Tauberbischofsheim

„Faktenchecker“ Bildungsoffensive der FN mit Partnern will Jugendlichen mehr Medienkompetenz vermitteln

Nachrichtenflut richtig kanalisieren

Archivartikel

Der Startschuss für das Projekt „Faktenchecker“, das die FN mit Partnern an Schulen in der Region anbietet, fiel nun an der Kaufmännischen Schule in Tauberbischofsheim.

Odenwald-Tauber. Am Anfang steht das Einloggen per Handy-Tastendruck: Für ein ganzes Jahr können Schüler der Kaufmännischen Schule in Tauberbischofsheim künftig die Fränkischen Nachrichten online und mobil lesen. Und das ist keine „Abo-Falle“. Die FN bieten mit ihrer Aktion, die von er Volksbank Franken und dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis unterstützt wird, ein Bildungs-Plus an; als örtliche Plattform im Schulterschluss mit Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Behörden und der Landeszentrale für politische Bildung.

Unter dem Titel „Faktenchecker – Schlaue Köpfe fördern“ (früher „Klasse Azubis“) wollen die Fränkischen Nachrichten und ihre Partner bei Schülern ein ausgefeilteres Bewusstsein für den Umgang mit der täglichen Flut an Neuigkeiten schaffen.

Medienkompetenz fördern

Permanent prasseln über das Internet via Facebook und Co neue Nachrichten auf die jungen Leute ein. Es ist unheimlich wichtig zu wissen, woher diese Meldungen kommen und welchen Zweck sie haben. Mit der täglichen Datenflut aus dem Netz muss man sich kritisch auseinandersetzen. In Zeiten von „fake news“ wird es immer schwieriger, Wahres von Unwahrem unterscheiden zu können. Umso wichtiger ist es, die Medienkompetenz junger Menschen nachhaltig zu fördern. Das Projekt „Faktenchecker“ ist eine Bildungsoffensive für junge Menschen. Es soll Wissen vermitteln.

„Den besten Überblick über das Nachrichtengeschehen liefert die Tageszeitung – von global bis lokal findet man da alles Interessante“, sagte Wolfgang Berger von der Landesstelle für politische Bildung. „Das, was in der Zeitung steht, stimmt auch. Da gibt es keine ,Fake News’.“ Dies liege auch daran, dass sich die Redakteure bei ihrer Recherche nicht nur auf eine Quelle verließen.

Grundsätzlich aber ist es egal, über welchen Kanal (Tageszeitung, Radio, Fernsehen, Internet) Nachrichten verbreitet werden. Entscheidend ist, was die Nachricht für eine Qualität hat. Die Fähigkeit, dies zu erkennen, wollen die FN in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, weiteren Partnern sowie den betreuenden Lehrern vermitteln. Wer liest, verbessert zudem seine Sprachfähigkeiten und sein Allgemeinwissen. Darüber hinaus lernt man, sich richtig und verlässlich über Ereignisse und Entwicklungen auf lokaler und regionaler, aber auch nationaler und internationaler Ebene zu informieren. Das Projekt will dazu animieren, Verantwortung in Schule, Betrieb und in der Gesellschaft zu übernehmen sowie ein Bewusstsein für Land und Leute in der Region zu entwickeln, um die Verwurzelung zu fördern. Wichtig ist zudem das Thema Allgemeinwissen – nicht nur mit Blick auf Weltpolitik oder Wirtschaft, sondern ganz besonders auch auf lokaler und kommunaler Ebene.

Ein Jahr lang bekommen die Schüler per Smartphone, Tablet oder PC Zugriff auf die Digitale Zeitung der FN und haben so Gelegenheit zur ausgiebigen Lektüre der Fränkischen Nachrichten. Jederzeit und überall.

In erster Linie sollen die Schüler einfach nur regelmäßig die Tageszeitung lesen: Ein monatliches Online-Quiz soll zeigen, was die Teilnehmer aus der Lektüre mitnehmen. Am Ende warten ein Abschlusstest und eine Prämierung.

Die beste Klasse wird ausgezeichnet. Mehrere Berufs- und weiterführende Schulen aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis sind beteiligt. Die monatlichen Tests werden von Projektleiter Wolfgang Berger vorbereitet und ausgewertet. Sie erfolgen auf einer internetbasierten Software, die für Smartphones geeignet ist. Die Fragen stammen stets aus dem Zeitraum zehn Tage vor Testbeginn und beziehen sich auf Inhalte der Tageszeitung. Die Themen werden dabei aus den wichtigsten Berichten verschiedener „Wissenskategorien“ (Politik, Kultur und Vermischtes, Wirtschaft, Sport, Lokales) entnommen.

Spezielle Unterrichtseinheiten

Begleitend werden verschiedene Veranstaltungen den Fokus auf das Thema Medienkompetenz, seriöse Berichterstattung und Verschwörungstheorien legen. Dazu finden eigene Unterrichtseinheiten statt.

An dem Projekt „Faktenchecker“ nehmen die Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim mit drei Klassen, die Kaufmännische Schule Bad Mergentheim mit fünf Klassen, die Zentralgewerbeschule in Buchen mit zwei Klassen, die Helene-Weber--Schule in Buchen mit zwei Klassen sowie das Burghardt-Gymnasium in Buchen mit einer Klasse teil. Insgesamt wollen knapp 200 Schüler wissen, was hinter der Nachritenflut steckt, die tagtäglich auf sie einprasselt.