Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Der Kampf um die Nachfolge . . .“ (FN, 11. Juli)

Gönnerhaft

Im Artikel „Der Kampf um die Nachfolge ist eröffnet“ wird der Assamstadter Bürgermeister Joachim Döffinger mit der Aussage zitiert, dass er bei der Nachfolge für das Direktmandat von Alois Gerig eine „Kampfkandidatur mit Nina Warken“ nicht sehe. „Sie ist über die Liste ins Parlament gekommen und ich bin mir sicher, sie wird das auch wieder“, so seine Sicht der Dinge. Die Frauenquote, über die momentan diskutiert werde, garantiere ihr sicher einen guten Listenplatz. Die Aussage Döffingers gegenüber seiner Parteifreundin Nina Warken ist an Gönnerhaftigkeit und Herablassung kaum zu überbieten. Der Assamstadter Bürgermeister glaubt anscheinend, dass er quasi naturgegeben der bessere Kandidat ist und eine Frau es niemals durch eigene Qualifikation, sondern nur mit Hilfe einer Quote in den Bundestag schaffen kann. So diffamiert er Nina Warken bereits im Vorfeld, obwohl sie seit einigen Jahren kompetent den Wahlkreis im Bund vertritt. Es zeigt wieder einmal, wie weit die CDU gerade auf kommunaler Ebene von der Gleichstellung entfernt ist, und das mehr als 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts.