Tauberbischofsheim

„Ab in den Süden“ Schlagermusical begeisterte die Besucher in der Tauberbischofsheimer Stadthalle

Mitreißende Zeitreise durch die Hitparaden

Tauberbischofsheim.Überschwängliche Urlaubsstimmung herrschte am Freitag in der Tauberbischofsheimer Stadthalle. Dort gastierte das Musical „Ab in den Süden“, das mit mehreren Dutzend Hits aus der deutschen Schlagergeschichte eine heitere Urlaubskomödie erzählte.

Drei Paare im Urlaub

Hauptfiguren des Werks aus der Feder des Norwegers Espen Nowacki sind drei Pärchen, deren Wege sich auf amüsante Weise immer wieder kreuzen. Da sind einmal Thorben (gespielt von Dominic Niedenzu) und seine 17-jährige Freundin Marina (Johanna Wypich), für die es der erste gemeinsame Urlaub ist. Gerade angekommen, treffen sie im Hotel Thorbens Mathelehrer Herrn Schnitzler (Michael Graf).

Der Pauker macht dort Urlaub mit seiner resoluten Frau Resi (Maike Katrin Merkel), von der er sich so einiges anhören muss. Und dann ist das noch das Münchener Schickeria-Pärchen Anita (Dalma Viczina) und Jonny (Tim Reichwein), das natürlich passenderweise mit „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang vorgestellt wird.

Schon bald laufen sich die drei Paare über den Weg und es entspinnt sich eine vergnügliche, mitunter fast schon übermütige Partnertauschkomödie, die beim Publikum für viel Heiterkeit sorgte. Vor allem die zahlreichen Gesangseinlagen, über 40 Stück waren es insgesamt, wurden mit tosendem Applaus belohnt. Richtig in Fahrt kommt die Geschichte, als Mathelehrer Herr Schnitzler sich in Marina verguckt und sie zu „17 Jahr, blondes Haar“ von Udo Jürgens anschmachtet.

Seine Frau Resi findet das freilich gar nicht gut und lässt sich auch mit Schokolade nicht beruhigen. Sie hält es da nämlich mit Trude Herr, die Ende der 1950er so schön gesungen hat: „Ich will keine Schokolade“. Indes macht sich Jonny, übrigens ein ganz schöner Macho, an Resi ran. Die hätte das Zeug, eine richtige Spielerfrau zu werden, findet er. Für Thorben nimmt der Urlaub eine unschöne Wendung, als er seinen Mathelehrer und seine Freundin beim Küssen erwischt. „So ein Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“, macht er seinen Gefühlen daraufhin musikalisch Luft. Wer nun mit dieser Textzeile nichts anfangen kann: Diese stammt aus Wolfgang Petrys Gassenhauer „Wahnsinn“, der auch über 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung zum festen Programm jeder ernstzunehmenden Schlagerparty gehört.

Apropos Party: Schon nach wenigen Liedern herrschte in der gut besuchten Stadthalle ausgelassene Feierstimmung. Spätestens im zweiten Teil der Vorstellung hielt es die Besucher nicht mehr auf ihren Sitzen, kräftig sangen und klatschten sie mit. Die Akteure auf der Bühne animierten das Publikum immer wieder zum Mitmachen, mehrmals gingen sie auch runter in die Reihen der Besucher.

Neuen Mann im Publikum entdeckt

Zum Beispiel, als Marina kurzentschlossen einen neuen Mann sucht, nachdem Thorben immer noch sauer auf sie ist wegen ihres Techtelmechtels mit Herrn Schnitzler. Schnell wird sie im Publikum fündig, Christian heißt der Auserwählte. Und der darf sie erst einmal Huckepack vor der Bühne entlang tragen. Denn schließlich hält Marina es mit Gitte Haenning und will „’nen Cowboy als Mann“. In ihrem rund zweieinhalbstündigen Auftritt deckten die sechs Protagonisten so ziemlich das komplette Repertoire an deutschen Ohrwürmern der letzten Jahrzehnte ab. Neben den bereits erwähnten Titeln fehlten auch Klassiker wie „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg, „Verdammt, ich lieb dich“ von Matthias Reim oder „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher nicht.