Tauberbischofsheim

Vor 30 Jahren geweiht Kircheninstrument aus massiver Eiche begeistert Gottesdienstbesucher, Organisten und Touristen gleichermaßen

Prächtige Orgel als attraktiver Anziehungspunkt

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Vor genau 30 Jahren ging in der Pfarrgemeinde St. Martin eine lange Beratungs-, Planungs- und Bauphase für die neue Orgel zu Ende. Dann stand das prächtige Werk da, gebaut von der Orgelbauwerkstätte Claudius Winterhalter aus Oberharmersbach (Schwarzwald). Es wurde feierlich vom damaligen Weihbischof Wolfgang Kirchgässner am Liobafest 1989 geweiht.

Damit bekam „die Stadtkirche …. nun endlich die Orgel geschenkt, die ihr entspricht“, schrieb Stadtpfarrer Fritz Ullmer damals in der Festschrift. Dank vieler großer und kleiner Spenden war die gewaltige Bausumme von 500 00 Mark bereits nach rund zwölf Jahren bezahlt.

Seitdem – und bis heute – haben viele Menschen den Weg in diese Kirche gefunden und namhafte Organisten – teilweise von internationalem Ruf – haben in Konzerten überaus begeistert auf dieser Orgel gespielt. Sie ist ganz aus massiver Eiche gebaut, geräuchert und gewachst. Die Bauweise folgte französischem Vorbild, ist auf einer Ebene mit elfachsigem Prospekt angelegt und besitzt drei Manuale und 40 Register für die Klangeinstellung. Alle Koppeln sind als Fußtritt vorhanden, für den Schweller gibt es einen Fußtritt und einen Handzug. Besonderheiten sind die tiefliegenden Mixturen, die tragfähigen sieben französischen Zungenregister, die überblasenden Flötenstimmen, die kunstvollen Schleierbretter und die kleine Kröte oben auf dem Gehäuse. Vielfältige Aufgaben hat die Orgel seitdem in Gottesdiensten und Konzerten übernommen, und bis heute schauen die Touristen, die die Martinskirche besuchen, nicht nur nach vorne zum Hauptaltar, sondern drehen sich auch um – zur Orgel hin.

Immer wieder kamen auch Gruppen von Stiftungsräten anderer Pfarrgemeinden nach Tauberbischofsheim, um sich über hervorragenden Orgelbau ein Bild zu machen, wenn in ihrer Pfarrgemeinde ein Orgelneubau anstand.

Zu dem feierlichen Anlass wird der damalige Bezirkskantor Thomas Drescher ein Orgelkonzert geben, und das Ensemble „Vierklang“ steuert Motetten englischer Meister bei. Auch der damalige Orgelsachverständige Martin Dücker und der Orgelbauer Claudius Winterhalter haben ihren Besuch zugesagt; das Konzert ist am Samstag, 28. September, um 18 Uhr, am Abend des Liobafeiertags. mm