Tauberbischofsheim

Langjähriger Chefarzt und Ärztlicher Direktor Professor D. Hans Ruppin feiert heute seinen 75. Geburtstag / Bekannter und beliebter Mediziner

„Mitmenschen positiv zur Seite stehen“

Archivartikel

Professor Dr. Hans Ruppin, langjähriger Chefarzt und ärztlicher Direktor am ehemaligen Kreiskrankenhaus in Tauberbischofsheim, feiert heute seinen 75. Geburtstag.

Tauberbischofsheim. In der Region und darüber hinaus ist er sehr bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Professor Dr. Hans Ruppin viele Jahre Chefarzt und Ärztlicher Leiter im Krankenhaus der Kreisstadt war, aber auch an seinem vielseitigen Engagement auf dem ehrenamtlichen Sektor.

Hans Otto Wilhelm Ruppin wurde 1943 in Rathenow (Mark Brandenburg) geboren, nachdem sein Vater Hans nur 14 Tage zuvor als Leutnant der Reichsarmee bei Dnjepopetrowsk (Ukraine) gefallen war.

Medizin-Studium in Frankfurt

Die ersten eineinhalb Jahre lebte „Hänschen“ mit seiner Mutter Ruth und der älteren Schwester Brigitte in seiner Geburtsstadt bei den Großeltern Ruppin, die dort einen Optik-Großhandel besaßen. Mit dem Einmarsch der Russen 1945 flüchteten Mutter und Tochter mitsamt dem Kleinkind im Tragekorb mit dem letzten Zug von Rathenow nach Göttingen zu Urgroßvater Gotthold, der evangelischer Pfarrer war.

Nach „Hänschen“ Ruppins erstem Schuljahr zog die Familie 1950 nach Frankfurt-Sachsenhausen um. Während seiner Volksschulzeit und dem Jungengymnasium war er Mitglied im Schul- und evangelischen Kirchenchor sowie in der kirchlichen Jungschar und Pfadfinderschaft. Nach dem Abitur 1963 studierte Ruppin in Frankfurt und zwei Semester in Marburg Medizin. In dieser Zeit lernte er während eines Einkaufs in Frankfurt seine spätere Ehefrau Cornelia kennen, die im selben Semester ebenfalls Medizin studierte. Einige Zeit später ließen sich beide standesamtlich im „Römer“ und kirchlich in der Nikolai-Kirche auf dem Römerberg trauen.

Zwei Jahre später zog das junge Ehepaar nach Fürth, als Hans Ruppin Assistenzarzt in der Medizinischen Universitätsklinik Erlangen sowie Cornelia Ruppin erst angestellte Ärztin und später niedergelassene Allgemeinärztin in einer eigenen Praxis war. 1973 wurden Tochter Stefanie und zwei Jahre später Sohn Christof geboren.

Der bereits in Frankfurt promovierte Ruppin habilitierte sich in Erlangen und wurde dort Oberarzt. Schließlich wurde er im März 1987 am damaligen Kreiskrankenhaus Tauberbischofsheim zum Nachfolger von Dr. Helmut Ranft als Chefarzt der Inneren Abteilung und kurze Zeit später als Ärztlicher Direktor gewählt.

Eineinhalbjährige Auslandserfahrung erhielt Ruppin als Wissenschaftler im Fach Magen-Darm-Medizin an der Universität in Milwaukee (Wisconsin). Darüber hinaus war er Referent bei zahlreichen Medizinkongressen, Handbuchautor sowie Organisator medizinischer Fortbildungsveranstaltungen tätig.

Am Tauberbischofsheimer Kreiskrankenhaus baute er die Endoskopie des Magen-Darm-Kanals und die gastroenterologische Ambulanz aus. Gleichfalls in seiner über 21 Jahre (bis September 2008) währenden Zeit als Chefarzt gründete er die Herzsportgruppe Tauberbischofsheim und war in der Kreisstadt ehrenamtlich unter anderem bei der AGJ-Suchtberatungsstelle des Main-Tauber-Kreises sowie im Chor der evangelischen Christuskirche aktiv. Zudem organisierte Ruppin gemeinsam mit dem Leitungsteam im Kreiskrankenhaus für Patienten, Mitarbeiter, Besucher und Bürger viele Ausstellungen mit namhaften Künstlern wie etwa dem japanischen Ehepaar Atsuko und Kunihiko Kato, von dem Ruppin zahlreiche Bilder und Skulpturen besitzt. Kurz vor dem Beginn ihres Ruhestands starb Ehefrau Cornelia im Alter von 64 Jahren.

Durch zahlreiche Ehrenämter sowie als freier Arztmitarbeiter an zwei Vormittagen in der Woche sowie als Vertreter in der Internisten-Praxis von Dr. med. Rainer Grabs, ist Hans Ruppin auch nach seinem Ruhestand, den er vor zehn Jahren antrat, noch sehr aktiv, engagiert und gut vernetzt. Ehrenamtlich ist er unter anderem Betreuer der von ihm gegründeten Herzsportgruppe, Mitarbeiter der AGJ-Suchtberatungsstelle, Mitglied des Rotary Clubs Tauberbischofsheim sowie seit 2010 Vorsitzender des Fördervereins „Krankenhaus und Heime Main-Tauber“.

Vielseitig engagiert

Zu Ruppins Freizeitaktivitäten zählen nach wie vor das Mitwirken im Chor der Christuskirche. Zudem singt er seit zwei Jahren zusätzlich im katholischen St.-Martins-Chor mit und nimmt an Chorprojekten des Bezirkskantors der Kreisstadt teil. Das Hören klassischer Musik, das Lesen der FN und von Büchern, Kunst, sein Garten sowie Reisen in die ganze Welt – unter anderem nach Indien, Albanien, in den Irak und demnächst nach Jordanien und Israel – bezeichnet der Jubilar als weitere Hobbys.

„Ich war immer dafür, den Mitmenschen positiv zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen, ihr Leben zu bewältigen“, nennt Hans Ruppin, für den Albert Schweitzer ein großes Vorbild gewesen sei, eine wesentliche Lebensdevise. In diesem Sinne sei Medizin von Anfang an nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung gewesen, die dann ebenso zum Hobby übergegangen sei. „Ich hoffe, meine Tätigkeit in Würde an einen Nachfolger abgeben zu können, wenn es soweit ist“, so Ruppin.

Den zahlreichen Glückwünschen zum 75. Geburtstag schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an.