Tauberbischofsheim

25 Jahre Hospizarbeit Gottesdienst gefeiert / Über Arbeit und Angebote informiert

Nächstenliebe ist Triebfeder

Archivartikel

Tauberbischofsheim.25 Jahre Hospizarbeit in Tauberbischofsheim: 25 Jahre sind vergangen, seit Diethard Schwarz und Angela Bohner den ersten Hospizkurs anboten. Diesen folgten mittlerweile fünf weitere, bei denen an die 100 Hospizbegleiter ausgebildet wurden. Diese sind im ganzen Main-Tauber-Kreis und darüber hinaus für Menschen in deren letzten Lebenszeit da.

Das Jubiläum wurde zunächst einen Gottesdienst in der Tauberbischofsheimer Christuskirche gefeiert, zu dem die verantwortlichen Vertreter aus allen umliegenden Vereinen eingeladen hatten. Erinnert wurde in dieser Stunde auch an Erfahrungen mit Begleitungen – verstörende, aber auch besonders berührende Momente.

Verstörend etwa, als ein schwer erkrankter Mensch eine Begleitung ablehnte, obwohl die Angehörigen eine solche wünschten. Der Kranke sah seinen Zustand als Strafe für seine vielen (angeblichen) Sünden an und fürchtete, nun könnte alle Welt wissen, was für eine schlechte Person er sei. Berührend war das Beispiel, als eine Sterbende von einem hellen Licht berichtete, in das sie nun gehe.

Empathie, Nächstenliebe sind wichtige Triebfedern für die Hospizarbeit. So waren Texte aus der Bibel („Das hohe Lied der Liebe“) und von Anselm Grün („Der Engel der Nächstenliebe“) weitere Elemente in dieser Stunde. Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich im Kirchsaal zu einem kleinen Imbiss und einem regen Gedankenaustausch.

Am folgenden Welthospiztag bekamen mehrere Gruppen aus dem Umkreis die Möglichkeit, auf dem Tauberbischofsheimer Marktplatz über die verschiedenen Angebote zu informieren. Mit dabei waren Vertreter der stationären Hospize in Walldürn (Odenwald Hospiz) und Würzburg (Juliusspital). Deren Ziel ist es, dass ihre Gäste (Menschen mit begrenzter Lebenserwartung) noch ein würdevolles, möglichst schmerzfreies und selbstbestimmtes Leben führen können. Voraussetzung zur Aufnahme ist eine Bescheinigung durch den behandelnden Arzt.

An ambulanten Angeboten stellte sich die ökumenische Hospizgruppe aus Lauda-Königshofen vor, die auf Anfrage zu Hause und in Pflegeheimen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Der hiesige Verein für Hospiz- und Lebensbegleitung bietet im „Café Sonnenlicht“ jeden ersten Mittwoch im Monat im Johannes-Sichart-Haus Trauerbegleitung an. Geplant ist mit einem gemeinsamen Frühstück ein weiteres Angebot im Adam-Rauscher-Haus an jedem dritten Sonntag im Monat. Erreichbar ist der Verein über das Hospiztelefon 09341/8599699. Der Kinderhospizdienst „Sonnenschein“ ist für lebensbedrohlich erkrankte Kinder und ihre Familien, aber auch für trauernde Kinder da, von denen etwa ein Elternteil verstorben ist.

Für manchen Passanten war das Thema offensichtlich zu schwierig, um sich damit auseinanderzusetzen. Diejenigen aber, die sich auf ein Gespräch einließen, empfanden das nach eigenen Angaben als ausgesprochenen Gewinn. aba