Tauberbischofsheim

Nachruf 15 Jahre lang in Tauberbischofsheim bis zur Auflösung des Lioba-Konvents gewirkt

Schwester Maura starb im Alter von 83 Jahren

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Sehr viele Tauberbischofsheimer hatten im Jahre 2007 den Weggang der letzten Liobaschwestern aus Tauberbischofsheim bedauert. Am Sonntag starb Schwester Maura im 83. Lebensjahr und im 53. Jahr ihrer heiligen Profess. Die Benediktinerinnen von der Heiligen Lioba wohnten im damaligen „Klösterle“ neben der Stadtkirche St. Martin, in dem heute das Pfarrbüro der Kirchengemeinde Tauberbischofsheim untergebracht ist.

Schwester Maura (Bärbel Schwab), 1936 in Heidelberg geboren, wandte sich nach ihrem Abitur der Ausbildung für das Lehramt an hauswirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen zu. Nach der Staatsprüfung in Hauswirtschaft und einem Jahr mit verschiedenen Praktika in unterschiedlichen Bereichen besuchte sie von 1959 bis 1961 das Berufspädagogische Institut in Stuttgart. Dort legte sie nach der Ableistung des praktischen Jahres in der hauswirtschaftlichen Berufsschule in Mannheim 1962 die zweite Dienstprüfung ab und wurde in den Staatsdienst übernommen.

Parallel zu ihrer zielstrebig verfolgten beruflichen Laufbahn meldete sich bei ihr immer deutlicher die tiefere Frage nach ihrer Berufung. Im Herbst 1961 hatte sie Kontakt mit der Gemeinschaft aufgenommen. Nach reiflicher Prüfung entschloss sie sich im Herbst 1963 zum Eintritt in die Gemeinschaft. Bei der Einkleidung erhielt sie den Namen Maura, nach dem Schüler des heiligen Ordensvaters Benedikt.

1966 legte sie zunächst die Oblation ab, 1968 die erste heilige Profess. Sr. Maura wurde im Kloster ihrem Beruf entsprechend in der Hauswirtschaft eingesetzt, 1969 wurde sie in den Konvent nach Kloster Wald versetzt, wo sie für die hauswirtschaftlichen Lehrlinge, die dort eine Ausbildungsstätte hatten, den Berufsschulunterricht übernahm, bis 1992 dieser Ausbildungszweig dort beendet wurde. Dort konnte sie ihre verschiedenen Begabungen gut einbringen. Immer wurde an Sr. Maura ihre Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit gerühmt. Sr. Maura war vielfältig begabt: Sie konnte nicht nur gut kochen, organisieren und lehren, sie war auch kreativ und musikalisch begabt. Sie liebte das Chorgebet und sang immer in der Schola mit. Sie war gerne in der Natur und liebte es, in den Ferien in den Bergen zu wandern.

Im Januar 1993 begann ein neuer Abschnitt in ihrem Leben; Sr. Maura wurde ins „Klösterle“, den Konvent in der Lioba-Stadt Tauberbischofsheim, versetzt.

Hier kümmerte sie sich nicht nur um die Küche, sie trug als Kantorin das Chorgebet in der Sebastianuskapelle und viele erinnern sich noch an die regelmäßige Anbetung am Samstagabend in dieser Kapelle, die Pfingstnovene und immer wieder punktuelle Gottesdienste dort. So war durch ihr Wirken die Sebastianuskapelle mit Leben erfüllt, ohne die vielen anderen Angebote der Gruppen und Gemeinschaften, die sie mit unterstützt hatten. Engagiert war Schwester Maura zusätzlich im Pfarrgemeinderat von St. Martin und leistete treue Dienste als Lektorin. Im Jahr 2007 wurde der Konvent geschlossen und Schwester Maura musste zusammen mit Schwester Angela Maria Tauberbischofsheim verlassen. Sie ging zunächst noch einmal ins vertraute Kloster Wald zurück.

Seit 2015 lebte sie im Mutterhaus der Liobaschwestern in Freiburg-Günterstal, wo sie am Sonntagmorgen im Kreis ihrer Mitschwestern in Frieden heimgehen durfte. bk