Tauberbischofsheim

Leserbrief Zu „Orchester und Chöre in großer Gefahr“ (FN, 6. August)

„Für Schule und Kirche nachjustieren“

Dem ausführlichen Bericht von Herrn Wagner möchte ich in vollem Umfang beipflichten und stehe lückenlos dahinter. Es wäre eine riesige , empfindliche Lücke im Schulsystem, wenn etablierte Chöre und Orchester schrumpfen oder gar wegfallen würden. Vor allem ist nicht nachvollziehbar, wenn diese schulischen Gruppen anders beurteilt werden, als außerschulische Musikkreise.

Vielleicht sollte mal noch klargestellt werden, dass Schulmusik kein Tralala und Hopsasa ist, mit denen die sonst schwierigen Teile der Schule zum Spaß aufgelockert werden sollen.

Nein, das Singen und Musizieren „in Gemeinschaft“ ist ein wichtiger zentraler Meilenstein im Schulsystem, der die innere und äußere Entwicklung wesentlich fördert und nie fehlen darf. Das Singen und Musizieren „in Gemeinschaft“ fördert und stabilisiert von innen heraus Gesundheit und Entwicklung für Geist, Körper und Seele. Und zwar für den Einzelnen wie auch in der Gemeinschaft untereinander. Dies ist damit ein zentraler Baustein in der schulischen Entwicklung.

Karl Adamek, Musikpsychologe, drückt das etwa so aus: „Singen in Gemeinschaft stärkt die Seele und das innere Gleichgewicht. Nach 20 Minuten Gesang produziert das Gehirn Botenstoffe, die körperliche und seelische Vorgänge positiv beeinflussen.“ Oder Menhuin: „Wenn viele in Gemeinschaft singen, heilen sie die innere und zugleich die äußere Welt.“

So in den Schulen – und wie in den Kirchen? In gleicher Weise ist es nicht nachvollziehbar, wenn in den Kirchen beim Gottesdienst die Vorschriften strenger sind, als außerhalb.

Das gilt für die Gemeinde wie auch für die Beteiligung der Chöre und Instrumente. Das stumme Zuhören ist kein Gottesdienst. Das Singen und Beten „in Gemeinschaft“ ist lebendiger Gottesdienst.

Es wäre ein Riesenverlust, wenn das Singen und Musizieren „ in Gemeinschaft“ (Gemeinde, Chor und Instrumente) auch in den Kirchen schrumpfen oder gar wegfallen würde. So, wie außerhalb in freien Gruppen Singen und Musizieren erlaubt ist, wird doch auch in den Kirchen, unter Einhaltung strenger Corona-Sicherheit, „lebendiger“ Gottesdienst (für Gemeinde, Sänger und Instrumente) wieder möglich sein.

Hier werden sicher die verantwortlichen Oberen für Schule und Kirche noch nachjustieren, so dass überall die gleichen Regeln gelten und bei Singen und Musizieren „in Gemeinschaft“ die Elemente für die Förderung von Gesundheit für Körper, Geist und Seele in voller Kraft erhalten bleiben.