Tauberbischofsheim

Matthias-Grünewald-Gymnasium Neuntklässler erarbeiteten Konzept, wie sie im Kreis künftig leben wollen / Übergabe an Landratsamt

Individuellen Blick in die Zukunft gewagt

Tauberbischofsheim.Wie wollen wir künftig im Main-Tauber-Kreis leben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Klasse 9a des Matthias-Grünewald-Gymnasiums im Rahmen einer Zukunftswerkstatt. Zusammen mit Gemeinschaftskundelehrer Tommy Rossmann entwickelten die Schüler ein Konzept, das sie Rico Neubert vom Amt für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus offiziell überreichten.

„Die Schüler haben sich mit ihrem Heimatraum beschäftigt, eigene Visionen und Vorstellungen eingebracht und einen individuellen Blick in die Zukunft des Landkreises gewagt“, erklärte Tommy Rossmann bei der Übergabe. Der Studienreferendar hat die Neuntklässler während der Zukunftswerkstatt begleitet. Über mehrere Wochen hinweg haben sie Stärken und Schwächen lokalisiert, Ideen entwickelt und zu einem Konzept verdichtet.

„Wir hoffen, dass wir durch unser Engagement etwas im Main-Tauber-Kreis bewirken können und eine Inspiration für die Personen sind, die unsere Heimat zukunftsfähiger gestalten können“, betonte Lennart Erlenbach. Der Klassensprecher hat zusammen mit seinen Mitschülern in verschiedenen Arbeitsgruppen Vorschläge erarbeitet. So wollen die Neuntklässler beispielsweise die politische Mitbestimmung durch Jugendforen oder Online-Umfragen ausbauen. Den Tourismus könne man dadurch fördern, dass das Radwegenetz konsequent ausgebaut und durch zusätzliche Rastplätze attraktiver wird. Die Schüler schlagen außerdem vor, die Digitalisierung voranzutreiben, um bestehende Arbeitsplätze im Landkreis zu sichern und neue zu schaffen.

Ein wichtiges Anliegen ist den Neuntklässlern auch die Ökologie. Durch den Ausbau öffentlicher Ladestationen wollen sie die Elektromobilität fördern. Öffentliche Gebäude könnten viel mehr für Solarenergie genutzt werden. Für die Landwirtschaft favorisieren sie schonende Methoden der Bodenbearbeitung, die Wälder sollen nachhaltig aufgeforstet werden.

Themen, die bewegen

„In Eurem Zukunftskonzept habt ihr Themen aufgegriffen, die uns bewegen“, versicherte Rico Neubert. Der Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus hatte sich extra Zeit genommen, um sich die Ideen der Neuntklässler anzuhören und ihr Konzept entgegenzunehmen. Es enthält seiner Meinung nach wichtige Aspekte, die für die Zukunft des Landkreises von Bedeutung sind.

Hilfreich fand Neubert beispielsweise Hinweise zum ÖPNV. Die Fahrpläne der Busse besser an die Schulzeiten anzupassen, hatten die Schüler beispielsweise gefordert. „Kleine Veränderungen können entscheidende Verbesserungen für die Schüler bedeuten“, meinte Lennart Erlenbach. Neubert versprach, die Anregungen er bei den nächsten Planungen aufzugreifen. Auch beim Mobilfunk soll sich seinen Angaben zufolge noch einiges bewegen. „Ziel ist es“, so Neubert, „die weißen Flecken in der Fläche zu beseitigen.“ Am Ende des Gesprächstermins zogen alle Beteiligten eine positive Bilanz. „Wir können etwas bewegen“, meinte Sina Neckermann zuversichtlich. Magdalena Häfner hatte das Gefühl, ernstgenommen worden zu sein. „Wir konnten unsere eigenen Ideen einbringen“, beteuerte die Fünfzehnjährige. Lena-Marie Spies wies darauf hin, wie wichtig es ist, die Heimat attraktiv zu gestalten. „Dann wird der Main-Tauber-Kreis noch lebenswerter.“

Gemeinschaftskundelehrer Tommy Rossmann lobte die hohe Eigenmotivation seiner Schüler: „Sie haben die verschiedenen Themenbereiche eigenverantwortlich bearbeitet.“ Ein wichtiges Lernziel haben die Schüler in seinen Augen erreicht. „Das Interesse der Jugendlichen ist größer geworden, sich an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen.“