Tauberbischofsheim

Generalversammlung Gesangverein blickte auf turbulentes Jahr zurück und führte Neuwahlen durch / Keinen Kassenwart gefunden

Suche nach neuem Dirigenten ist Hauptaufgabe

Archivartikel

Distelhausen.Mit der Generalversammlung wollte der Gesangverein Distelhausen ein Jahr abschließen, das ganz anders als geplant verlief.

Nach der Begrüßung durch Anton Hammerich gedachten die Anwesenden in einer Schweigeminute gedachten den verstorbenen Vereinsmitgliedern und der im Oktober letzten Jahres verstorbenen Präsidentin des Sängerbundes Badisch-Franken, Waltraud Herold.

Der Geschäftsbericht rief nochmals das vergangene Jahr in Erinnerung. Der Chor gestaltete musikalisch den Patroziniumsgottesdienst und nahm am geistlichen Gruppensingen in Hochhausen teil. Im Sommer richtete der Verein im Pfarrhof den „Kaffeeklatsch mit Gesang“ aus. Die Geselligkeit wurde durch den wöchentlichen Stammtisch und einige interne Feiern gepflegt. Vereinsmitglieder wurden bei persönlichen Jubiläen besucht und gratuliert.

Überraschend beendete im Sommer die beliebte Dirigentin Silvia Winter ihre Tätigkeit. Trotz intensiver Suche wurde bisher keine neue Chorleitung gefunden, weswegen der Chor seit Sommer keine Auftritte mehr absolvieren konnte. Die Aktiven trafen sich mehrere Male, um über die schwierige Situation zu beraten.

Der Kassenbericht legte Rechenschaft über die Finanzen ab. Die Kassenprüfer bescheinigten eine einwandfreie Buchführung und beantragten die Entlastung des Vorstands, welche einstimmig erfolgte.

Unter der Leitung von Lothar Lauer wurde der Vorstand gewählt. Die Wahl war in kürzester Zeit abgeschlossen, denn die bisherigen Vorsitzenden Jati Husarik, Mathilde Jahnke, Martin Geisler und Anton Hammerich wurden einstimmig wiedergewählt.

In der anschließenden Besetzung der Ausschüsse konnten alle Posten, bis auf den des Kassenführers besetzt werden. Der Vorstand führt seit dem Wegzug der bisherigen Kassenführerin im September die Kasse nur kommissarisch.

Trotz guten Zuredens war niemand bereit, die Kasse, die in Distelhausen kein Vorstandsposten ist, zu übernehmen. Dem Vorstand bleibt deswegen nichts weiter übrig, als diese weiterhin selbst zu führen. Für die erfolglose Suche hatte der Vorsyitzende nur eine Erklärung: „Im Chor sind altersbedingt zu wenige, die mit Office umgehen können und Erfahrung mit Homebanking haben.“

Bei den Vorhaben im laufenden Jahr will man wieder den Kaffeeklatsch veranstalten, vorausgesetzt, dass gesungen wird. Außerdem beteiligen sich Aktive im September am Hopfenzupferfest. Mit dem Stammtisch und internen Feiern soll die Geselligkeit gepflegt werden. Oberster Wunsch ist aber, dass bald mit einer neuen Chorleitung wieder gesungen werden kann.

In diesem Zusammenhang wurde die Leistungsfähigkeit des Chores angesprochen. So seien die beiden Frauenstimmen noch gut besetzt. Jedoch bereite den Verantwortlichen die Situation bei den Männerstimmen große Sorgen. „Nicht die vielen alten Sänger sind das Problem, sondern uns fehlen 20 jüngere Sänger“, fasste der Versammlungsleiter das Problem zusammen. „Dies sind die Folgen, dass seit 25 Jahren trotz intensiver Bemühungen kein junger Distelhäuser den Weg zum Chor gefunden hat“. Die Frauenstimmen seien durch die Gründung im Jahr 1998 noch jünger, jedoch haben sich seit dieser Zeit ebenfalls keine jüngeren Distelhäuserinnen dem Chor angeschlossen.

Zuletzt wurde noch ein anderes „belastendes“ Problem angesprochen. Was soll mit den tausenden von alten Notenblättern, vor allem aus der Zeit des reinen Männerchores, geschehen, die schon jahrelang in Umzugskartons verpackt auf den Schränken lagern? Dazu wurden die verschiedensten Vorschläge gemacht. Am Ende erhielt der Vorstand den Auftrag, das Notenmaterial bestmöglich zu verwerten. Mit dem Wunsch, dass das neue Jahr besser verlaufen möge, wurde die Versammlung beendet.