Tauberbischofsheim

Verein Anyievo-Ekpui Togo Zahlreiche Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und somit der Lebensqualität angestoßen und umgesetzt

In der Näherei werden Schutzmasken hergestellt

Archivartikel

Dittigheim.Seit dem Straßenfest in der Ruhbankstraße in Dittigheim im August 2019 hat sich mit Unterstützung des Anyievo Vereins sehr viel in Ekpui weiter entwickelt.

Da die Kinder in Kindergarten des Vereins bereits Französisch – die offizielle Amtssprache – lernen, sind sie den anderen Kindern, die mit ihnen in die Grundschule kommen, weit voraus.

Schulraum neben Kindergarten

Deshalb wurde für diese Kinder mit Hilfe der großzügigen Unterstützung der Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help neben dem Kindergartengebäude ein Schulraum gebaut. Dadurch können die Kinder nach einem Schuljahr in die dritte Klasse der Grundschule übernommen werden.

Da die Bewohner von Ekpui eine sehr schlechte Ernte hatten, wurden sie in den drei Monaten vor der nächsten Ernte jeweils mit 2080 Euro durch den Hilfsverein aus Dittigheim unterstützt.

Davon konnte Reis, Mais, Öl und Salz für 800 Familien gekauft und ausgeteilt werden. Somit konnte der Verein den ärmsten Familien ihren großen Hunger stillen. 30 Frauen erhielten im Rahmen des Ackerprojektes einen Kredit vom Verein, so dass sie nun mehr Mais und Reis kaufen und anbauen können, als sie zum Leben brauchen.

Diesen Überschuss verkaufen sie auf dem Markt und können somit zum einen den Kredit langsam zurückzahlen und zum anderen neue Saat kaufen, getreu dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Mühlenhaus gebaut

Ein weiteres Projekt konnte in Angriff genommen werden, da ein Ehepaar aus Deutschland eine entsprechende Spende gab. Es wurde ein Mühlenhaus gebaut und eine Maismühle gekauft. Nun kann der Mais für einen kleinen Betrag im Dorf gemahlen werden. Außerdem kommen Bewohner anderer Dörfer zum Maismahlen. So wurde ein weiterer Arbeitsplatz geschaffen. Von den Einnahmen durch das Mahlen erhält der Müller seinen Lohn und die anfallenden Kosten werden bezahlt.

Die Mühle arbeitet täglich von 7 bis 19 Uhr. Somit konnte ein Reingewinn von rund 500 Euro erwirtschaftet werden. Mit dem Überschuss wird die Mühle abbezahlt. Die Verantwortlichen in Ekpui, mit denen die Dittigheimer eng zusammen arbeiten, führen Listen, so dass eine Kontrolle gewährleistet ist.

Das Vereinsmitglied, Tronou Deahun, fliegt einmal pro Jahr nach Togo. Er arbeitet in Ekpui zusammen mit den Bewohnern, organisiert, gibt Anstöße und kontrolliert die Projekte. Dadurch steht es mit allen Projekten sehr gut.

Zisterne für Wasserversorgung

Das nächste Projekt dient der Wasserversorgung. Eine Zisterne mit einem Volumen von 100 000 Liter Wasser wurde gebaut mit zehn Wasserhähnen versehen. Für die erste Füllung wurde das Wasser von der Stadt Lomé mit Lastwagen gratis geliefert. Nun kann mit dem Regen in der Regenzeit die Zisterne immer wieder gefüllt werden. Alle Bewohner von Ekpui können zweimal pro Tag gegen eine Gebühr Wasser aus der Zisterne holen. Eine Wasserleitung gibt es immer noch nicht. Obwohl die Kindergartenkinder zurzeit wegen Corona den Kindergarten nicht besuchen können, erhalten sie trotzdem täglich ihre warme Mahlzeit.

Mit einer Spende von 23 Euro pro Jahr von vielen Personen aus Deutschland, ist das gewährleistet.

In der Schneiderei in einem Nähraum, der vom Verein vor ein paar Jahren gebaut wurde, können Mädchen nach dem sechsten Schuljahr, wenn ihre Familien kein Schulgeld zahlen können und sie daher die Schule verlassen müssen, das Nähen lernen.

Die entsprechenden Nähmaschinen wurden vom Verein in den letzten Jahren aus Deutschland geliefert. Hier werden zurzeit auch Schutzmasken für die Corona Epidemie genäht.

Das Straßenfest in der Ruhbankstraße fällt Corona bedingt in diesem Jahr aus. Deshalbist der Verein dringend auf weitere finanzielle Unterstützung von Freunden des Vereins und Spenden angewiesen. Selbstverständlich erhält jeder Spender eine Spendenbescheinigung.