Tauberbischofsheim

Spende für Sambia-Verein Projektchor „Sing Afrika!“ gab einen Singabend in der Tauberbischofsheimer Bonifatiuskirche

Mitreißende Lieder für einen guten Zweck

Tauberbischofsheim.Ein Benefizkonzert in der Bonifatiuskirche in Tauberbischofsheim machte einmal mehr deutlich, wie abwechslungsreich und mitreißend afrikanische Lieder sein können.

Der Projektchor „Sing Africa!“, der unter der Trägerschaft des Gesangvereins Dittwar vor elf Jahren entstanden ist, findet sich seitdem jedes Jahr an einem einzigen intensiven Chorwochenende neu zusammen. Zwischen 35 und 70 Sängerinnen und Sänger kommen aus Nah und Fern, um ein harmonisches und bewegendes Wochenende zu erleben. Dieses Jahr war das an einem Wochenende im März und mündete in einen Auftritt in Werbach. Dort kam der Kontakt der Dirigentin Edith Lang-Kraft zu Anita Bartsch vom Sambia-Verein zustande.

Der Verein kümmert sich intensiv seit mehreren Jahren um Kinder und Waisen in dem afrikanischen Land. Entstanden ist er aus einer Privatinitiative, steht aber mittlerweile auf breiten Füßen. Jedes Jahr fahren Vereinsmitglieder auf eigene Kosten nach Afrika und unterstützen mit den gesammelten Spenden direkt vor Ort die Bedürftigen, berichtete Bartsch zum Hintergrund für das Konzert in Tauberbischofsheim.

Der Erlös dieses Abends wird für das Schulfrühstück-Projekt in der Milemba-School in Sambia verwendet werden. Diese Schule besuchen 450 Schülerinnen. Sie liegt in einer der ärmsten Gegenden im Nord-Westen von Sambia. Die Kinder haben einen langen Schulweg, kommen hungrig in der Schule an, nehmen am Unterricht teil und machen sich danach wieder auf den langen Nachhauseweg – immer noch mit leerem und knurrenden Magen. Ein Schulfrühstück kostet 25 Cent am Tag je Kind – aber diese Summe mal 450 Kinder und für 180 Schultage im Jahr ist ein fünfstelliger Euro-Betrag, den der kleine Verein nicht stemmen kann. „Darum sind wir auf, im wahrsten Sinne des Wortes, jeden Cent angewiesen, um das Schulfrühstück zu finanzieren“, sagte Anita Bartsch. Jede Hilfe ist gut und wichtig – und an diesem Abend war die Spendenbereitschaft sehr groß, freute sich Anita Bartsch im Anschluss an das Konzert. „Dafür möchte ich mich im Namen der Kinder der Milemba-Schule ganz herzlich bedanken“. Bartsch vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass noch immer 80 Kinder auf eine Patenschaft und damit Unterstützung warten. Sie ist eben mit viel Herzblut für die Kinder in Sambia aktiv.

Bemerkenswert am Liedgut war, dass die Lieder ausschließlich in unterschiedlichen afrikanischen Sprachen gesungen wurden. Man spürte den Rhythmus und die Freude am Singen und Tanzen - und diese Stimmung übertrug sich im Laufe des Abends auf die Zuhörerschaft.

Vor allem die Sologesänge von Michaela Lange, Silke Hoffmann-Steiger sowie Trommler Cornelius Wengert verursachten Gänsehaut-Feeling – so der O-Ton eines Zuhörers. Gegen Ende des zweiten Teils zog der Chor singend und tanzend zum Haupteingang der Kirche und trugen auch von dieser Stelle noch weitere Lieder vor.

Die Zugabe-Rufe waren nicht zu überhören und auch diese Wünsche wurden spontan und professionell erfüllt.

So trug das Konzert dazu bei, viele Menschen glücklich zu machen. Zum einen die Kinder in Sambia, zum anderen die Zuhörer des Konzertes in der Tauberbischofsheimer Bonifatiuskirche.