Tauberbischofsheim

Jubiläum Die Jugendsportgruppe des Behindertensportvereins feierte ihr 25-jähriges Bestehen mit einem fröhlichen Fest

„Sie geben Menschen Lebensqualität“

Archivartikel

Das Jubiläum seiner Jugendsportgruppe feierte der Tauberbischofsheimer Behindertensportverein (BSV) nicht etwa mit einem gewöhnlichen Festakt, sondern mit einem fröhlichen Sportfest.

Tauberbischofsheim. Bevor die Aktiven aber selbst loslegen und dem Publikum zeigen durften, was sie so alles können, standen erst einmal die Grußworte zahlreicher Gratulanten auf dem Programm.

„Fantastische Leistung“

Den Auftakt machte Jörg Hasenbusch, Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe und Schirmherr der Jubiläumsveranstaltung. „Über 25 Jahre hinweg regelmäßig qualifizierten und interessanten Sport für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen anzubieten, ist eine fantastische Leistung“, betonte Hasenbusch.

Ein besonderes Lob sprach er Anita Kettner aus, die sozusagen die „Mutter“ der Jugendsportgruppe ist. Im Jahr 1994 war sie selbst auf der Suche nach einer solchen Gruppe für ihren Sohn. Nachdem sie keine gefunden hatte, gründete sie kurzerhand gemeinsam mit Leo Fischer, dem damaligen Vorsitzenden des Behindertensportvereins, die Jugendsportgruppe. Voll des Lobes für die Arbeit des BSV zeigte sich auch Tauberbischofsheims Bürgermeisterin Anette Schmidt. „Sie geben den Menschen Lebensqualität, unterstützen sie und erleichtern ihnen die soziale Integration“, sagte die Rathauschefin. Und weiter: „Wenn es Vereine wie Ihren nicht gäbe, wäre die Gesellschaft ein ganzes Stück ärmer“.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Nina Warken wies darauf hin, dass das Thema Inklusion zum Start der Gruppe im Jahr 1994 in der Gesellschaft noch ein Fremdwort gewesen sei. „Ihr Engagement hat dazu beigetragen, dass sich dies heute geändert hat“, so Warken. Ihre Einschätzung konnte sie auch mit Zahlen unterlegen. So seien heute 560 000 Menschen mit Behinderung in über 6000 verschiedenen Sportvereinen aktiv.

Das große „Herzblut und Engagement“ beim Aufbau der Jugendsportgruppe würdigte Wolfgang Reinhart, Fraktionsvorsitzender der CDU im baden-württembergischen Landtag. Er wünschte sich, dass der Behindertensport künftig noch mehr im öffentlichen Fokus stehen solle. Das Ziel müsse sein, dass die Sportler für ihre Fähigkeiten und Potenziale Aufmerksamkeit und Anerkennung bekämen und nicht aufgrund ihrer Behinderungen.

„Auch mit dem Engagement des BSV in Tauberbischofsheim kommen wir dem jeden Tag ein Stückchen näher“, bekräftigte Reinhart. Neben lobenden Worten hatte der Politiker auch noch eine besondere Auszeichnung für Anita Kettner im Gepäck. Er überreichte der Leiterin der Jugendsportgruppe eine Dankes-Medaille des Landes-Baden-Württemberg.

Unermüdliche Aktivitäten

In die Reihe der Gratulanten reihte sich auch der Kreis-Behindertenbeauftragte Karl Höfling ein. „Ich kann nicht hoch genug einschätzen, was die Jugendsportgruppe, die du mit unermüdlichen Aktivitäten ins Leben gerufen hast, in nunmehr 25 Jahren geleistet hat“, sagte Höfling an Anita Kettner gerichtet. Kurz und knapp brachte es der Vorsitzende des Sportkreises Tauberbischofsheim, Matthias Götzelmann, auf den Punkt. Er dankte dem Verein für die „tolle Arbeit“ und wünschte gleichzeitig für die Zukunft: „Haltet zusammen, macht weiter so“.

Zu guter Letzt durfte mit Anita Kettner auch die wohl wichtigste Person des Tages noch zu Wort kommen. „25 Jahre Jugendsport mit Behinderten ist schön, ist anstrengend – und es kommt unendlich viel zurück“, so Kettner. Ein besonderes Dankeschön sprach sie all ihren Mitstreiter und Helfern im Verein aus.

Bei einem Jubiläumssportfest soll freilich der Sport und vor allem die Sportler im Mittelpunkt stehen. Nach dem Reigen der Danksagungen war es soweit, und die Jugendgruppe durfte zeigen, was sie so alles können. Aber vorher bekam jeder der Sportler von den Ehrengästen noch eine Medaille als Erinnerung an das besondere Jubiläum umgehängt.

Dann ging es erst einmal gemeinsam mit Trainerin Daniela Kraus zum aufwärmen. Denn das gehört beim Sport ja schließlich dazu. Mit viel Freude ging die Gruppe ans Werk und präsentierte dem Publikum verschiedene Übungen. Auch die Herzsport- und die Seniorengruppe durfte anschließend noch aufs Parkett für eine kleine Vorführung. Unterstützung bekamen sie von den Behindertensportlern der DJK Unterbalbach und des FC Külsheim.

Und auch die Besucher auf den Rängen machten am Ende fleißig mit bei dem fröhlichen Fest.