Tauberbischofsheim

Besonderes musikalisches Ereignis Matthias Wamser spielt zu Ehren des großen Musikers und Komponisten

Konzert zur Erinnerung an Heinz Auner

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Zur Erinnerung an den vor 20 Jahren verstorbenen, für das kulturelle Leben des Taubertals überaus verdienstvollen Gymnasialprofessor Heinz Auner findet am Dreikönigstag in der Stadtkirche St Martin in Tauberbischofsheim ein Orgelkonzert statt; Beginn des Konzerts ist um 18 Uhr.

Heinz Auner, 1921 in Frankfurt am Main geboren, dann aber wohnhaft in Berlin, konnte wegen Kriegsdienst, Verwundungen und Gefangenschaft sein Studium der Kirchen- und später Schulmusik erst 1949 beginnen.

Bis 1966 war er dann Schul- und Kirchenmusiker in Mannheim, ehe er 1966 die Stelle des Musiklehrers am Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim antrat. Schon bald jedoch übernahm er viele weitere, sehr verschiedenartige Tätigkeiten: In zahlreichen Konzerten im ganzen Main-Tauber-Kreis war er als Dirigent, Organist, Pianist oder Cembalist zu erleben, wobei neben der musikalischen Vorbereitung der Veranstaltungen oft auch die zeitraubende Organisation in seinen Händen lag.

Weitere Arbeitsschwerpunkte waren das Engagement für den Aufbau der neu gegründeten Richard-Trunk-Musikschule sowie der Klavier- beziehungsweise Orgelunterricht, den er zahlreichen Schülern aus der ganzen Region gegeben hat, von denen viele heute selbst als Musiker arbeiten. Auch als Komponist ist Auner hervorgetreten, viele seiner Stücke kann man als „Gelegenheitswerke“ bezeichnen, geschaffen für bestimmte Anlässe und für die aktuellen Möglichkeiten der von ihm geleiteten Ensembles.

Vor allem aber schrieb er immer wieder Musik für Orgel, also für sein bevorzugtes Instrument, darunter auch zwei recht umfangreiche Sonaten. Auners besonderes Interesse galt zudem dem Theater: Er wirkte als Regisseur und Schauspieler und schrieb für viele der von ihm geleiteten Schulaufführungen selbst Textbuch und Bühnenmusik.

Sein Gespür für bühnenwirksame Auftritte und seine Vorliebe für originelle Formulierungen kamen auch seinem Musikunterricht und seinen Chorproben zugute, förderten freilich auch seinen Ruf als eigenwillige Persönlichkeit und Original. Er verstarb am 30. Juni 1999 in Tauberbischofsheim.

Als Interpret an der Winterhalter-Orgel wird beim Erinnerungskonzert der Auner-Schüler Matthias Wamser zu hören sein, der zum Hochfest Dreikönig (Erscheinung des Herrn) passende Werke von Heinz Auner sowie von Bach, Max Reger und David spielen wird.

Wamser studierte an der Musikhochschule in Stuttgart (Kirchenmusik-A-Diplom 1996, Hauptfach Orgel bei W. Jacob und Chr. Bossert) sowie an der Schola Cantorum in Basel (Hauptfach Orgel bei J.-Cl. Zehnder).

In seiner Zeit als Schüler des MGG Tauberbischofsheim erhielt er Unterricht im Klavier- und Orgelspiel bei Heinz Auner, wobei schon früh enorm herausfordernde Anregungen erfolgten, selbständig das Repertoire für die beiden Instrumente zu erkunden, eigene Standpunkte zu entwickeln und wieder zu hinterfragen sowie sich intensiv mit der Geschichte des Orgelbaus und den Fachgebieten Tonsatz, Arrangement und Partiturkunde zu beschäftigen.

Heute ist Matthias Wamser Kirchenmusiker an der Basler Antoniuskrche, Chorleiter an der Basler Allerheiligenkirche, Organist der Offenen Kirche Elisabethen in Basel, Leiter des chor rüschlikon sowie Vorstandsmitglied sowohl des Zürcher Kirchenmusikerverbandes als auch des Kirchenmusikverbandes Basel.

Als Solist an der Orgel sowie im Zusammenspiel am Klavier, am Cembalo oder an der Orgel nimmt er sehr unterschiedliche musikalische Aufgaben wahr; im Rahmen seiner internationalen Konzerttätigkeit hat er viele Uraufführungen gespielt.

Er verfasst regelmäßig Artikel für Fachzeitschriften in Deutschland und in der Schweiz.

Als freier Mitarbeiter mehrerer Musikverlage ist er verantwortlich für Editionen alter und neuer Musik. G.Wamser