Tauberbischofsheim

Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber Bei Fachtag und Abschlussveranstaltung auf Herausforderungen und erfolgreiche Arbeit geblickt

Flüchtlingen berufliche Chancen geben

Archivartikel

Auf die erfolgreiche vierjährige Arbeit des Integrationsnetzwerks Hohenlohe-Main-Tauber wurde am Freitag zurückgeblickt. Das Projekt endet zwar, Angebote wird es aber weiter geben.

Main-Tauber-Kreis. Der Weg sei nicht immer gerade gewesen, neue Ansätze mit Bewährtem verschmolzen worden, beschrieb Elisabeth Krug, Sozialdezernentin bei der Landkreisverwaltung des Main-Tauber-Kreises, das vierjährige Projekte Integrationsnetzwerk Main-Tauber, das zum Jahresende ausläuft. Sie führte durch den Fachtag am Freitag in Tauberbischofsheim, der gleichsam eine Abschlussveranstaltung war.

Die Besonderheit sei, dass sich zwei Landkreise zusammengeschlossen hätten, um Flüchtlingen schulische und berufliche Chancen zu eröffnen. Das sei bundesweit einmalig. Auch Krugs Pendant aus dem Hohenlohekreis, Ursula Mühleck, bezeichnete diese Kooperation als mutige und gute Entscheidung, die sich durch stetige Kommunikation und ein gemeinsames Leitprogramm bewährt habe. Die systemische Kompetenzerfassung von Flüchtlingen seien ein ganz wichtiges Element gewesen. Per Fragebögen sei erkundet worden, welche Voraussetzungen und Fähigkeiten der Einzelne mitbringt. Hier wünsche sie sich, so Mühleck, ein computergestütztes System.

Dr. Silvia Keller, Projektleiterin des Integrationsnetzwerks, blickte auf das Projekt zurück, das zum 1. Januar 2016 gestartet war und für das 2,6 Millionen Euro, zu 90 Prozent vom Bund und der EU gefördert, zur Verfügung standen. 840 Asylbewerber, so das damalige Ziel, sollten erreicht werden, 40 Prozent oder 336 von ihnen in eine schulische, universitäre oder berufliche Ausbildung gebracht werden. Tatsächlich seien 375 Menschen in Arbeit gebracht worden. „Wir haben 813 Qualifizierungsmaßnahmen, 523 Sprachkurse und fast 550 Informationsveranstaltungen angeboten“, so Keller. Insgesamt wurden 1140 Flüchtlinge erreicht, was 36 Prozent über der ursprünglich geplanten Quote liegt.

Das Ende des Projekts Integrationsnetzwerk bedeute allerdings nicht das Aus für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, erläuterte Kirsi-Marie Welt von der Nifa Werkstatt Parität in Stuttgart. Ab Januar wird es sowohl im Main-Tauber- als auch im Hohenlohekreis drei Teilprojekte geben, wobei Kolping Bildung und Soziales im Main-Tauber-Kreis den Part übernehmen wird, sich um die Nachhaltigkeit der Vermittlung in Arbeit zu kümmern, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Angebote für geflüchtete Frauen bilden einen weiteren Schwerpunkt.