Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Massive Vorwürfe der Manipulation“ (FN, 10. November)

„Manipulationen sind nichts Neues“

Nach dem Leserbrief von Herrn Mika und dem Bericht „Massive Vorwürfe der Manipulation“ möchte ich an die Wahl in den 1990er Jahren erinnern, als Kurt Segner zum Direktkandidaten der CDU für die Bundestagswahl der beiden Kreise Main-Tauber und Neckar-Odenwald gewählt wurde.

Entgegen der Abmachung, dass der Kandidat aus dem Main-Tauber-Kreis kommt, hat der damalige Bürgermeister von Höpfingen, Ehrenfried Scheuermann, seinen Hut in den Ring geworfen. Damals hatte nämlich der Neckar-Odenwald-Kreis für eine solche Wahl mehr Delegierte als der Main-Tauber-Kreis. Da aber die CDU des Main-Tauber-Kreises die Wahl von Ehrenfried Scheuermann unbedingt verhindern wollte, wurde auf Antrag der CDU Main-Tauber die Wahl für den Bundestagskandidaten dahingehend geändert, dass nicht die Delegierten, sondern alle Mitglieder wahlberechtigt waren. Vor der Wahl warb die CDU des Main-Tauber-Kreises massiv um Mitglieder nach dem Motto „Tretet in die CDU ein und nach der Wahl könnt ihr ja wieder austreten“.

Zur Wahl in Walldürn fuhren dann auch mehrere Busse, besetzt mit neuen CDU-Mitgliedern des Main-Tauber-Kreises, und Kurt Segner wurde mit Mehrheit zum Kandidaten der CDU der beiden Kreise Main-Tauber und Neckar-Odenwald für den Bundestag gewählt.

Solche Manipulationen unter der Regie des CDU-Vorsitzenden des Main-Tauber-Kreises sind also nichts Neues. Ich hoffe nun, dass sich die Delegierten des Neckar-Odenwald-Kreises an damals erinnern und der derzeitigen CDU-Abgeordneten des Bundestags, Nina Warken, ihre Stimme als Direktkandidatin geben.