Tauberbischofsheim

Corona-Pandemie Bundesweit weitgehend einheitliche Regelungen zur Einreise / Verkürzung des Quarantäne-Zeitraums von 14 auf zehn Tage

Test frühestens am fünften Tag nach der Einreise

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die neue Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne gilt in Baden-Württemberg ab Sonntag, 8. November. Sie basiert auf einer von Bund und Ländern erarbeiteten Musterverordnung, die ein möglichst einheitliches Vorgehen gewährleistet. Eine wesentliche Änderung betrifft die Verkürzung des Quarantänezeitraums von 14 auf zehn Tage.

Hiermit wird laut Sozialministerium den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung getragen, dass COVID-19-typische Symptome im Durchschnitt fünf Tage, jedoch spätestens zehn Tage nach einer Infektion auftreten. Eine sofortige Befreiung von der Quarantänepflicht mit Vorlage eines negativen Testergebnisses bei Einreise wird jedoch nicht mehr generell möglich sein. Jedoch kann die Quarantänedauer weiterhin durch Vorlage eines negativen Testergebnisses verkürzt werden. Neu ist, dass der Test frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden darf.

Infektionsherden vorbeugen

Durch die neue Verordnung soll während der sehr dynamischen und ernstzunehmenden Infektionslage das Risiko minimiert werden, durch Einreisen nach Baden-Württemberg neue Infektionsherde ins Land zu tragen. Erster Landesbeamter Christoph Schauder appelliert an die Bürgerinnen und Bürger des Main-Tauber-Kreises, den Infektionsschutz weiterhin sehr ernst zu nehmen, also auch Reisen freiwillig auf ein absolut notwendiges Maß zu begrenzen: „Nicht alles, was erlaubt ist, ist derzeit auch gesellschaftspolitisch klug. Die Eindämmung der Pandemie kann nur gelingen, wenn alle entschieden daran mitwirken. Diese Gemeinschaftsleistung ist wichtiger als alle behördlichen Verordnungen.“

Die neue Verordnung berücksichtigt auch verschiedene Ausnahmen von der Quarantänepflicht. Die bereits geschaffenen Erleichterungen für Grenzpendler und Grenzgänger, die täglich bzw. wöchentlich zur Berufsausübung, zum Studium oder zur Ausbildung in oder aus einem Risikogebiet reisen, bleiben bestehen. Grenzpendler und Grenzgänger sind von der Quarantänepflicht damit weitestgehend ausgenommen. Wie bisher sind Einreisen ohne Quarantänepflicht nach Baden-Württemberg aus Grenzregionen für weniger als 24 Stunden allen Personen möglich, die in der Grenzregion ihren Wohnsitz haben.

Rückkehr aus Risikogebiet

Wer aus Baden-Württemberg in ein Risikogebiet in der Grenzregion reist, kann dies ohne anschließende Absonderungspflicht und ohne besonderen Grund ebenfalls für weniger als 24 Stunden tun. Unabhängig davon sind mögliche einschränkende Regelungen zum Aufenthalt im Ausland zu beachten, beispielsweise aktuell die Ausgangssperre in Frankreich.

Neu eingeführt ist die Ausnahmeregelung zur Quarantänepflicht nach Aufenthalten in einem Risikogebiet oder bei Einreisen nach Baden-Württemberg von jeweils bis zu 72 Stunden, wenn in dieser Zeit unter anderem Verwandte ersten Grades besucht werden, es der Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens dient oder eine dringende medizinische Behandlung notwendig ist.

Weiter sind bestimmte Einreisende von der Absonderungsverpflichtung ausgenommen, wenn sie einen Negativtest vorlegen können. Hiervon profitieren beispielsweise Ärzte und Pflegekräfte, Richter und Anwälte, Parlaments- und Regierungsmitarbeiter, Polizeivollzugsbeamte, aber auch Athleten, die an einem sportlichen Wettkampf teilnehmen.

Mit Vorlage eines Negativtests sind auch Personen von der Quarantänepflicht befreit, die sich für bis zu fünf Tage zwingend notwendig und unaufschiebbar unter anderem beruflich veranlasst in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder in das Land Baden-Württemberg einreisen. Von der Quarantänepflicht sind unter Beachtung zusätzlicher Vorschriften auch die Saisonarbeiter ausgenommen, sofern sie ihre Arbeit für mindestens drei Wochen in Baden-Württemberg aufnehmen.

Erfolgt die Einreise aus einem Risikogebiet, so muss auf Verlangen der Ausnahmetatbestand von der Quarantänepflicht glaubhaft versichert werden. Für bestimmte Ausnahmen sind Bescheinigungen vorgesehen, die auch das zwingende Erfordernis der Einreise bestätigen müssen.