzender Thomas Maertens als Vorsitzender sowie Anette Schmidt und Joachim Markert als dessen Stellvertreter in ihren Ämtern bestätigt. Lauda-Königshofens Bürgermeister wird dieses Amt aber nur bis März nächsten Jahres ausüben, da er nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters der Eisenbahnerstadt kandidieren wird. Deshalb werden dann im nächsten Frühjahr erneut Wahlen anstehen.

Keinerlei Einwände gab es gegen die Jahresrechnung 2018, die einstimmig gebilligt wurde. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 21,574 Millionen Euro. Davon entfallen auf der Aktivseite 16,535 Millionen auf das Anlagevermögen, 5,005 Millionen auf das Umlaufvermögen sowie 25 750 Euro auf die Rechnungsabgrenzungsposten.

Auf der Passivseite stehen 16,531 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, fünf Millionen Euro an empfangenen Ertragszuschüssen sowie 21 000 Euro Eigenkapital und 11 335 Euro Rückstellungen. Das Wirtschaftsjahr 2018 schließt mit einem Überschuss von 143 324 Euro, der im Jahr 2019 an die Verbandsmitglieder erstattet wird.

Der Stand der Dinge

Der Anschluss der Grünbachgruppe ist zum 1. Juni erfolgt. „Die genehmigten, förderfähigen Baukosten wurden um 61 000 Euro unterschritten“, stellte Geschäftsführer Klaus Seidenspinner fest. Man liege damit unter den veranschlagten Kosten.

Beim Roh- und Reinwasserverbund ist Lauda Nord seit 1.Juli in Betrieb. Derzeit wird die Brunnensanierung in diesem Bauabschnitt durchgeführt.

Die Bauarbeiten für den Anschluss Lauda „Süd“ laufen seit August 2019. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Die Kosten für den Anschluss Königshofen wurden Ende September zur Förderung beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht.

Hier sind im nächsten Jahr rund 350 Meter Leitungen mit der Querung der Bundesstraße von Lauda Süd nach Marbach sowie mit rund zwei Kilometern nach Königshofen zu verlegen.

Der Anschluss Dittigheims und Distelhausens erfolgte am Januar, der Anschluss Dittwar ist seit 1. März in Betrieb. Mit den Arbeiten für den Roh- und Wasserverbund Richtung Impfingen ab Schacht 7 bis zur Kläranlage Tauberbischofsheim soll im März nächsten Jahres begonnen werden.