Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Modernste Straßenmeisterei im Land“ (FN, 5. August)

„Parlamentarier von Maskenpflicht befreit?“

In der Mittwochausgabe wurde von der Grundsteinlegung der Straßenmeisterei in Tauberbischofsheim berichtet. Ein Bild zeigt zwei Damen und acht Herren, die auf engstem Raum diese Grundsteinlegung vollzogen haben.

Drei davon, der CDU-Bundestagsabgeordnete unseres Wahlkreises, der CDU-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der mitregierenden Landesregierung sowie ein CDU-Bürgermeister und Bundestagskandidat aus dem Main-Tauber-Kreis waren dort auf engstem Raum ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln und ohne Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Die übrigen sieben weiteren Vertreter waren vorschriftsmäßig mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattet. Dem gemeinen, steuerzahlenden Bürger stellt sich dabei die Frage: Warum halten es hochrangige Politiker einer Regierungspartei nicht für notwendig, die von der Bundesregierung und den Landesregierungen beschlossenen Corona-Verordnungen selbst einzuhalten?

Ganz aktuell beabsichtigt die Landesregierung von Baden-Württemberg, der auch die CDU angehört, die Strafen für Maskenverweigerer und Maskenmuffel drastisch zu erhöhen.

Gelten diese drastischen Strafen dann nur für den Normalbürger und sind die Politiker, die diese Verordnungen erlassen, davon befreit? Wo ist die Vorbildfunktion unserer hoch dotierten Politiker? Wie kann es sein, dass Politiker einerseits dies anordnen, Missachtungen bei Demonstrationen verurteilen und selbst ihre eigens verordneten Vorgaben nicht einhalten? Bekommen wir ähnliche Verhältnisse wie im „Trump-Land“?

Glücklicherweise gab es die letzten Wochen viele vorbildliche Fotos von Verabschiedungen, Jubiläen und sonstigen Veranstaltungen auf den Lokalseiten der FN, bei denen die Abstandsregeln eingehalten wurden und auch die Maskenpflicht umgesetzt war. Wäre schön, wenn diese Politiker, die eigentlich Vorbilder sein sollten, sich ein Beispiel an vielen vorbildlichen Bürgern nehmen würden.