Tauberbischofsheim

Aero-Club Geschwister machen durch tolle Leistungen auf sich aufmerksam / Beide haben das Fliegervirus im Blut

Lena und Paul Bauer auf Höhenflügen

Tauberbischofsheim.Flugschüler Paul Bauer vom Aero-Club Tauberbischofsheim hat seinen ersten Alleinflug erfolgreich absolviert und sich so die erste Schwinge als Abzeichen verdient. Seine Schwester, Flugschülerin Lena Bauer, flog 50 Kilometer alleine im Segelflugzeug.

Gerade erst vor drei Monaten begann für Paul Bauer aus Tauberbischofsheim die Ausbildung zum Segelflugpiloten – und das im Alter von 14 Jahren.

Seine Eltern, beide sehr erfahrene Fluglehrer im Verein, haben ihn schon als Kind mit zum Flugplatz gebracht.

Nun war es dann also Zeit für die erste große fliegerische Prüfung. Nach einem letzten Überprüfungsstart durch seinen Fluglehrer und Vater Martin Bauer durfte Paul erstmals alleine übers Taubertal fliegen.

Unter den wachsamen Augen der Fluglehrer zeigte er drei Starts und lehrbuchreife Landungen und unterstrich mit dieser Leistung nicht nur den sehr hohen Standard bei der Ausbildung im Aero-Club Tauberbischofsheim, sondern auch sich selbst, dass er nun alleine zurecht kommt.

Mit dem Fliegervirus im Blut konnte er sich beim letzten der drei Pflichtstarts über 40 Minuten durch die Thermik in der Luft halten. Eine Leistung, die nicht jedem Flugschüler bei dieser Zwischenprüfung vergönnt ist. Im weiteren Ausbildungsverlauf wird Paul nun auf einsitzige Hochleistungssegelflugzeuge umgeschult, die ihn auf spätere Zwischenprüfungen vorbereiten und die Möglichkeiten des Streckenfluges nach bestandener Theorieprüfung bieten.

Es hört sich leichter an als es ist, in einem Segelflugzeug mit einer Gleitzahl 1:40 (40 Kilometer aus 1000 Metern) eine Strecke von 50 Kilometern zu fliegen. Genau das war die Aufgabe für Lena Bauer, die sie mit Bravour gemeistert hat.

In einem Motorflugzeug wäre es relativ einfach, eine Strecke zu planen und abzufliegen.

In der vorgeschriebenen Flugvorbereitung könnte man sich genau die Strecke aussuchen, Wendepunkte definieren, windoptimiert fliegen und auch Flugbeschränkungsgebiete und Ähnliches aussuchen beziehungsweise vermeiden.

Nicht so aber in einem Segelflugzeug. Zwar ist auch hier die Planung vorgeschrieben, doch aufgrund der Abhängigkeit vom Wetter und der Thermik ungleich komplexer.

Die im Flug zu treffenden taktischen Entscheidungen, sich dem Wetter, Wind und anderen Gegebenheiten anzupassen, lässt erahnen, welche Leistung hier von dieser jungen Flugschülerin erwartet wurde.

Das war jedoch kein Problem für Flugschülerin Lena Bauer, die sich nun, nachdem sie die theoretische Prüfung beim Regierungspräsidium in Stuttgart abgelegt hat, für ihren ersten 50-Kilometer-Streckenflug vorbereiten durfte.

Nach einem Fachgespräch mit ihrer Fluglehrerin Petra Jemiller erhielt sie den begehrten schriftlichen Flugauftrag und startete an der Winde des Vereins zu ihrer wichtigen Zwischenprüfung.

Ihre Strecke führte sie von Tauberbischofsheim über Altfeld und Würzburg bis nach Karlstadt und Gemünden am Main und wieder zurück nach Tauberbischofsheim – ohne Zwischenlandung. Die geforderten 50 Kilometer übertraf sie somit locker. Ihr maximaler Höhengewinn betrug 1600 Meter an diesem Tag.

Nachdem Lena auch diese Zwischenprüfung erfolgreich gemeistert hat, heißt es jetzt noch etwas Erfahrung sammeln, um zur praktischen Prüfung angemeldet werden zu können. Sie wird dann im Alter von 18 Jahren ihre Segelfluglizenz in Händen halten. shae