Tauberbischofsheim

Gospelday Der Offene Singtreff unter der Leitung von Mechthild Geiger beteiligte sich an der deutschlandweiten Aktion und trat vor dem Weltladen auf

Singen für eine gerechtere, bessere Welt

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Singen für eine gerechtere Welt: Dieses Ziel verfolgt der Gospelday. Bei der Veranstaltung traten am Samstag in ganz Deutschland hunderte Chöre mit mehr als 10 000 Teilnehmern in Aktion. Mit dabei: der Offene Singtreff unter der Leitung von Mechthild Geiger. Punkt 12 Uhr stimmten die Sängerinnen vor dem Weltladen den Gospelday-Song an.

Eine besondere Erfahrung

„Unser Auftritt macht aufmerksam auf die Ungerechtigkeiten in der Welt und gibt denen eine Stimme, die keine haben“, erklärte Mechthild Geiger. Mit ihrem Chor hat sie schon mehrfach am Gospelday teilgenommen. Jedes Mal sei es eine besondere Erfahrung, wenn viele Menschen zur selben Zeit dasselbe Lied singen. 2019 heißt das Aktionslied „Soon be done“. Es orientiert sich inhaltlich am bekannten „We shall overcome“ und erinnert daran, dass jeder sich gegen Hunger und Armut einsetzen kann. Gospel und Gerechtigkeit gehören nach Mechthild Geigers Auffassung zusammen. „Gerechtigkeit ist ein zentrales Thema traditioneller Gospelmusik“, betonte die Chorleiterin. Besonders in den Spirituals, den volkstümlichen Liedern der schwarzen Sklaven Nordamerikas, klinge der Ruf nach Freiheit und Gerechtigkeit: „Nobody knows the trouble I’ve seen“ oder „Let my people go“ seien bekannte Beispiele dafür. Gospels sind nur eine Gattung, die der Offene Singtreff im Repertoire hat. Die rund 50 Sängerinnen beherrschen nach Mechthild Geigers Angaben Volkslieder genauso gut wie neues geistliches Liedgut. Ein besonderes Faible hat der Chor für afrikanische Lieder. Die waren auch beim Gospelday zu hören. Die Frauen des Singtreffs nutzten die Chance, ihren Chor beim Aktionstag gleich mit mehreren Liedern der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das gefiel. Etliche Passanten blieben in der Fußgängerzone stehen, hörten zu oder sangen mit. Gelegenheit zum Plausch bot die Kaffeetafel, die der Weltladen eingerichtet hatte. Bei fair gehandeltem Kaffee und selber gebackenem Kuchen kam man miteinander ins Gespräch. „Wir haben dasselbe Anliegen“, versicherte Helena Bieber. Die Vorsitzende begrüßte es, dass Weltladen und Singtreff beim Gospelday miteinander kooperierten.

Im Rahmen der „Fairen Woche“ machte der Weltladen aufmerksam auf Ungerechtigkeiten in den Handelsbeziehungen mit den Ländern im Globalen Süden. Die Aktionswoche rückte besonders die Rolle der Frauen in den Mittelpunkt. Noch immer gibt es Biebers Angaben zufolge strukturelle Hemmnisse, die dazu führen, dass Frauen auf gesellschaftlicher, finanzieller und politischer Ebene benachteiligt werden. „Fairer Handel geht nur mit einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen“, lautete deshalb ihre Forderung.

Ein Anliegen, das der Singkreis mit seinen Liedern nachdrücklich unterstützte. Gospel bezeichnete Geiger als dafür besonders geeignetes Genre. „Gospel ist mehr als Musik!“, machte die Chorleiterin deutlich. Wer sie singt oder ihnen zuhöre, könne aus ihnen Kraft für den Alltag und Hoffnung für das Leben schöpfen. „Auch im Alltag, wenn wir Verantwortung für die übernehmen, die Hilfe brauchen.“ feu