Tauberbischofsheim

Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung Fünf Vereine und Einzelpersonen wurden ausgezeichnet / Engagement für Tauberbischofsheim gewürdigt

„Ohne Ehrenamt wäre unsere Stadt trist“

Archivartikel

Insgesamt fünf Preisträger wurden im Technologie- und Gründerzentrum mit dem Ehrenamtspreis der Bürgerstiftung der Stadt Tauberbischofsheim für ihr besonderes Engagement gewürdigt.

Tauberbischofsheim. „Ohne ehrenamtliches Engagement wäre unsere Stadt todlangweilig und trist“, betonte Bürgermeisterin Anette Schmidt bei der Preisverleihung im Technologie- und Gründerzentrum. Das Ehrenamt sei das Rückgrat des Stadtlebens, so die Rathauschefin. Den Preis, der mit jeweils 500 Euro dotiert ist, durfte Schmidt in diesem Jahr an insgesamt fünf Vereine und Einzelpersonen verleihen. Finanziert wird die Ehrung durch den Josef-Morschheuser-Fonds, der von Gemeinderatsmitglied und Stiftungsvorstand Josef Morschheuser 2005 gegründet wurde.

Die erste Auszeichnung ging gemeinsam an die Mädchenfußballabteilung des TSV Tauberbischofsheim und die Frauenfußballabteilung der Spielgemeinschaft TSV Dittwar/TSV Tauberbischofsheim. Aus der Taufe gehoben worden ist die Mädchenfußballabteilung vor genau zehn Jahren von Stefanie Hartnagel, welche die drei Jugendmannschaften bis heute betreut.

„Ich finde es toll, dass Sie sich in dieser Männerdomäne dafür eingesetzt haben, damit auch die Mädels Fußball spielen können“, lobte die Rathauschefin Hartnagels Einsatz.

Die Frauenfußballerinnen des TSV Dittwar/TSV Tauberbischofsheim sind sogar noch ein paar Jahre länger aktiv. Seit 2001 treten sie gegen den Ball, zunächst in der Freizeitrunde, seit 2012 im Ligabetrieb. Eine entscheidende Rolle bei der Gründung der Abteilung spielte Susanne Hammrich, die sich bis zum heutigen Tage als Betreuerin um das Team kümmert. Aktuell spielt die Mannschaft in der Landesliga Rhein-Neckar/Odenwald. Und das ziemlich erfolgreich, die Fußballerinnen stehen momentan im oberen Tabellendrittel.

Vielseitig aktiv

Preisträger Nummer zwei war der Freundeskreis Erzählcafé. „Es ist ihnen ein besonderes Anliegen, Menschen in individueller, sozialer oder psychischer Isolation zu unterstützen“, beschrieb Anette Schmidt die Arbeit des Vereins. Das Erzählcafé sei darüber hinaus aber auch eine Begegnungsstätte, eben ein Platz zum Erzählen. „Sie genießen in der Bevölkerung ein großes Vertrauen, das Angebot wird gut angenommen“, befand das Stadtoberhaupt. „Dort wird so viel geleistet, das kann man mit Worten gar nicht beschrieben“, zeigte sich Josef Morschheuser ebenfalls angetan vom Engagement des Vereins.

Ausgezeichnet wurde zudem der Männergesangsverein Liederkranz 1844 Tauberbischofsheim. Dieser ist der älteste Verein in der Kreisstadt und hat erst kürzlich sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. „Bei der Gründung schlossen sich Männer zusammen, die gemeinsam singen, aber auch etwas bewegen und ein anderes Deutschland schaffen wollten“, fasste die Bürgermeisterin die Wurzeln des Vereins zusammen. „Der Liederkranz ist ein fester Bestandteil der Stadt“, unterstrich Josef Morschheuser, seines Zeichens selbst passives Mitglied bei den Sangesbrüdern. Mit Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen ermunterte er den Verein, mutig zu sein und Werbung für sich zu betreiben.

Ebenfalls in die Liste der Preisträger aufgenommen wurde an diesem Abend Alfons Seelmann. „Überall wo man ihn braucht, ist Alfons dabei – und das unentgeltlich“, würdigte Josef Morschheuser das vielseitige ehrenamtliche Engagement von Seelmann. So ist dieser unter anderem Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie und Musiker im Tauberbischofsheimer Spielmannszug. Daneben engagiert er sich ebenso in der katholischen Kirche und bei der Organisation des Altstadtfestes.

Komplettiert wurde der Reigen der Preisträger von Gustav Endres. Oder wie Josef Morschheuser ihn nannte: „Der James Last des Taubertals“. Seit 1972 leitet Endres die Tauberbischofsheimer Stadt- und Feuerwehrkapelle, welcher er 1964 beitrat. Zudem ist der Musiker seit 1980 Lehrer für Trompete an der Richard-Trunk-Musikschule.

Und er hat mit den „Starlights“ und den „Dixie Eight“ im Laufe der Jahre noch weitere Kapellen gegründet.

„Sie leben für die Musik, sie leben Musik“, fasste die Bürgermeisterin die Leidenschaft von Gustav Endres für Musik treffend zusammen.