Tauberbischofsheim

Im Zusammenhang mit Corona Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung geplant / Ansteckungswelle soll verlangsamt werden

Stadtverwaltung setzt Lenkungsstab ein

Archivartikel

Wegen der dynamischen Lageentwicklung bezüglich der Verbreitung des Coronavirus plant die Stadt Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und ihrer Mitarbeiter.

Tauberbischofsheim. Bürgermeisterin Anette Schmidt hat einen Lenkungsstab gebildet, der am Wochenende mehrmals zusammengekommen ist und einen Maßnahmenplan ausgearbeitet hat, der dazu beitragen soll, dass die Ansteckungswelle sich verlangsamt. Ab 16. März werden nahezu alle städtischen Veranstaltungen bis einschließlich 19. April abgesagt. Dies betrifft das Konzert im Rathaussaal am 27. März und auch alle Veranstaltungen der Mediothek sowie der Richard-Trunk-Musikschule. Die detaillierten Regelungen werden am Montag in Abstimmung mit dem Landratsamt bekannt gegeben.

Nur in Notfällen kontaktieren

Bürger werden aufgefordert, auch zum eigenen Schutz, das Rathaus und seine Einrichtungen nur in unbedingt notwendigen Fällen persönlich aufzusuchen und ihre Anliegen nach Möglichkeit telefonisch oder per Mail an die Verwaltung zu richten. Die Kontaktdaten der zuständigen Mitarbeiter sind auf der städtischen Homepage www.tauberbischofsheim.de veröffentlicht.

Ab Montag stehen den Bürgern zwei Telefon-Hotlines zur Verfügung. Zu Fragen rund um Schulen und Kindertagesbetreuungseinrichtungen gibt es Auskunft unter den Nummern 09341/80354 und -55. Unter der Nummer 09341/80312 erhalten Bürger Auskünfte zu allgemeinen Anfragen im Zusammenhang mit der Stadtverwaltung.

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind ab Dienstag, 17. März, bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Die Stadtverwaltung, die Träger der Betreuungseinrichtungen sowie die städtischen Schulen reagieren auf diese Entscheidung mit einer Notfallbetreuung für Kindergartenkinder und Schüler bis einschließlich Klasse sechs.

Grundvoraussetzung ist dabei, dass beide Erziehungsberechtigte der Kindergartenkinder und Schüler, im Fall von Alleinerziehenden der oder die Alleinerziehende, in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind. Hierzu zählen folgende Bereiche: Gesundheitsversorgung, Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz), Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur sowie Lebensmittelbranche.

Ein erster Schritt

In der Kernstadt werden im ersten Schritt ab Dienstag eine Krippen- und eine Kindergartengruppe eingerichtet, die von 7.30 bis 14.30 Uhr, bei Ganztagesbetreuungsbedarf bis 16.30 Uhr, geöffnet haben. Sofern darüber hinaus Bedarf besteht, können weitere Gruppen eingerichtet und die Betreuungszeiten angepasst werden. Nähere Infos werden im Laufe des Montags auf der städtischen Homepage sowie den Internetseiten der Einrichtungsträger bekanntgegeben. Die Erziehungsberechtigten, deren Kinder eine Kindertagesbetreuungseinrichtung besuchen, erhalten am Montag beim Abholen ihrer Kinder in der Einrichtung einen „Elternbrief“ mit allen Informationen. Wer Bedarf hat und die genannten Voraussetzungen erfüllt, meldet sich im Laufe der nächsten Tage im städtischen Familienbüro.

Erziehungsberechtigte, die Bedarf an der Betreuung ihrer Schulkinder (bis sechste Klasse) haben, können sich ab Montagmorgen im jeweiligen Schulsekretariat melden. Auch hier werden nähere Infos zur Notfallbetreuung an den Schulen im Laufe des Montags auf der städtischen Homepage sowie den Internetseiten der Schulen bekanntgegeben.

Die Osterferienbetreuung für Grundschulkinder muss abgesagt werden. Sofern für Erziehungsberechtigte, die im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig sind, ein Bedarf an Ferienbetreuung besteht, wird ebenso um Rückmeldung an die Schulsekretariate oder das städtische Familienbüro erwünscht. Neben den Kindergärten und Schulen bleibt auch die Richard-Trunk-Musikschule für den Gruppenunterricht geschlossen. Der Einzelunterricht findet vorerst regulär statt. Für die Mediothek wird es am Montag eine Abstimmung über den weiteren Betrieb geben.

Schutzauftrag gerecht werden

Die Stadt versichert ihren Bürgern, dass alle Maßnahmen getroffen werden, um dem Schutzauftrag gerecht zu werden. Je nach Entwicklung der Lage wird kurzfristig nachgesteuert und angepasst.

Es wird im Zusammenhang mit der aktuellen Situation an die Vernunft der Bürger appelliert und erwünscht, dringend auch die sozialen Kontakte im privaten Bereich zu reduzieren.

„Es ist jetzt wichtig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Dies gelingt nur wenn alle zusammenstehen, um besonderes die Älteren zu schützen. Damit verbunden sind viele Einschränkungen. Jeder Einzelne hat eine Verantwortung für die gesamte Gesellschaft. Wir sind eine Gemeinschaft, in der jeder seinen Beitrag in dieser herausfordernden Situation leisten muss“, so der Appell von Bürgermeisterin Anette Schmidt an die Bevölkerung. Gleichzeitig dankte sie allen Mitarbeiter der Stadt für ihr außergewöhnliches Engagement. stv