Tauberbischofsheim

Nach Corona-Pause Teilstationäre psychiatrische Versorgung des Krankenhauses Tauberbischofsheim bei 50-prozentiger Auslastung

Tageskliniken nehmen Betrieb wieder auf

Archivartikel

Tauberbischofsheim/Bad Mergentheim.Die Tageskliniken für die teilstationäre Behandlung psychisch Erkrankter in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim haben ihren Betrieb eingeschränkt wieder aufgenommen. Der Corona-Lockdown hat auch vor ihnen nicht Halt gemacht: Die Psychiatrischen Tagesklinken des Krankenhauses Tauberbischofsheim an den Standorten Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim sowie die Psychosomatische Tagesklinik am Krankenhaus Tauberbischofsheim mussten während der Corona-Hochphase die teilstationäre Behandlung psychisch Erkrankter komplett einstellen. Jetzt läuft die Versorgung wieder – allerdings mit beschränkter Kapazität, einem angepassten Angebot und speziellen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen.

Halt geben, den Alltag strukturieren, den Weg zurück in den Beruf bahnen – dies bieten die Psychiatrische und die Psychosomatische Tagesklinik am Krankenhaus Tauberbischofsheim sowie die Psychiatrische Tagesklinik am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim. Der Bedarf des teilstationären Therapiekonzepts für psychisch kranke Menschen ist groß. Umso größer ist die Erleichterung bei allen Beteiligten, dass die Versorgung der Patienten nach einer mehr als dreimonatigen Pause am 1. Juli wieder starten konnte.

Um die Wiederaufnahme der Versorgung zu ermöglichen wurde vieles neu geplant, umgestellt und neu strukturiert. Denn die Patienten gehen – anders als bei einer vollstationären Behandlung – abends wieder nach Hause. Tagsüber werden sie von 8 bis 16.30 Uhr von einem interdisziplinären Therapeutenteam behandelt. Dieses Konzept erfordert täglich eine neue Prüfung des Corona-Risikos.

„Die Patientinnen und Patienten füllen beim Betreten des Krankenhauses Tauberbischofsheim beziehungsweise unserer Räumlichkeiten am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim eine Selbstauskunft aus, in der wir Kontaktpersonen und Gesundheitszustand abfragen. Auch die Temperatur wird gemessen. Zudem wird bei jeder Erstaufnahme ein Corona-Abstrich gemacht. So können wir das Risiko eines Weitertragens des Virus einschränken“, erklärt Pfleger Konstantin Burkard. Auch die Kapazitäten wurden gemäß der erforderlichen Abstandsregelungen angepasst und um 50 Prozent reduziert.

Gezielt Hilfe anbieten

„In den psychiatrischen Tageskliniken behandeln wir momentan 14 statt 28 Patienten – in unserer psychosomatischen Tagesklinik nur drei Patienten. Wir haben eine komplett neue Sitzordnung für Therapien festgelegt. Gruppenaktivitäten finden möglichst draußen statt. So können wir das Behandlungskonzept, das sich in den letzten Jahren gut bewährt hat, dennoch fortführen und damit zum Beispiel Patienten mit Depressionen, Psychosen oder Suchterkrankungen, für die eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, die aber einer vollstationären Behandlung nicht bedürfen, gezielt wieder Hilfe anbieten“, erläutert Dr. Mathias Jähnel, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Krankenhaus Tauberbischofsheim.

Der Bedarf für diese Form der Betreuung sei groß und die Wartelisten lang. Daher hoffe man, dass man im August wieder im Regelbetrieb bei voller Auslastung weitermachen könne. ghtf