Tauberbischofsheim

Katholisches Bezirkskantorat Tauberbischofsheim Kinderchor Seraphim an der Christophorus-Schule wurde als eines von 20 Projekten in ganz Deutschland von der Liz Mohn Musikstiftung gefördert

Start in neue Erlebniswelt unter dem Titel „Lieder fürs Leben“

Tauberbischofsheim.Nachwuchsarbeit und -förderung steht für viele Gruppierungen und Institutionen an hoher Stelle. So auch für das Katholische Bezirkskantorat Tauberbischofsheim, das unter anderem die Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener zum nebenberuflichen Chorleiter und Organisten durchführt.

Zusätzlich ist es Träger des Kinderchors „Seraphim“, der mittlerweile seit sechs Jahren an der Christophorus-Schule angesiedelt ist. Hier können Kinder erste Kontakte mit ihrer Stimme knüpfen, Lieder lernen, etwas über Komponisten erfahren, musikalische Formen kennenlernen, Musik bewusst hören, Genauigkeit und Feinheiten der deutschen Sprache vermittelt bekommen, Instrumente ausprobieren, das musikalische Gehör schulen, Einführung in das Notenlesen erhalten, Musik in Bilder umsetzen und vieles mehr. Vor allem entwickeln die Kinder auch persönliche und soziale Kompetenzen, ohne die musikalische Arbeit nicht gelingen kann.

In diesem Jahr wurde der Kinderchor als eines von 20 Projekten in ganz Deutschland ausgewählt, das von der Liz Mohn Musik- und Kulturstiftung gefördert wurde. Mit dem Projekttitel „Lieder fürs Leben“ wurde den Kindern das Angebot gemacht, an diesem Schulchor teilzunehmen und 21 nahmen diese Gelegenheit wahr.

Spielerisch wurden Stimmübungen gemacht, Lieder gelernt und sogar Kanons versucht, um einen ersten Eindruck der Mehrstimmigkeit zu erhalten, was eine große Herausforderung war. Durch Bewegungen zu einzelnen Liedern gelang es auch, weitere Strophen zu lernen, was nicht so einfach ist, da alles auswendig gekonnt sein sollte. Mit Geduld und vielen Wiederholungen gelang dies, so dass der Kinderchor als Abschlusspräsentation die Verabschiedungsfeier der Neuntklässler musikalisch gestalten konnte. Mit „Singen macht Spaß“ (Kanon), „Alle Kinder dieser Erde“ und „Nehmt Abschied Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr“ waren sie voll bei der Sache und spürten, dass ein Auftritt noch einmal etwas anderes ist als die vertraute Chorprobenarbeit.

Strophe selbst entwickelt

Eine Besonderheit war, dass beim Lied „Alle Kinder dieser Erde“ die letzte Strophe vom Chor selbst entwickelt wurde, weil darin alle Länder aufgezählt wurden, aus denen die Kinder beziehungsweise ihre Eltern stammen: Russland, Arabien, Polen, Deutschland, Italien, Spanien, Thailand und Türkei. Da merkte man sofort, dass die Kinder sich mit dieser Strophe am meisten identifizierten.

Die Chorarbeit wurde von Musikpädagogin und Chorleiterin Brigitta Meuser durchgeführt und von der Schule sehr geschätzt und unterstützt.

Des Weiteren war eine Lehrerin als feste Ansprechperson und eine Assistentin dabei und Thomas Schmidt als weiterer Lehrer führte zusammen mit Bezirkskantor Michael Meuser zusätzliche Kulturtermine durch. Neben Kirchenraum- und Orgelbesichtigungen war in diesem Schuljahr auch ein Ausflug ins Kloster Bronnbach dabei, bei dem die Kinder Kirche und Klosteranlage besichtigten und sogar auf der historischen Limbach-Orgel spielen durften. Das war ein ganz besonderer und ungewöhnlicher Höhepunkt an diesem geschichtsträchtigen Ort.

Für viele Kinder war dieses Chorjahr ein Start in eine neue Erlebniswelt, die sie sonst nicht kennenlernen würden. Doch wurde hier das eine oder andere stimmlich-musikalische Talent entdeckt, durchaus auch bei Kindern, die sonst eher unauffällig oder sogar schüchtern wirkten und hier ganz neue Fähigkeiten an sich entdeckten und eifrig dabei waren. Daher wird der Kinderchor „Seraphim“ auch im kommenden Schuljahr in bewährter Weise fortgeführt. ks