Tauberbischofsheim

Tarifrunde Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern in Berlin zunächst in den April verschoben / Lange Fahrten zu Baustellen sollen bezahlt werden

Forderung nach mehr Geld für 1600 Bauarbeiter

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Volle Auftragsbücher, Rekordumsätze, langes Warten auf Handwerker – die Baubranche boomt: Davon sollen auch die 1600 Bauarbeiter im Kreis profitieren.

Für sie fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) in der anstehenden Tarifrunde ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent – mindestens aber 230 Euro mehr im Monat. Für Azubis soll es 100 Euro mehr pro Monat geben. Außerdem verlangt die IG Bau, dass lange Fahrzeiten zur Baustelle bezahlt werden. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern sollten am Donnerstag in Berlin beginnen, wurden aber zunächst in den April verschoben.

„Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger sind extrem gefragt. Gerade im Wohnungsbau verschärft sich der Mangel an Fachkräften. Aber die bekommt man nur, wenn die Arbeit auf dem Bau attraktiver wird“, sagt Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG Bau Stuttgart. Große Baufirmen, aber auch viele kleine Handwerksbetriebe stünden wirtschaftlich so gut da wie seit Jahren nicht mehr. „Wer heute nicht in bessere Löhne und Arbeitsbedingungen investiert, hat vielleicht morgen keine Facharbeiter mehr“, betont Paul.

Ein entscheidender Punkt sei hier die Bezahlung der Pendelei: „Bauarbeiter verbringen teils mehrere Stunden am Tag im Auto, um zur Baustelle und zurück zu kommen. Das ist verlorene Lebenszeit.

Bauleute können sich – anders als die meisten Pendler – vorher nicht auf den nächsten Einsatzort einstellen“, sagt Carsten Burckhardt, der für die IG Bau die Verhandlungen führt. In der Tarifrunde will die Gewerkschaft deshalb erstmals eine generelle Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen. igb