Tauberbischofsheim

Schulanfang Keine gelben Mützen für kommende Erstklässler / Verkehrswacht wieder mit Banderolenwarnung „Vorsicht Schulanfänger“

Rücksicht auf Schulanfänger angesagt

Der große Tag für die neuen Erstklässler im Kreis rückt immer näher. Während die kommenden Abc-Schützen voll Vorfreude auf ihre Einschulung warten, gibt es für Eltern einiges zu beachten.

Tauberbischofsheim. Mit dem Ende der Sommerferien beginnt in der nächsten Woche für zahlreiche Kinder im Main-Tauber-Kreis das erste Schuljahr und somit auch ein völlig neuer Lebensabschnitt. Die baldigen Abc-Schützen werden wieder mit großer Vorfreude und wahrscheinlich auch etwas leichtsinnig durch den Verkehr zu ihrer Grundschule und wieder nach Hause gelangen. Da viele Eltern ihren Sprösslingen mit der Einschulung oft den Schulweg ganz alleine zutrauen, ist zu dieser Zeit von allen Verkehrsteilnehmern eine besondere Vorsicht geboten.

Die Verkehrswacht Main-Tauber-Kreis startet deshalb auch in diesem Jahr wieder eine Aktion, gemeinsam mit den Gemeinden, bei der an den Ortseingängen und an verkehrsreichen Stellen mit gelben Banderolen auf die Schulanfänger aufmerksam gemacht wird. „Wir hoffen, dass wir mit den Hinweisen an gefährlichen Stellen die Straßen für die Erstklässler ein Stück sicherer machen können.“, meinte Peter Bernhardt, Vorstandsmitglied der Verkehrswacht Main-Tauber.

Keine gelben Mützen mehr

„Wir hatten in den vergangenen Jahren immer eine Aktion, bei der wir den neuen Erstklässlern eine gelbe Mütze überreicht haben, damit sie im Straßenverkehr besser erkannt werden können“, sagte Bernhardt. „Weil wir aber leider feststellen mussten, dass die Mützen meist schon in der ersten Schulwoche nicht mehr getragen wurden, haben wir uns entschieden, diese Aktion nicht mehr durchzuführen.“

Wichtige Kampagne

Dass diese Kampagne der Verkehrswacht sehr wichtig ist, zeigen auch die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidium Heilbronn aus dem Jahr 2018. In dieser wurden im Landkreis 25 Unfälle mit aktiver Beteiligung von Personen im Alter von 13 Jahren oder jünger registriert, bei denen insgesamt 29 Kinder verletzt wurden. Das sind acht Zusammenstöße mehr als im Vorjahr. Bei 13 Unfällen waren Kinder als Radfahrer betroffen. Aufgrund dessen wirbt die Polizei ganz offen für Fahrradhelme und Reflektoren. In der Bemerkung zur Statistik heißt es deutlich, dass dem Fahrradhelm eine „überragende Bedeutung“ zukomme.

Auch wird den Eltern empfohlen, ihren Kindern erst nach dem Erhalt des Fahrradführerscheins in der dritten oder vierten Klasse zu erlauben, mit dem Bike zu Shcule zu fahren.

Denn erst dann lernen sie die richtigen Verhaltensweisen für den Straßenverkehr und werden so umsichtiger für sich und andere Verkehrsteilnehmer.

Doch nicht nur auf dem Rad sei für Kinder besondere Vorsicht geboten, so die Polizei. Die letztjährigen Daten beinhalten auch drei Unfälle, bei denen Kinder zu Fuß aktiv beteiligt waren. Gerade Grundschulkindern fehle oftmals, auch aufgrund ihrer Körpergröße, der Überblick im Straßenverkehr. Dies könne in vielen Situationen auch dazu führen, dass Kinder schlicht übersehen werden. Daher kommt die eindeutige Empfehlung für die Eltern: Den Schulweg, gerade mit Schulanfängern, mehrmals abzugehen und auf gefährliche Stellen aufmerksam zu machen.

Der schnellste Weg ist zudem nicht immer der Beste, damit die Abc-Schützen sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Dass die Schulanfänger noch nicht so umsichtig sind wie Erwachsene, ist normal.

Um die Unfallzahlen so gering wie möglich zu halten, bedarf es jedoch der Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer. Entscheidend und auch vorbeugend kann es bereits sein, in Sichtweite eines „Achtung Schulanfänger“-Plakats vom Gaspedal zu gehen.